Ent­span­nung al­lent­hal­ben

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

Mi­nis­ter­prä­si­dent Ma­rio Mon­ti kann auf­at­men. Bis auf ei­nen Rest an drei­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen (BTP) und Geld­markt­pa­pie­ren (BOT), der Mit­te De­zem­ber auk­tio­niert wird, ist Ita­li­ens Jah­res-Fi­nan­zie­rungs­soll 2012 von 460 bis 465 Mrd. € so gut wie un­ter Dach und Fach. Und zwar zu­letzt zu noch­mals güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen. Das Schatz­amt in Rom ver­stei­ger­te am Don­ners­tag 2,982 Mrd. € an fünf­jäh­ri­gen BTP und wei­te­re 3 Mrd. € an BTP mit Fäl­lig­keit No­vem­ber 2022. Da­mit wur­de das Ma­xi­mal­ziel (6 Mrd. €) na­he­zu er­reicht. Wäh­rend die Nach­fra­ge mit Über­zeich­nungs­quo­ten von 1,24 und 1,18 ver­gleichs­wei­se ver­hal­ten war, san­ken die Durch­schnitt­ren­di­ten um 57 Ba­sis­punk­te (Bp) auf 3,23% (fünf Jah­re) bzw. um 47 Bp auf 4,45%. So nied­ri­ge Zin­sen hat Ita­li­en seit ein­ein­halb Jah­ren nicht mehr ge­zahlt. Kurz nach dem un­rühm­li­chen En­de der frü­he­ren Re­gie­rung Ber­lus­co­ni, im No­vem­ber 2011, muss­te es für zehn­jäh­ri­ge BTP noch 7,56% Ren­di­te bie­ten. Nach frü­he­ren An­ga­ben aus dem ita­lie­ni­schen Schatz­amt dürf­te der Fi­nan­zie­rungs­be­darf 2013 rund 10% un­ter dem dies­jäh­ri­gen Ni­veau blei­ben. Wenn al­les glatt läuft; im März ste­hen Neu­wah­len an, und es ist un­ge­wiss, ob Pre­mier Mon­ti ein zwei­tes Man­dat er­hält.

Nach der Ei­ni­gung zwi­schen EU, EZB und IWF über das Ret­tungs­pa­ket für Grie­chen­land hat sich die La­ge am eu­ro­päi­schen An­lei­hen­markt wei­ter ent­spannt. Das schlug sich für Ita­li­en und Spa­ni­en be­reits an den Vor­ta­gen in sin­ken­den Zin­sen bei der Re­fi­nan­zie­rung von Geld­markt­pa­pie­ren und Schatz­zer­ti­fi­ka­ten nie­der. Auch am Se­kun­där­markt ten­dier­ten im Wo­chen­ver­lauf die Zehn­jah­res­ren­di­ten Ita­li­ens, Spa­ni­ens, aber auch Deutsch­lands nach un­ten. Die Auf­sto­ckung der fünf­jäh­ri­gen deut­schen Bun­des­ob­li­ga­ti­on er­gab am Mitt­woch ei­ne Ren­di­te von 0,41%, nach 0,42% vor Mo­nats­frist.

Bel­gi­en hat im Ok­to­ber sein Haus­halts­de­fi­zit ge­gen­über Ok­to­ber 2011 um rund 2,7 Mrd. € ge­senkt. Nach den Zah­len für die ers­ten zehn Mo­na­te hat Bel­gi­en sei­nen Kon­so­li­die­rungs­be­darf für 2012 er­füllt und so­gar ei­nen deut­li­chen Puf­fer auf­ge­baut, lobt die Com­merz­bank. Die Staats­fi­nan­zen dürf­ten da­mit auf Kurs blei­ben, selbst wenn im No­vem­ber und De­zem­ber noch ne­ga­ti­ve Über­ra­schun­gen auf­tre­ten soll­ten.

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