Fet­te Jah­re

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Be­am­te wer­den in den nächs­ten Wo­chen über das Wohl oder We­he von Ama­rin ent­schei­den. Im Ju­li schon hat die USGe­sund­heits­be­hör­de die Zu­las­sung für das wich­tigs­te Mit­tel des iri­schen Bio­phar­ma­un­ter­neh­mens ge­ge­ben. Nun ist noch die Fra­ge of­fen: Ord­nen die FDA-Be­am­ten das Mit­tel Vas­ce­pa von Ama­rin auch als neue Wirk­stoff­klas­se ein, als New Che­mi­cal En­t­i­ty (NCE) – oder nicht? Schon mehr­fach hat die US-Re­gie­rungs­be­hör­de ei­ne Ent­schei­dung in die­sem Punkt ver­scho­ben. Für die als Über­nah­me­kan­di­da­tin ge­han­del­te Ama­rin geht es da­bei um nicht we­ni­ger als Mil­lio­nen von Dol­lar.

Wenn auch vie­les bei der Ge­sell­schaft ge­ra­de un­ge­klärt ist, ei­nes scheint si­cher: Oh­ne grös­se­ren Part­ner wird es Ama­rin Cor­po­ra­ti­on (Nas­daq: AMRN, Kurs am Don­ners­tag 11.98 $, Bör­sen­wert 1,8 Mrd. $) nicht ge­lin­gen, Vas­ce­pa zu ei­nem Block­bus­ter zu ent­wi­ckeln. Doch die FDA lässt mit ih­rer Ent­schei­dung auf sich war­ten. Erst die­sen Don­ners­tag gab Ama­rin per Pflicht­mit­tei­lung an die Bör­sen­auf­sicht be­kannt, die Ver­triebs­mann­schaft für das neue Mit­tel ste­he nicht wie ge­plant En­de No­vem­ber be­reit. Das Un­ter­neh­men rech­net nun mit ei­nem Ver­triebs­start für Mit­te De­zem­ber – bis da­hin soll es nun al­so grü­nes Licht ge­ben von der Be­hör­de.

Block­bus­ter – bei ei­nem Ja

Vas­ce­pa ist das ers­te Ama­rin-Pro­dukt mit Zu­las­sung der FDA. Das Mit­tel ent­hält in kon­zen­trier­ter Form Ome­ga-3-Fet­te. Die­se un­ge­sät­tig­ten Fett­säu­ren sind le­bens­not­wen­dig und von Na­tur aus in Pflan­zen­öl oder Fisch ent­hal­ten. Das Prä­pa­rat wirkt ge­gen Fett­stoff­wech­sel­stö­run­gen, die vor al­lem in­fol­ge von koh­len­hy­dratrei­cher Er­näh­rung auf­tre­ten. Dann meh­ren sich bei den über­ge­wich­ti­gen Pa­ti­en­ten Bauch­spei­chel­drü­sen­er­kran­kun­gen, auch Herz­in­farkt wird Vor­schub ge­leis­tet. Das Um­satz­po­ten­zi­al von Vas­ce­pa wird für 2017 auf mehr als 1 Mrd. $ ge­schätzt.

Wie lan­ge das Mit­tel ein Block­bus­ter bleibt, hängt je­doch da­von ab, ob es den NCE-Sta­tus be­kommt. Dann näm­lich wür­de sich der Schutz vor Nach­ah­mer­prä­pa­ra­ten um fünf Jah­re ver­län­gern. Für Phar­ma­kon­zer­ne wie Te­va oder AstraZe­ne­ca, de­nen In­ter­es­se an Ama­rin nach­ge­sagt wird, ist dies ein kauf­ent­schei­den­des Ar­gu­ment. BASF hat sich mit Ama­rinRi­va­lin Pro­no­va ge­stärkt (vgl. Sei­te 15).

Ähn­lich­kei­ten mit der Ri­va­lin

Pro­no­va lie­fert ein Ome­ga-3-Prä­pa­rat an Gla­xoS­mit­hK­li­ne. Ge­ra­de we­gen der Ähn­lich­kei­ten mit dem Ama­rin-Mit­tel dürf­te sich die Ent­schei­dung der US-Ge­sund­heits­be­hör­de so lan­ge hin­aus­zö­gern.

Ama­rin ar­bei­tet noch mit Ver­lust, wie bei Bio­tech-Un­ter­neh­men üb­lich. Al­les hängt nun vom FDA-Ent­scheid ab. Seit An­fang Jahr sind die Ti­tel um fast 60% ge­stie­gen. Auf­wärts­po­ten­zi­al gibt es, wenn sich nach ei­nem Ja der Be­am­ten ein Käu­fer fin­det. Ri­si­ko­fä­hi­ge An­le­ger po­si­tio­nie­ren sich bei Rück­schlä­gen.

