Kei­ne aus­ge­spro­che­nen Di­vi­den­den­pa­pie­re

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TH/AS

Der Le­bens­ver­si­che­rer Swiss Li­fe wird die­ses Jahr we­gen Son­der­fak­to­ren vor­aus­sicht­lich we­ni­ger als 100 Mio. Fr. Ge­winn bzw. le­dig­lich rund 3 Fr. je Ak­tie aus­wei­sen. Die Di­vi­den­de wird den­noch auf 4.50 Fr. je Pa­pier be­las­sen. Da­mit ren­tie­ren Swiss Li­fe 3,7% – deut­lich we­ni­ger als Zu­rich In­suran­ce (7%), Swiss Re (6%) und Bâ­loi­se (5,8%). Die Ana­lys­ten von J. P. Mor­gan rech­nen im Fall von Swiss Re mit ei­ner Son­der­aus­schüt­tung, die die Aus­schüt­tungs­ren­di­te ein­ma­lig auf über 10% hie­ven wür­de.

Mit der neu ge­schärf­ten Un­ter­neh­mens­stra­te­gie sei für die kom­men­den drei Jah­re ein Ge­winn­wachs­tum zu er­war­ten, er­klär­te Kon­zern­chef Bru­no Pfis­ter am dies­jäh­ri­gen In­ves­to­ren­tag. Aus­ge­hend von ei­nem Be­triebs­ge­winn­ni­veau von 900 Mio. Fr. so­wie 50 Mio. Fr. Kos­ten der für 2013 ge­plan­ten Re­struk­tu­rie­rungs­schrit­te wird nächs­tes Jahr ge­mäss Schät­zung von «Fi­nanz und Wirt­schaft» ein Ge­winn um 600 Mio. Fr. bzw. 19 Fr. je Ak­tie drin­lie­gen.

Ei­ne Er­hö­hung der Di­vi­den­de auf 5 Fr. für das Ge­schäfts­jahr 2013 ist nicht aus­ser Trak­tan­den. Der Ver­wal­tungs­rat hat ge­mäss Pfis­ter wei­ter­hin ei­ne Aus­schüt­tungs­quo­te von 20 bis 40% des Über­schus­ses be­wil­ligt. Al­ler­dings deu­te­te er an, dass der Ge­winn vor­der­hand in grös­se­rem Aus­mass zu­guns­ten des Ka­pi­tal­auf­baus ein­be­hal­ten wird. Statt je ein Drit­tel sind 40 bis 60% für den Ka­pi­tal­auf­bau, bis zu 20% für die Fi­nan­zie­rung des Wachs­tums und 20 bis 25% für die Aus­schüt­tung vor­ge­se­hen.

Di­vi­den­den­pa­pie­re sind Swiss Li­fe nicht. Ge­mes­sen am Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2013 von 6 und am Kurs-Buch­wert-Ver­hält­nis von 0,4 sind sie an­der­seits deut­lich un­ter Bran­chen­schnitt und da­mit güns­tig ein­ge­stuft. In­ves­to­ren müs­sen frei­lich mit grös­se­ren Kurs­schwan­kun­gen le­ben, denn der Kon­zern muss ein am­bi­tio­nier­tes Straf­fungs­pro­gramm um­set­zen.

Zu­nächst wird die deut­sche Ver­triebs­ge­sell­schaft AWD in Swiss Li­fe Select um­be­nannt und die im­ma­te­ri­el­len Ver­mö­gens­wer­te dar­auf um 576 Mio. Fr. auf noch 765 Mio. Fr. ab­ge­schrie­ben. In der neu­en Struk­tur kon­zen­triert sich der Mehr­mar­ken­ver­trieb auf

Ak­ti­en­sta­tis­tik Deutsch­land, die Schweiz, Ös­ter­reich so­wie Po­len und Tsche­chi­en. Die Ak­ti­vi­tät in der Slo­wa­kei und in Un­garn wird per En­de Jahr auf­ge­ge­ben. Der Good­wil­l­ab­schrei­ber hat kei­ne Aus­wir­kung auf den Cash­flow (des­halb bleibt die Di­vi­den­de un­ver­än­dert), das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen der Ver­si­cher­ten und die Sol­venz des Un­ter­neh­mens, da im­ma­te­ri­el­le Wer­te hier­für un­be­rück­sich­tigt sind.

Wei­ter nennt Swiss Li­fe neue Zie­le bis 2015. So will die Grup­pe bis dann ei­ne Ren­di­te von 8 bis 10% auf dem Ei­gen­ka­pi­tal (RoE, be­rei­nigt um die un­rea­li­sier­ten Ge­win­ne auf fest­ver­zins­li­chen An­la­gen) und ei­ne Neu­ge­schäfts­mar­ge von über 1,5% (En­de Ju­ni 2012: 1%) er­rei­chen. Das Ziel ei­nes RoE von 8 bis 10% be­deu­tet ge­mäss J. P. Mor­gan ei­nen Jah­res­ge­winn zwi­schen 600 und 750 Mio. Fr. bis 2015.

Ein Op­ti­mie­rungs­pro­gramm soll die Kos­ten­ba­sis um wei­te­re 130 bis 160 Mio. Fr. sen­ken. Es um­fasst den Ab­bau von ins­ge­samt 300 bis 400 Ar­beits­plät­zen in den kom­men­den drei Jah­ren, vor al­lem in Ver­wal­tungs- und St­abs­be­rei­chen.

In Deutsch­land sind bis zu 300 Stel­len be­trof­fen. In der Schweiz wer­den rund 90 Plät­ze ab­ge­baut. Hier re­sul­tie­ren ein Drit­tel aus den Sy­ner­gi­en des Schul­ter­schlus­ses mit dem bis­he­ri­gen AWD und zwei Drit­tel aus wei­te­ren Ef­fi­zi­enz­stei­ge­run­gen in der Tech­nik/In­for­ma­tik so­wie der Aus­la­ge­rung von Di­enst­leis­tun­gen (Out­sour­cing).

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