Te­me­nos ent­täuscht

SCHWEIZ Schwa­ches Quar­tal des Gen­fer Ban­ken­soft­ware­hau­ses

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE - FH

Es sind schwie­ri­ge Wo­chen, die Te­me­nos zur­zeit durch­ma­chen muss. Nicht nur sind die Chan­cen ei­ner er­folg­rei­chen Fu­si­on mit dem bri­ti­schen Wett­be­wer­ber Mi­sys ge­schwun­den (vgl. FUW vom Mitt­woch). Auch die Quar­tals­zah­len des Gen­fer Ban­ken­soft­ware­hau­ses sorg­ten für ei­ne her­be Ent­täu­schung. Die Bör­se re­agier­te deut­lich: Im Nach­gang der Pu­bli­ka­ti­on büss­ten die Va­lo­ren rund 6% ein.

Ge­gen­über dem Vor­jahr ver­rin­ger­te sich der Kon­zern­um­satz im vier­ten Quar­tal um 16% auf 127 Mio. $. Die Ein­nah­men über Soft­ware­li­zen­zen er­mäs­sig­ten sich gar um ein Drit­tel. Die Zahl der neu ge­won­ne­nen Un­ter­neh­mens­kun­den fiel mit 9 eben­falls eher ent­täu­schend aus.

CEO Guy Du­bo­is war in der Kon­fe­renz­schal­tung mit den Ana­lys­ten um Scha­dens­be­gren­zung be­müht. Die Schwä­che sei nicht et­wa auf Ver­lus­te von Markt­an­tei­len, son­dern auf das gars­ti­ge Um­feld per se zu­rück­zu­füh­ren. In­ves­ti­tio­nen der Ban­ken in neue It-pro­jek­te sei­en viel­fach hin­aus­ge­zö­gert, aber nicht zu­rück­ge­zo­gen wor­den. Te­me­nos wer­de vom Nach­hol­be­darf pro­fi­tie­ren, so­bald sich die Rah­men­be­din­gun­gen wie­der auf­hel­len.

Gleich­zei­tig star­te man mit ei­ner tie­fe­ren Fix­kos­ten­ba­sis ins neue Ge­schäfts­jahr. Auch ver­wies Du­bo­is auf die re­kord­ver­däch­tig ge­füll­te Auf­trags­pipe­line – was sich (wie 2011 be­wies) al­ler­dings nicht im Ge­schäfts­er­folg nie­der­schla­gen muss.

An­ge­sichts der lau­fen­den Ver­hand­lun­gen mit Mi­sys dür­fen die Gen­fer vo­r­erst kei­ne Pro­gno­sen für das lau­fen­de Jahr of­fen­le­gen. Grund­sätz­lich hal­te man aber an den mit­tel­fris­ti­gen Zie­len fest, die man am In­ves­to­ren­tag im letz­ten No­vem­ber kom­mu­ni­ziert hat­te: Ei­ne Stei­ge­rung der Li­zenz­ein­nah­men von 10 bis 15% und ei­ne Er­hö­hung der Be­triebs­mar­ge um 1 bis 1,5 Pro­zent­punk­te pro Jahr. Die Fra­ge bleibt, ob die schwa­chen Quar­tals­zah­len die Fu­si­ons­chan­cen zwi­schen Te­me­nos und Mi­sys ge­schmä­lert ha­ben. Die Ana­lys­ten der UBS, die Te­me­nos jüngst auf «Neu­tral» ab­ge­stuft ha­ben, sind skep­tisch: Sie hal­ten es für mög­lich, dass – an­ge­sichts der ope­ra­ti­ven Del­le bei Te­me­nos – das Mi­sys-ak­tio­na­ri­at die am Mon­tag ein­ge­gan­ge­ne Of­fer­te von Vis­ta Pri­va­te Equi­ty stär­ker fa­vo­ri­sie­ren könn­te.

Für das lau­fen­de Jahr ge­hen wir für Te­me­nos von ei­nem Ge­winn pro Ak­tie von 1.08 Fr. aus. Auf die­ser Ba­sis wei­sen die Ti­tel ein Kurs-ge­winn-ver­hält­nis von 16 auf. An­ge­sichts der gros­sen Un­klar­hei­ten hin­sicht­lich Mi­sys-fu­si­on soll­te mit ei­nem En­ga­ge­ment zu­ge­war­tet wer­den.

Te­me­nos N

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