Ori­or be­stä­tigt Wachs­tums­stra­te­gie

SCHWEIZ Fleisch- und Con­ve­ni­ence-spe­zia­list sucht Aus­land­platt­form – Um­kämpf­te Mar­gen – Hö­he­re Di­vi­den­de

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - WOLF­GANG GAM­MA

Der Fleisch­ver­ed­ler und Con­ve­ni­en­ceSpe­zia­list Ori­or sieht sich ge­rüs­tet, um or­ga­nisch und über Ak­qui­si­tio­nen zu wach­sen. Der Be­trieb ist ef­fi­zi­ent or­ga­ni­siert und die Net­to­ver­schul­dung liegt auf ei­nem ver­tret­ba­ren Ni­veau. Selbst wenn Ori­or, wie an­vi­siert, ein Un­ter­neh­men mit 50 bis 110 Mio. € Um­satz kau­fen wür­de, soll dies die Aus­schüt­tungs­po­li­tik nicht ge­fähr­den. In­ves­to­ren dür­fen da­mit rech­nen, um 40% des Ge­winns aus­be­zahlt zu er­hal­ten.

2011 wur­de die aus Ka­pi­tal­re­ser­ven be­zahl­te und da­mit ver­rech­nungs­steu­er­freie Di­vi­den­de je Ak­tie von 1.90 auf 1.93 Fr. er­höht (Pay out Ra­tio 40,5%). Grund­la­ge da­zu bot ei­ne Ge­winn­stei­ge­rung von 4,5% auf 28,2 Mio. Fr. im Ver­gleich zum Vor­jahr (vgl. Ta­bel­le). Die­se be­ruh­te auf ei­ner Mar­gen­aus­wei­tung auf Stu­fe Ebitda und ge­rin­ge­ren Zins­kos­ten. Der Um­satz fiel da­ge­gen wie­der un­ter 500 Mio. Fr.

Ur­sa­chen des Rück­gangs wa­ren der Preis­nach­lass im De­tail­han­del – nied­ri­ge­re Schwei­ne­fleisch­prei­se wur­den an die Kun­den wei­ter­ge­ge­ben – und die Fol­gen des Ein­kaufs­tou­ris­mus in den Grenz­re­gio­nen. Zu­dem ver­lor die Ge­sell­schaft ei­nen Con­ve­ni­ence-gross­auf­trag, doch in­zwi­schen kehr­te der Kun­de be­reits zu­rück.

Zu­kauf für Fleisch­ver­ede­lung

Das gröss­te Seg­ment Fleisch­ver­ede­lung, das sich 2011 gut be­haup­tet hat­te (Um­satz plus 0,6% auf 302 Mio. Fr., Ebitda-mar­ge 9,4 statt 8,5%), wird im lau­fen­den Jahr kräf­tig wach­sen. Die per 1. März er­wor­be­ne Mö­fag er­zielt rund 24 Mio. Fr. Jah­res­um­satz und weist ei­ne Ori­or ähn­li­che Er­trags­kraft aus. Der Most­bröck­li-spe­zia­list aus der Ost­schweiz er­füllt ge­nau die Ak­qui­si­ti­ons­kri­te­ri­en, die CEO Re­mo Han­sen mit «vor­zugs­wei­se Fa­mi­li­en­ge­sell­schaft,

Ori­or N sta­bi­lem Cash­flow und min­des­tens glei­cher Mar­ge» um­reisst.

Ei­nen grös­se­ren Zu­kauf wünscht sich Han­sen nicht im Fleisch­be­reich, son­dern im Seg­ment Con­ve­ni­ence, das 2011 hart zu kämp­fen hat­te (Um­satz mi­nus 6,5% auf knapp 190 Mio. Fr., Ebitda-mar­ge 15,3 statt 15,6%). Ei­ne «Ge­sell­schaft im Aus­land, die als Ex­port­platt­form nutz­bar ist», steht zu­oberst auf der Wun­sch­lis­te. Lang­fris­tig will Ori­or im Aus­land 25% des Um­sat­zes er­wirt­schaf­ten. 2011 wa­ren es erst gut 7%, ob­wohl das Ver­kaufs­vo­lu­men dank ho­her Bünd­ner­flei­sch­nach­fra­ge aus Frank­reich fast um die Hälf­te über dem Vor­jah­res­wert lag. Zu­dem wirft das noch jun­ge Ex­port­ge­schäft nach wie vor kei­nen Ge­winn ab. Auf dem Heim­markt wur­de Ori­or et­was zu­rück­ge­bun­den, doch blieb die ope­ra­ti­ve Ren­di­te des Con­ve­ni­ence-ge­schäfts in der Ziel­band­brei­te um 15%.

Ren­di­te­pa­pie­re

Im lau­fen­den Jahr soll­te Ori­or das lang­fris­ti­ge Ziel von 1 bis 2% or­ga­ni­schen Wachs­tums trotz schwie­ri­gem Um­feld schaf­fen, denn ei­ne Bes­se­rung im Con­ve­ni­ence-be­reich ist so gut wie si­cher. Pro­duk­te mit hö­he­rer Mar­ge und die Ak­qui­si­ti­on im Seg­ment Fleisch­ver­ede­lung dürf­ten die Er­trags­kraft stär­ken, was ei­ne Ge­winn­zu­nah­me je Ak­tie von 4.76 auf 5 Fr. zu­las­sen soll­te. Wer in Ori­or in­ves­tiert, schätzt die Ste­tig­keit des Un­ter­neh­mens. Kurs­sprün­ge sind nicht zu er­war­ten, 4% Di­vi­den­den­ren­di­te ent­schä­di­gen.

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