Spe­zia­list für Me­di­zi­nal­tech­nik

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - DF

Mit ei­nem Um­satz­an­teil von 40% ist die Me­di­zi­nal­tech­nik die be­deu­tends­te Spar­te des Us-ge­sund­heits­rie­sen John­son & John­son ( J&J). Mit der ge­plan­ten 21,3-Mrd.-$-über­nah­me des schwei­ze­risch-ame­ri­ka­ni­schen Or­tho­pä­die­un­ter­neh­mens Syn­thes – der gröss­ten in der 126-jäh­ri­gen Ge­schich­te von J&J – wird sie noch um­fang­rei­cher.

In­so­fern ist es ein lo­gi­scher Schritt, dass der bis­he­ri­ge Lei­ter der Me­di­zi­nal­tech­nik- und Dia­gnos­tik­di­vi­si­on, Alex Gorsky, den ab­tre­ten­den Kon­zern­chef Bill Wel­don be­erbt. Der 51-jäh­ri­ge Gorsky, der zwi­schen 2004 und 2008 ein Gast­spiel beim Kon­kur­ren­ten No­var­tis als Phar­ma­chef Nord­ame­ri­ka ab­sol­vier­te, ist elf Jah­re jün­ger als Wel­don. Sei­ne Amts­ein­set­zung als CEO ist auf die GV vom 26. April hin vor­ge­se­hen – just an dem Tag, den sich die Eu-kom­mis­si­on als ver­län­ger­te Frist für die end­gül­ti­ge Beur­tei­lung der Fu­si­on mit Syn­thes ge­setzt hat. Wie die­se Wo­che eben­falls be­kannt wur­de, hat J&J ge­gen­über der eu­ro­päi­schen Wett­be­werbs­be­hör­de nicht nä­her be­kann­te Zu­ge­ständ­nis­se ge­macht. Der nach Pfi­zer zweit­gröss­te Ge­sund­heits­mul­ti hofft, da­durch doch noch grü­nes Licht für den be­reits im April 2011 an­ge­kün­dig­ten Kauf von Syn­thes zu er­hal­ten. Die mo­na­te­lan­gen kar­tell­recht­li­chen Ab­klä­run­gen dürf­ten ne­ben ei­nem drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag für Ju­ris­ten­ho­no­ra­re auch ei­nen gu­ten Teil von Gorskys Ar­beits­zeit ab­sor­biert ha­ben.

Dass ein Med­tech-ver­tre­ter die Kon­zern­füh­rung von J&J über­nimmt, stösst bei Syn­thes auf An­klang. Ers­te per­sön­li­che Be­geg­nun­gen hät­ten schon statt­ge­fun­den, ob­schon sie nicht zahl­reich ge­we­sen sei­en, lässt ein Syn­thes-spre­cher aus­rich­ten. Gorsky wird pro­fun­des Bran­chen­wis­sen at­tes­tiert. Ei­ner sei­ner ers­ten Auf­ga­ben wird sein, die In­te­gra­ti­on von Syn­thes und – zur Be­sänf­ti­gung der Wett­be­werbs­hü­ter – die ab­seh­ba­re De­ves­ti­ti­on ein­zel­ner Ge­schäfts­ein­hei­ten zu über­wa­chen. Da­für ist Fin­ger­spit­zen­ge­fühl ge­fragt eben­so wie in der Be­wäl­ti­gung ei­ner Se­rie von pen­den­ten Rechts­fäl­len, die sich J&J we­gen wie­der­hol­ter Pro­dukt­män­gel und all­zu ag­gres­si­ver Ver­mark­tungs­me­tho­den ein­ge­han­delt hat.

Gorsky hat­te wäh­rend sechs Jah­ren in den Us-streit­kräf­ten ge­dient, ehe er als 27-Jäh­ri­ger in den Aus­sen­dienst der J&JPhar­ma­toch­ter Jans­sen wech­sel­te. Als Ma­na­ger gilt sein Au­gen­merk seit län­ge­rem ne­ben der Ve­te­ra­nen- der Frau­en­för­de­rung. In der in­ter­nen Aus­mar­chung um den Ceo-pos­ten setz­te er sich aber aus­ge­rech­net ge­gen ei­ne Kol­le­gin durch: She­ri Mc­coy, Che­fin des Phar­ma- und Kon­sum­gü­ter­ge­schäfts.

Der neue Chef von J&J, Alex Gorsky, kennt das Syn­thes-dos­sier im De­tail.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.