Auch 2013 gehts auf­wärts

EDEL­ME­TAL­LE Struk­tur­wan­del in der Nach­fra­ge – In­ves­to­ren statt Schmuck­käu­fer

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - TO­BI­AS MERATH,

Die Edel­me­tall­märk­te ha­ben die­ses Jahr deut­li­che Preis­schwan­kun­gen er­lebt. Nach ei­ner star­ken Pha­se zu Jah­res­be­ginn sind die Prei­se im zwei­ten und drit­ten Quar­tal deut­lich ge­fal­len. Erst im Au­gust und Sep­tem­ber setz­te er­neut ei­ne Er­ho­lung ein. Trotz die­ser Preis­aus­schlä­ge dürf­te 2012 als gu­tes Jahr für Edel­me­tall­an­le­ger in Er­in­ne­rung blei­ben – dies vor al­lem, da die Per­for­mance trotz al­lem äus­serst gut aus­ge­fal­len ist. In Dol­lar ist der Gold­preis seit Jah­res­be­ginn et­was mehr als 10% ge­stie­gen.

Der­zeit fin­det an den Edel­me­tall­märk­ten ein Struk­tur­wan­del statt. Ein im­mer grös­se­rer Teil der Ge­samt­nach­fra­ge geht auf Käu­fe zu In­ves­ti­ti­ons­zwe­cken zu­rück. Auch Zen­tral­ban­ken er­wer­ben zu­neh­mend Edel­me­tal­le. Die tra­di­tio­nel­le Schmuck­nach­fra­ge da­ge­gen schwä­chelt auf­grund der ho­hen Prei­se. Vor al­lem in In­di­en – dem welt­weit gröss­ten Kon­su­men­ten von Gold­schmuck – gibt es auch zu­neh­mend po­li­ti­sche In­ter­ven­tio­nen, um Gold we­ni­ger at­trak­tiv zu ma­chen. In­di­en hat ein Han­dels­bi­lanz­de­fi­zit, und die Po­li­tik ver­sucht, durch Re­gu­lie­rung und Zöl­le die Gold­im­por­te der Be­völ­ke­rung zu re­du­zie­ren, um das Han­dels­bi­lanz­de­fi­zit zu ver­klei­nern.

Die­ser Struk­tur­wan­del weg von der Schmuck­nach­fra­ge und hin zur Nach­fra­ge nach Gold von An­le­gern und Zen­tral­ban­ken führt zu ei­ner Ve­rän­de­rung der Preis­trei­ber für Gold. So hängt die Nach­fra­ge nach Schmuck haupt­säch­lich von der wirt­schaft­li­chen La­ge ab, zu­dem ist sie recht preis­sen­si­tiv. Dem­nach kann sich ein ho­her Gold­preis schnell un­güns­tig auf die Schmuck­nach­fra­ge aus­wir­ken.

Die Nach­fra­ge nach Gold als Geld­an­la­ge folgt je­doch an­de­ren Re­geln. Die In­ves­ti­ti­ons­nach­fra­ge ist we­ni­ger preis­sen­si­tiv. Stei­gen­de Gold­no­tie­run­gen zie­hen In­ves­to­ren oft­mals an, wäh­rend Schmuck­käu­fer da­von eher ab­ge­schreckt wer­den. An­le­ger ach­ten zu­dem auch auf Op­por­tu­ni­täts­kos­ten.

Gold und Sil­ber Ei­ne An­la­ge in Gold wirft kei­ne Zin­sen oder Di­vi­den­den ab. Wenn Spar­kon­ti und Ob­li­ga­tio­nen ho­he Ren­di­ten ab­wer­fen ist Gold da­her ver­gleichs­wei­se un­at­trak­tiv. In Zei­ten tie­fer Zin­sen sind die An­le­ger je­doch zu­neh­mend ge­willt, in Gold zu in­ves­tie­ren. Zu­dem ist phy­si­sches Gold ei­ne der we­ni­gen An­la­ge­mög­lich­kei­ten, die kein Ge­gen­par­tei­ri­si­ko auf­wei­sen. Das ist haupt­säch­lich für Zen­tral­ban­ken wich­tig.

Für das kom­men­de Jahr ist da­von aus­zu­ge­hen, dass all die­se Fak­to­ren ein The­ma blei­ben wer­den. An­ge­sichts tie­fer In­fla­ti­ons­ra­ten und nach wie vor recht schwa­cher Wachs­tums­zah­len dürf­te die Po­li­tik re­kord­tie­fer Zin­sen an­hal­ten. Mit Blick auf die ho­hen Staats­schul­den soll­te das The­ma Ge­gen­par­tei­ri­si­ko so­gar bei Staats­ob­li­ga­tio­nen auf der Agen­da blei­ben.

Es ist al­so da­mit zu rech­nen, dass die Nach­fra­ge nach Gold von Zen­tral­ban­ken und von Pri­vat­an­le­gern sub­stan­zi­ell blei­ben wird. Dem­ent­spre­chend dürf­te 2013 auch der Gold­preis wei­ter zu­le­gen. Al­ler­dings dürf­ten die Zu­ge­win­ne auf­grund der ab­neh­men­den Un­si­cher­heit in Be­zug auf den Wirt­schafts­aus­blick mo­de­ra­ter aus­fal­len als noch in die­sem Jahr.

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