Stru­ki-rück­käu­fe sta­bil

Um­satz in Zer­ti­fi­ka­ten an der De­ri­vat­bör­se Scoach sinkt – An­la­gen in De­ri­va­ten neh­men leicht ab

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE - ANDRE­AS STO­CKER

Die Nach­fra­ge nach De­ri­va­ten sank von Ja­nu­ar bis Ok­to­ber deut­lich. Der Um­satz in struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten (Zer­ti­fi­ka­ten) und He­bel­pro­duk­ten ( Warrants) nahm im Ver­gleich zur Vor­jah­res­pe­ri­ode 40% auf 27,6 Mrd. Fr. ab. Das Han­dels­vo­lu­men an der Scoach misst zwar die Ak­ti­vi­tät der In­ves­to­ren, gibt aber kei­nen Auf­schluss dar­über, ob der Be­stand der aus­ste­hen­den Zer­ti­fi­ka­te zuo­der ab­nimmt.

Der De­ri­vat­han­del weist ge­wis­se Ei­gen­hei­ten auf. So ken­nen den Ge­samt­wert der im Pri­mär­markt ver­kauf­ten Pro­duk­te bloss die Ban­ken. Die­se Da­ten wer­den von ih­nen gut ge­hü­tet. Der ge­plan­te Um­fang ei­ner Emis­si­on wird zwar von den An­bie­tern in der Pro­dukt­bro­schü­re ( Terms­heet) aus­ge­wie­sen, an­ders als bei zu Ob­li­ga­tio­nen wird die tat­säch­li­che Emis­si­ons­grös­se aber nicht an­ge­ge­ben.

Ei­gen­hei­ten von Stru­ki

Es kommt hin­zu, dass der Ge­samt­wert der aus­ste­hen­den Pro­duk­te nach der Emis­si­on nicht sta­bil bleibt. Er ver­än­dert sich im Se­kun­där­markt, denn die An­le­ger han­deln nicht un­ter­ein­an­der, son­dern mit dem Emit­ten­ten bzw. dem Mar­ket Ma­ker. An­ders als in An­lei­hen oder Ak­ti­en be­stimmt der Mar­ket Ma­ker die Prei­se von struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten. Er ist aus­ser­dem da­für ver­ant­wort­lich, dass fort­lau­fend Geld- und Bri­ef­kur­se – und aus­rei­chen­des Vo­lu­men – ge­stellt wer­den. Je nach In­sti­tut kann sich das Mar­ket Ma­king un­ter­schei­den. Un­ter den gröss­ten An­bie­tern ra­gen EFG FP, ZKB, Ju­li­us Bär und Von­to­bel als gu­te Mar­ket Ma­kers her­vor (vgl. Gra­fik). Dies ist dem PMMI-In­dex des De­ri­vat­ma­ga­zins «Pay­off» zu ent­neh­men, der auf den Da­ten der Bör­se be­ruht.

Wie die Ge­schäf­te der Emit­ten­ten lau­fen, weist der «Scoach Markt­re­port» vom Ok­to­ber aus, er ent­hält die so­ge­nann­te Buy-back-Sta­tis­tik. Ein Wert über 50% be­sagt, dass das Vo­lu­men an zu­rück­ge­nom­me­nen In­stru­men­ten hö­her ist als der Ge­samt­wert der ver­kauf­ten Pro­duk­te. Zu­erst ent­fer­nen wir je­doch die He­bel­pro­duk­te aus der Glei­chung, denn sie ver­fäl­schen das Bild. In der Re­gel wer­den sie nur an der Bör­se ge­han­delt und nicht im Pri­mär­markt ge­zeich­net. In­ves­to­ren tren­nen sich von die­sen In­stru­men­ten vor Ver­fall. Des­halb be­trägt ihr Buy-back-Ra­tio-Mit­tel­wert 50%. Es ver­blei­ben An­la­ge­pro­duk­te, da­zu ge­hö­ren In­stru­men­te der Ka­te­go­rie Par­ti­zi­pa­ti­on, Ren­di­te­opti­mie­rung und

Mar­ket Ma­king der Emit­ten­ten an der Scoach Ka­pi­tal­schutz. Ei­ne Buy-back Ra­tio von 55 bis 60% in An­la­ge­pro­duk­ten ist gän­gig. Die Pa­pie­re wer­den meist im Pri­mär­markt er­wor­ben. Die­se Käu­fe wer­den im Ge­gen­satz zu Trans­ak­tio­nen im Se­kun­där­markt nicht er­fasst, da­her ver­schiebt sich die Buy-back Ra­tio auf über 50%.

Ka­pi­tal­schutz ver­äus­sert

Und wo no­tie­ren die Rück­kaufs­wer­te? Chris­ti­an Reuss, CEO der Scoach, er­klärt: «Für den Ge­samt­markt ist die Buy-back Ra­tio En­de Ok­to­ber un­ter den his­to­ri­schen Durch­schnitt ge­fal­len, was in der Ten­denz ein po­si­ti­ves Zei­chen ist.» Er fügt an, dass sich die Buy-back Ra­tio ins­ge­samt seit Be­ginn des Jah­res um den Mit­tel­wert her­um ein­ge­pen­delt ha­be.

Der Mit­tel­wert der Buy-back Ra­tio seit En­de 2010 be­trägt in Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­duk­ten 57,7%, in Ren­di­te­opti­mie­rungs­pro­duk­ten 51,4%. In Ka­pi­tal­schutz­pro- duk­ten be­läuft er sich auf 62,3%. Reuss er­gänzt: «Vor al­lem Par­ti­zi­pa­ti­ons- und Ren­di­te­opti­mie­rungs­pro­duk­te wur­den von An­le­gern nach­ge­fragt, wäh­rend Ka­pi­tal­schutz­pro­duk­te eher ver­kauft wur­den.» Bei letz­te­ren Pa­pie­ren ha­ben die Rück­käu­fe der Emit­ten­ten jüngst deut­lich zu­ge­nom­men (vgl. Gra­fik). Da die Vo­lu­men an der Scoach aber ge­ring sei­en, sei die Aus­sa­ge­kraft der Buy-back-Sta­tis­tik der­zeit aber et­was ge­schmä­lert, so Reuss.

Die Buy-back-Sta­tis­tik deu­tet auf leicht ab­neh­men­de An­la­gen in Zer­ti­fi­ka­ten hin. Dies ist auch mit den Zah­len des Sta­tis­ti­schen Mo­nats­hefts der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank SNB kon­gru­ent. Ge­mäss SNB ha­ben die Ver­mö­gen in De­ri­va­ten in den De­pots der Ban­ken der Schweiz seit An­fang 2012 um 5,1 Mrd. auf 182 Mrd. Fr. ab­ge­nom­men (Stand Au­gust). Da­mit die Ver­mö­gen in struk­tu­rier­ten Pro­duk­ten wie­der zu­neh­men, muss sich die Stim­mung an den Bör­sen erst ver­bes­sern.

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