Re­tros: Fin­ma mahnt Ban­ken

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Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TW

An­fang No­vem­ber hat­ten die Rich­ter des Bun­des­ge­richts in Lau­sanne ein Ur­teil ge­gen die UBS be­stä­tigt, wo­nach die Her­aus­ga­be­pflicht für Re­tro­zes­sio­nen nicht nur für un­ab­hän­gi­ge Ver­mö­gens­ver­wal­ter, son­dern auch für Ban­ken gilt. Die Fi­nanz­markt­auf­sichts­be­hör­de Fin­ma sag­te da­zu bis­lang nur, die ge­klär­te Rechts­la­ge wer­de Ge­gen­stand des «Auf­sichts­dia­logs mit den Ban­ken» sein. Nun macht sie den Ban­ken mit ei­ner Mit­tei­lung Bei­ne.

Dar­in ver­langt die Fin­ma, dem Ent­scheid des Bun­des­ge­richts sei im Rah­men der lau­fen­den Ge­schäfts­tä­tig­keit «um­ge­hend» Rech­nung zu tra­gen. Zur Her­stel­lung der not­wen­di­gen Trans­pa­renz ha­ben die Ban­ken «al­le po­ten­zi­ell be­trof­fe­nen Kun­den zu kon­tak­tie­ren» und über den Ent­scheid «in Kennt­nis zu set­zen». Die Ban­ken müs­sen die­se Kun­den in­for­mie­ren, an wel­che Stel­le in der Bank sie sich «für wei­te­re Aus­künf­te» wen­den kön­nen. Und die Kun­den sind schliess­lich «auf An­fra­ge» über den Um­fang der er­hal­te­nen Rück­ver­gü­tun­gen zu in­for­mie­ren.

Nicht er­wähnt wird, dass von die­ser «In­for­ma­ti­on auf An­fra­ge» nur ein klei­ner Schritt ist bis zu Rück­er­stat­tungs­for­de­run­gen der Kun­den. In­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger und pro­fes­sio­nel­le Kun­den sind zu die­sem Schritt ge­ra­de­zu ver­pflich­tet. Pri­va­te wer­den die Mus­ter­brie­fe, die im Web zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, für ent­spre­chen­de For­de­run­gen nut­zen.

Bis­lang stell­ten sich die Ban­ken auf den Stand­punkt, dass ih­nen die All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB) ei­nen Schutz vor Rück­for­de­run­gen ge­ben. Das scheint je­doch nur der Tat­sa­che zu ent­spre­chen, wenn die AGB je­weils den neu­es­ten recht­li­chen Be­stim­mun­gen Rech­nung tru­gen und von den Kun­den un­ter­schrie­ben wur­den. Sonst könn­ten Ban­ken und Ver­mö­gens­ver­wal­ter theo­re­tisch auf bis zehn Jah­re rück­wir­kend zu Rück­zah­lun­gen ver­pflich­tet wer­den.

Die Fin­ma weist in die­sem Kon­text dar­auf hin, dass sie als Auf­sichts­be­hör­de nicht für die Beur­tei­lung und die Durch­set­zung zi­vil­recht­li­cher An­sprü­che zwi­schen Be­auf­sich­tig­ten und ih­ren Kun­den zu­stän­dig ist. Aber Ban­ken müss­ten so or­ga­ni­siert und ge­führt sein, dass die Ein­hal­tung ih­rer ver­trag­li­chen Pflich­ten ins­ge­samt ge­währ­leis­tet ist.

Nach An­sicht der Ra­ting­agen­tur Fitch könn­te die ver­pflich­ten­de Her­aus­ga­be von Re­tro­zes­sio­nen «zu er­heb­li­chen Ein­mal­be­las­tun­gen» bei Schwei­zer Ban­ken füh­ren. Ih­re Hö­he hän­ge da­von ab, ob der Rich­ter­spruch auch rück­wir­kend an­ge­wandt wer­de, schrieb Fitch An­fang Mo­nat. Fal­le die­ser Zei­t­raum kurz aus, soll­ten sich die Rück­zah­lun­gen an die Kun­den in Gren­zen hal­ten und für die In­sti­tu­te ver­kraft­bar blei­ben. Fitch geht da­von aus, dass al­le Ban­ken mit ei­nem nen­nens­wer­ten Pri­vat­kun­den­ge­schäft ih­re Ma­nage­ment­ge­büh­ren an­pas­sen wer­den, um ih­re Brut­to­mar­gen von der­zeit 90 bis 110 Ba­sis­punk­ten sta­bil zu hal­ten.

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