War­ten auf In­jec­ta­fer

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - DF

Auch im Schwei­zer Me­di­ka­men­ten­han­del wächst der Preis­druck. Trotz­dem schlu­gen sich die Re­tail- und die Lo­gis­tik­spar­te von Ga­le­ni­ca im ers­ten Halb­jahr mit ei­nem ge­mein­sam um 2,8% auf 1622 Mio. Fr. ge­stei­ger­ten Um­satz be­acht­lich. Im deut­lich klei­ne­ren Phar­ma­be­reich nahm der Er­lös 2,4% auf 303 Mio. Fr. zu. Der Be­triebs­ge­winn (Ebit) er­reich­te grup­pen­weit 180 (im Vor­jahr 173) Mio. Fr., was Ga­le­ni­ca al­ler­dings zum Gross­teil dem Ge­schäft mit ei­ge­nen Me­di­ka­men­ten ver­dank­te. Die Ebit-Mar­ge er­reich­te hier 46,6% ver­gli­chen mit 4,5% im Apo­the­ken­ge­schäft (Re­tail) und 1,2% im Gross­han­del (Lo­gis­tik).

We­gen der über­pro­por­tio­na­len Er­trags­kraft bleibt das Phar­ma­ge­schäft aus­schlag­ge­bend für die Wert­ent­wick­lung von Ga­le­ni­ca. Mit Span­nung war­ten An­le­ger dar­auf, ob der Pro­duk­ti­ons­part­ner Luit­pold in sei­nem Werk Shir­ley die Pro­ble­me in den Griff be­kommt, die zur­zeit das USZu­las­sungs­ge­such für das Ei­sen­prä­pa­rat In­jec­ta­fer blo­ckie­ren. In Eu­ro­pa, wo das in­tra­ve­nös ver­ab­reich­te Me­di­ka­ment un­ter dem Na­men Fe­rin­ject schon in zahl­rei­chen Län­dern auf dem Markt ist, stieg der Se­mes­ter­um­satz da­mit fast 40% auf 55,9 Mio. Fr.

We­gen der Schwie­rig­kei­ten von Luit­pold sind die Ga­le­ni­ca-Ak­ti­en seit An­fang Jahr trotz ei­nes fes­te­ren Ge­samt­markts und Phar­ma­sek­tors zu­rück­ge­blie­ben (Kurs­ver­lust von rund 3%). Klärt sich die La­ge in Shir­ley, kön­nen An­le­ger wie­der nach vor­ne bli­cken. Zen­tral wird in­des auch sein, ob die US-Ge­sund­heits­be­hör­de FDA In­jec­ta­fer nicht nur für Nie­ren­kran­ke, son­dern für wei­te­re Pa­ti­en­ten­grup­pen zu­lässt, die un­ter Blut­ar­mut we­gen Ei­sen­man­gel lei­den.

Der ame­ri­ka­ni­sche Kon­kur­rent AMAG Phar­maceu­ti­cals be­zif­fert das Po­ten­zi­al un­ter Nie­ren­kran­ken auf über 1,8 Mio. und in den üb­ri­gen An­wen­dungs­be­rei­chen auf mehr als 2,6 Mio. Pa­ti­en­ten in den USA. In bei­den Grup­pen do­mi­niert wei­ter­hin die Be­hand­lung mit al­ten, ne­ben­wir­kungs­rei­chen ora­len Me­di­ka­men­ten (Dex­tran). Ge­gen 4 Mio. der ins­ge­samt 4,5 Mio. USBe­trof­fe­nen von Ei­sen­man­ge­lan­ämie fal­len ge­mäss AMAG dar­un­ter.

Vor die­sem Hin­ter­grund und auch mit Blick auf Ab­satz­chan­cen aus­ser­halb der USA er­öff­net sich bei­den Spe­zia­lis­ten für mo­der­ne Ei­sen­prä­pa­ra­te ein rie­si­ger Markt. Doch In­ves­to­ren brau­chen Ge­duld: In­jec­ta­fer dürf­te zum jet­zi­gen Kennt­nis­stand die Zu­las­sung in den USA kaum vor Mit­te 2013 er­hal­ten. An­le­ger kön­nen dem­nach oh­ne Hast Po­si­tio­nen in den auf Ba­sis der FuW-Ge­winn­schät­zung 2013 mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 15 be­wer­te­ten Ga­le­ni­ca-Ti­teln auf­bau­en.

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