Leis­tungs­star­ke Por­sche-ak­ti­en

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT/KONSUM - AL­FONS CORTES

Wirt­schafts­pro­zes­se ver­ste­hen, wis­sen, wo die Ge­fah­ren für die Ak­ti­en­märk­te lau­ern. Prü­fen, wie sie auf Nach­rich­ten aus der Ge­fah­ren­zo­ne re­agie­ren, die Ak­ti­en­märk­te aber als ein selb­stän­di­ges Sys­tem be­han­deln, das zwar mit dem Wirt­schafts­sys­tem kom­mu­ni­ziert, sich ihm je­doch nicht un­ter­ord­net und sich dar­in nicht auf­löst, das ist die Es­senz des An­le­gens.

Ge­or­ge So­ros hat sie in sei­nen Bü­chern be­schrie­ben und ihr ei­nen Na­men ge­ge­ben: Re­fle­xi­vi­tät. Die­se Re­fle­xi­vi­tät ist nicht ein­sei­tig, son­dern ge­gen­sei­tig. Nicht nur be­ein­flusst die Wirt­schaft den Ver­lauf der Bör­se, son­dern auch die Bör­se die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung. Da­bei geht es um die Bil­dung von Er­war­tun­gen und ih­ren Ein­fluss auf das, was dann tat­säch­lich ge­schieht. Al­ler­dings ver­läuft die ge­gen­sei­ti­ge Be­ein­flus­sung nicht li­ne­ar. Das er­schwert das zu fin­den, was bei­de su­chen: das Gleich­ge­wicht.

Der Mas­se an­pas­sen

Da­zu kommt, dass die Ak­ti­en­märk­te im­mer wie­der aus Über­zeich­nung ei­ner Zu­kunft, die aus der Ver­gan­gen­heit her­bei­fan­ta­siert wird, Gleich­ge­wichts­prei­se da­von­ga­lop­pie­ren las­sen. Das ist mit kei­ner­lei Ge­set­zen zu än­dern, weil es tief in uns steckt, sich in Mas­sen mit ho­her Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­ten­si­tät eher der Rich­tung der Mas­se an­zu­pas­sen als ei­ge­nen Er­kennt­nis­sen zu trau­en, wie Pro­fes­sor Ro­bert Shil­ler in sei­nem mitt­ler­wei­le zu ei­nem Stan­dard­werk avan­cier­ten Buch «Ir­ra­tio­nal Exu­ber­an­ce» schreibt.

Die viel dis­ku­tier­ten Pro­ble­me in der Welt – nicht nur in Eu­ro­pa – ha­ben vie­le In­ves­to­rin­nen und In­ves­to­ren da­von ab­ge­hal­ten, sich nach dem Ab­sturz im Spät­som­mer 2011 in Ak­ti­en zu en­ga­gie­ren. Für die­se An­nah­me gibt es sehr gu­te Grün­de: den Um­satz. Oh­ne Nach­fra­ge kein Um­satz.

Nur ei­ne von meh­re­ren das Han­dels­vo­lu­men mes­sen­den Kenn­zif­fern soll die­se An­nah­me il­lus­trie­ren: der Durch­schnitts­um­satz von sechs Mo­na­ten in Eu­ro-Sto­xx-50-Ak­ti­en be­trägt heu­te 34% we­ni­ger als die glei­che Kenn­zahl vor ei­nem Jahr. In den letz­ten zwölf Mo­na­ten ist der Eu­ro Sto­xx 50 um 16,7% ge­stie­gen. Nur zwölf von fünf­zig Ak­ti­en im Eu­ro Sto­xx 50 wei­sen kei­ne Um­satz­ab­nah­me um ei­ne ähn­li­che Grös­sen­ord­nung auf. Um­satz­da­ten wer­den al­ler­dings oft falsch in­ter­pre­tiert.

In der ge­ge­be­nen Ge­samt­markt­kon­stel­la­ti­on ist ein nied­ri­ger Um­satz po­si­tiv zu ver­ste­hen. Er bringt die Zu­rück­hal­tung von Ak­ti­en­ei­gen­tü­mern zum Aus­druck, sie zum Kauf an­zu­bie­ten. Folg­lich müs­sen Käu­fer ihr An­ge­bot er­hö­hen, um das ge­wünsch­te Ma­te­ri­al zu er­hal­ten. Steigt die Nach­fra­ge, zie­hen die Kur­se stark an.

Die Haus­siers im Vor­teil

Ten­den­zi­ell ver­bes­sert sich die Stim­mung vor al­lem ge­gen­über eu­ro­päi­schen Di­vi­den­den­pa­pie­ren. Die Wahr­schein­lich­keit, dass die Nach­fra­ge steigt, nimmt schon al­lein zu, weil der Er­folg sich wäh­rend gut zwölf Mo­na­ten ein­deu­tig auf­sei­ten der Bul­len ein­stellt. Die at­trak­tivs­ten Sek­to­ren sind Ban­ken und Ver­si­che­run­gen.

Ein Porte­feuille kann aber nicht nur aus die­sen zwei Sek­to­ren zu­sam­men­ge­stellt wer­den. Die bis­he­ri­gen Ge­win­ner – Pharma, Ge­trän­ke, Nah­rungs­mit­tel – ver­lie­ren an Mo­men­tum. Al­so su­che ich re­la­tiv star­ke Ak­ti­en in neu­tra­len Sek­to­ren wie zum Bei­spiel Au­to­mo­bi­le. Dar­in sind fünf von vier­zehn im Sto­xx Au­to­mo­bi­les & Parts be­find­li­chen Ti­tel re­la­tiv stark zum Sto­xx 600.

Die­se Ak­ti­en kön­nen al­le ge­kauft wer­den – am bes­ten wählt man aber die­je­ni­gen aus, die die po­si­ti­ve re­la­ti­ve Ent­wick­lung erst neu­lich ein­ge­lei­tet ha­ben und wäh­rend nun­mehr sechs Mo­na­ten ei­ne der höchs­ten re­la­ti­ven Stär­ken auf­wei­sen.

Dies trifft auf die Ak­ti­en Por­sche zu. Sie be­le­gen Platz zwei nach Mi­che­lin. Ge­gen­über den Mi­che­lin-Va­lo­ren ha­ben sie den Vor­teil, dass sie vor­her wäh­rend vier Jah­ren re­la­tiv schwach zum Sto­xx 600 und zum Sek­tor ten­dier­ten. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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