Al­piq ver­liert an Ein­fluss

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Finanz und Wirtschaft - - ENERGIE - CC

Al­piq kommt mit dem Ver­kauf des Re­power-An­teils dem an­ge­streb­ten Schul­den­ab­bau um 1,5 bis 2 Mrd. Fr. bis En­de 2014 nä­her. Das Un­ter­neh­men geht aus heu­ti­ger Sicht da­von aus, die­ses Ziel im ge­plan­ten Zei­t­raum zu rea­li­sie­ren, wie ein Spre­cher ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft» er­klär­te. Über den Er­lös der Trans­ak­ti­on herrscht Still­schwei­gen. Die Dif­fe­renz zum Buch­wert sei ge­ring, war auf An­fra­ge zu er­fah­ren. Das Ak­ti­en­pa­ket könn­te dem Schwei­zer Ener­gie­kon­zern schät­zungs­wei­se rund 150 Mio. Fr. ein­brin­gen.

Für Al­piq steht die Trans­ak­ti­on in ei­ner gan­zen Rei­he von De­ves­ti­tio­nen. Die Ge­sell­schaft will Be­las­tun­gen ab­bau­en, die durch In­ves­ti­tio­nen im Aus­land ent­stan­den sind. In Zei­ten ho­her Strom­nach­fra­ge und at­trak­ti­ver Prei­se im Gross­han­del hat­te Al­piq ex­pan­diert. Nun zieht sich der Kon­zern Zug um Zug zu­rück: In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten wur­de un­ter an­de­rem das Ge­schäfts­feld Ener­gie­ver­sor­gungs­tech­nik in Deutsch­land an ei­ne Toch­ter des fran­zö­si­schen Bau­kon­zerns Vin­ci ver­kauft, eben­so der fin­ni­sche Di­enst­leis­ter Ener­gia­kol­mio so­wie die 20%-Be­tei­li­gung an der ita­lie­ni­schen Edi­power.

Im Ge­gen­satz zu den Aus­land­be­tei­li­gun­gen han­delt es sich im Fall von Re­power aber um ein stra­te­gi­sches In­vest­ment im In­land. Die Schwei­zer Ver­sor­ger­land­schaft ist von Be­tei­li­gun­gen an Bran­chen­nach­barn – auch über Kreuz – ge­prägt. Dass Al­piq sich zu die­sem Schritt ent­schie­den hat, un­ter­streicht, dass der Schul­den­ab­bau dring­lich ist. Per En­de 2011 be­lief sich die Net­to­ver­schul­dung auf das 4,1-Fa­che des (um Son­der­ef­fek­te be­rei­nig­ten) ope­ra­ti­ven Er­geb­nis­ses vor Zin­sen, Steu­ern und Ab­schrei­bun­gen (Ebit­da). Un­ter Ein­be­zug der fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen aus Part­ner­kraft­wer­ken wä­re der Ver­schul­dungs­grad noch hö­her.

Von ei­nem zwei­ten stra­te­gi­schen In­vest­ment in der Schweiz hat sich Al­piq nicht ganz ge­trennt. Für das Pump­spei­cher­kraft­werk Nant de Dran­ce hol­te die Ge­sell­schaft im Sep­tem­ber mit den In­dus­tri­el­len Wer­ken Ba­sel (IWB) ei­nen wei­te­ren Part­ner ins Boot. Die In­ves­ti­ti­ons­ver­pflich­tung re­du­zier­te sich für Al­piq um rund 300 Mio. Fr. Die Ak­tio­nä­re an Nant de Dran­ce sind ne­ben Al­piq (39%) und neu IWB (15%) noch SBB (36%) und der re­gio­na­le Ver­sor­ger FMV (10%). Die 1,8 Mrd. Fr. teue­re An­la­ge mit 900 Me­ga­watt Tur­bi­nen­leis­tung soll den Be­trieb ab 2017 schritt­wei­se auf­neh­men.

Die An­fang 2009 aus der Fu­si­on von Atel und Eos ent­stan­de­ne Al­piq wird aus der Re­struk­tu­rie­rung deut­lich klei­ner her­vor­ge­hen, mit we­ni­ger En­ga­ge­ment im Aus­land. Aus An­le­ger­sicht ist zu be­ach­ten, dass das Un­ter­neh­men noch zum Mit­tel der Ka­pi­tal­er­hö­hung grei­fen könn­te, um sich mehr fi­nan­zi­el­len Spiel­raum zu ver­schaf­fen. Auch weil mit den Jah­res­zah­len nach dem Mil­li­ar­den­ab­schrei­ber von 2011 ei­ne er­neu­te, grös­se­re Wert­be­rich­ti­gung an­ge­kün­digt ist, emp­feh­len sich En­ga­ge­ments ge­gen­wär­tig nicht.

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