Come­back in Ja­pan?

WANDELANLEIHEN

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - ROLF WE­BER,

Nach dem tur­bu­len­ten Jah­res­start be­gin­nen die Märk­te nun das er­reich­te Ni­veau zu kon­so­li­die­ren. Sie wer­den ge­stützt durch ten­den­zi­ell ver­mehrt bes­se­re Kon­junk­tur­da­ten. Die Ge­fah­ren tem­po­rä­rer Rück­schlä­ge sind aber auch nach der vor­läu­fi­gen Ret­tung Grie­chen­lands noch nicht ge­bannt. Das po­si­ti­ve Mo­men­tum ver­nach­läs­sigt, dass die Zah­lungs­fä­hig­keit eu­ro­päi­scher Pe­ri­phe­rie­staa­ten – trotz sich ak­tu­ell wie­der et­was ver­güns­ti­gen­der Re­fi­nan­zie­rungs­kon­di­tio­nen – wei­ter­hin in Fra­ge ge­stellt ist.

Für die An­la­ge­klas­se der Wandelanleihen ist ein sol­ches Um­feld ide­al: Die An­le­ger par­ti­zi­pie­ren ei­ner­seits durch die na­tur­ge­ge­be­ne Asym­me­trie am Auf­wärts­trend, ge­nies­sen aber an­de­rer­seits den Schutz der Si­che­rungs­kom­po­nen­te. Wir sind al­ler­dings der Meinung, dass die­ser vor­teil­haf­te Ef­fekt nur dann zum Tra­gen kommt, wenn der Bond-floor des ge­sam­ten Port­fo­li­os sta­bil ist. Des­halb ist ei­ne Über­wa­chung der Schuld­ner­qua­li­tät je­des ein­zel­nen Port­fo­li­o­be­stand­teils un­er­läss­lich.

Glo­bal auf­ge­stell­te Port­fo­li­os bie­ten den In­ves­to­ren zu­sätz­lich ei­nen Di­ver­si­fi­ka­ti­ons­ef­fekt. Nicht un­in­ter­es­sant er­scheint uns der- zeit der ja­pa­ni­sche Markt. Die Bank of Ja­pan hat in der letz­ten Wo­che über­ra­schend ei­ne Er­wei­te­rung der As­set-rück­kauf­pro­gram­me an­ge­kün­digt, um so dem Markt wei­te­re Li­qui­di­tät zu­zu­füh­ren. Da­mit soll die ja­pa­ni­sche Wäh­rung wei­ter ab­ge­schwächt wer­den. Seit Mo­nats­be­ginn hat sich der Yen zum Dol­lar be­reits 6% ab­ge­wer­tet, was den Ex­port­wer­ten ent­spre­chend ent­ge­gen­kommt. Der ja­pa­ni­sche Ak­ti­en­markt weist nach wie vor ei­nen star­ken Be­wer­tungs­ab­schlag auf. Zu­dem sind die meis­ten glo­ba­len Ak­ti­en­fonds im­mer noch un­ter­ge­wich­tet in Nip­pon.

Ein Ti­tel, der über­pro­por­tio­nal von ei­nem Auf­schwung im Land der auf­ge­hen­den Son­ne pro­fi­tie­ren dürf­te, ist Ae­on. Die­ses Ein­zel­han­dels­un­ter­neh­men be­treibt Su­per­märk­te und hat kräf­tig in den asia­ti­schen Raum, be­son­ders nach Chi­na, ex­pan­diert. Die aus­ste­hen­de Wan­del­an­lei­he mit Cou­pon 0,3% und Fäl­lig­keit 2013 ver­fügt über ein Del­ta von 65. Das Pa­pier eig­net sich so­mit vor al­lem als tak­ti­sches Ak­ti­en-pro­xy in­ner­halb ei­nes breit auf­ge­stell­ten Wandelanleihen-port­fo­li­os.

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