Vor Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt?

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Der bun­des­rät­li­che Be­richt zum Bun­des­be­schluss über die Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men (DBA) mit den USA ist in Be­zug auf die Zu­läs­sig­keit von Grup­pen­an­fra­gen ge­mäss dem «neu­en» DBA wi­der­sprüch­lich. Das wirft die Fra­ge auf, ob die Lö­sung vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt be­ste­hen wür­de oder schei­tern müss­te.

So heisst es in Pa­ra­graph 3 des Fact Sheet, das den Par­la­men­ta­ri­ern mit Blick auf die Be­ra­tung ab­ge­ge­ben wur­de: «Die Schweiz ist be­reit, die un­ter dem gel­ten­den DBA 1996 be­ste­hen­de Pra­xis, wo­nach Amts­hil­fe auf Er­su­chen oh­ne Na­mens- oder Per­so­nen­nen­nung – das heisst auf­grund von be­stimm­ten Ver­hal­tens­mus­tern – ge­währt wird, auch ge­stützt auf das neue DBA 2009 wei­ter­zu­füh­ren. (…) der Wort­laut des Ab­kom­mens­tex­tes (ge­meint ist das DBA 2009) lässt dies zu.» In Pa­ra­graph 9 wird je­doch wi­der­sprüch­lich aus­ge­führt: «Das be­ste­hen­de DBA USA ent­hält kei­ne Be­stim­mun­gen zur Fra­ge, ob Grup­pen­an­fra­gen mög­lich sind. Im Ge­gen­satz zum DBA 2009 wer­den Grup­pen­an­fra­gen so­mit nicht ex­pli­zit aus­ge­schlos­sen.» Die Fra­ge stellt sich des­halb, was nun gilt: Schliesst das neue DBA (2009) Grup­pen­an­fra­gen aus, oder lässt es sie zu?

Wenn Ers­te­res der Fall sein soll­te – und da­für spricht Zif­fer 10 des ge­än­der­ten Pro­to­kolls zum Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men in kla­rer Wei­se –, wür­de die vom Bun­des­rat dem Par­la­ment schmack­haft ge­mach­te Lö­sung spä­tes­tens vor Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt schei­tern. Dann näm­lich, wenn be­trof­fe­ne Us-steu­er­pflich­ti­ge sich mit Er­folg auf den Standpunkt stel­len, mass­geb­lich sei der Text des bi­la­te­ra­len Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­mens und nicht der ei­nes uni­la­te­ra­len Schwei­zer Zu­satz­be­richts. Mit an­de­ren Wor­ten: Ob und wes­halb die dem Na­tio­nal­rat nun be­an­trag­te uni­la­te­ra­le Zu­las­sung von Grup­pen­an­fra­gen ju­ris­tisch ein­wand­frei sein soll, bleibt of­fen. TW

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