Kurz no­tiert Schweiz Ta­me­dia ex­pan­diert nach Dä­ne­mark: Die Pend­ler­zei­tung «20 Mi­nu­ten» der Ta­me­dia-Grup­pe (inkl. FuW) er­wirbt auf An­fang 2013 Me­troX­press Den­mark, die Her­aus­ge­be­rin der Gra­tis­blät­ter «me­troX­press» und «24ti­mer». «Me­troX­press» (Auf­la­ge 350 000) er­reicht als reich­wei­ten­stärks­te dä­ni­sche Zei­tung 730 000 Le­ser. Der Ver­lag er­zielt gut 25 Mio. € Um­satz p. a. Der für die Trans­ak­ti­on re­le­van­te Un­ter­neh­mens­wert be­läuft sich auf ei­nen nied­ri­gen zwei­stel­li­gen Eu­ro­mil­lio­nen­be­trag. PK-Son­der­be­las­tung für Flug­ha­fen Zürich: Der Ent­scheid des Flug­ha­fens Zürich, bei der sa­nie­rungs­be­dürf­ti­gen BVK Per­so­nal­vor­sor­ge des Kan­tons Zürich zu blei­ben, hat ei­nen nicht li­qui­di­täts­wirk­sa­men Net­to­auf­wand von 95 bis 110 Mio. Fr. zur Fol­ge, der im Ge­schäfts­er­geb­nis 2012 ver­bucht wird. Die FuW senkt die Ge­winn­schät­zung für 2012 ent­spre­chend um 17 auf 12.50 Fr. pro Ak­tie. Die Ti­tel no­tier­ten am Frei­tag­mit­tag un­ver­än­dert 403 Fr. Post ist auf Kurs: Die Post hat für die ers­ten neun Mo­na­te mit dem Vor­jahr ver­gleich­ba­re Zah­len vor­ge­legt. Der Um­satz liegt mit 6,3 Mrd. Fr. leicht hö­her als vor Jah­res­frist. Das Be­triebs­er­geb­nis ist vor­ab we­gen hö­he­rer Per­so­nal­auf­wen­dun­gen 1,8% auf 707 Mio. Fr. ge­sun­ken. Der Ge­winn glitt 1,2% auf 712 Mio. Fr. zu­rück. Ob­wohl die Post in al­len vier Kern­märk­ten Geld ver­dient hat, ragt Pos­tFi­nan­ce mit ei­nem Be­triebs­er­geb­nis von 497 Mio. Fr. her­aus. Für das gan­ze Jahr wird ein Ge­winn auf Vor­jah­res­hö­he (904 Mio. Fr.) er­war­tet. Un­ein­heit­li­che Bau­kon­junk­tur: Das Bau­haupt­ge­wer­be ist im drit­ten Quar­tal ins­ge­samt wei­ter ge­wach­sen. Der Um­satz stieg no­mi­nell 1,8% auf 5,5 Mrd. Fr. Das Wachs­tum war ge­trie­ben vom Woh­nungs­bau, der 3,6% zu­ge­legt hat. En­de Sep­tem­ber wa­ren 74 040 Woh­nun­gen im Bau – ein Re­kord. Im Tief­bau sank der Um­satz 5%. Der Auf­trags­ein­gang lag ins­ge­samt 9,2% tie­fer als vor Jah­res­frist. Li­fe­Watch noch nicht ei­nig mit Ak­tio­nä­ren: Die Ver­hand­lun­gen zwi­schen dem Tele­me­di­zin­un­ter­neh­men Li­fe­Watch und den op­po­nie­ren­den An­teils­eig­nern um den In­ves­tor Patrick Schild­knecht ver­lau­fen har­zig. Zwar ist nun im­mer­hin be­kannt, dass die ur­sprüng­lich im No­vem­ber vor­ge­se­he­ne a.o. GV am 23. Ja­nu­ar 2013 statt­fin­den wird. Noch im­mer ge­sucht wer­den aber zwei un­ab­hän­gi­ge VR-Kan­di­da­ten. Lon­za ver­kauft Ge­schäfts­be­reich in USA: Wie er­war­tet hat das Fein­che­mie­un­ter­neh­men Lon­za das Per­for­mance-Uretha­nes- und Or­ga­nics-Ge­schäft im nord­ame­ri­ka­ni­schen Bran­den­burg ver­kauft. Es stammt noch aus der Ak­qui­si­ti­on von Arch Che­mi­cals von ver­gan­ge­nem Jahr. Käu­fer ist das US-Un­ter­neh­men Mo­nu­ment Che­mi­cal. Vor Ort ar­bei­ten 250 Mit­ar­bei­ter für Lon­za. Zum Kauf­preis wur­den kei­ne wei­te­ren De­tails ge­nannt. Ana­lys­ten der Bank Von­to­bel schät­zen das Vo­lu­men der Trans­ak­ti­on auf 60 Mio. Fr.

Kurz no­tiert Aus­land Me­ga­fon-IPO bringt 1,7 Mrd. $: Die Ti­tel des rus­si­schen Mo­bil­fun­kers Me­ga­fon sind am Mitt­woch erst­mals in Lon­don und Moskau ge­han­delt wor­den. Sie ka­men mit 20 $ am un­te­ren En­de der Preis­span­ne (20 bis 25 $) an den Markt. Es ist der gröss­te Bör­sen­gang seit dem De­büt der Deutsch­lands­par­te von Te­le­fó­ni­ca En­de Ok­to­ber (1,9 Mrd. $). Ein Gross­teil des Emis­si­ons­er­lö­ses geht an Te­li­aSo­ne­ra, die ih­ren An­teil auf 29% ab­bau­te. Me­ga­fon no­tier­ten am Frei­tag­nach­mit­tag 21 $. Te­va will 1,5 bis 2 Mrd. $ Kos­ten ein­spa­ren: Der seit ver­gan­ge­nem Mai am­tie­ren­de neue Chef von Te­va Phar­maceu­ti­cal In­dus­tries, Je­re­my Le­vin, be­ginnt dem welt­gröss­ten Ge­ne­ri­ka­her­stel­ler sei­nen Stem­pel auf­zu­drü­cken. Nicht nur plant er ein um­fang­rei­ches Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm. Er stell­te für den am 11. De­zem­ber ge­plan­ten In­ves­to­ren­tag auch ei­ne weit­rei­chen­de Neu­for­mu­lie­rung der Kon­zern­stra­te­gie in Aus­sicht.

T-Mo­bi­le will mit dem Kauf von Me­tro PCS die Markt­füh­rer at­ta­ckie­ren – aber ei­ne grös­se­re Ge­fahr geht von Neu­ein­stei­gern wie Dish aus.

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