Swiss Re im Geld­streit mit eins­ti­gem Ret­ter

SCHWEIZ War­ren Buf­fetts Hol­ding Berk­shire wirft Swiss Re 1 Mrd. $ teu­re Ab­wick­lungs­feh­ler vor

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - THO­MAS HENGARTNER

Vor vier Jah­ren be­währ­te sich das US-Kon­glo­me­rat Berk­shire Hat­ha­way mit ei­nem kurz­fris­tig aus­ge­rich­te­ten Wan­del­dar­le­hen von 3 Mrd. Fr. als Hel­fer in der Not, in die Swiss Re we­gen Klum­pen­po­si­tio­nen in Kre­dit­de­ri­va­ten (Cre­dit De­fault Swaps) ge­ra­ten war. Nun steht die von War­ren Buf­fett kon­trol­lier­te Ge­sell­schaft in ei­ner bit­te­ren Aus­ein­an­der­set­zung mit der Schwei­zer Rück. Berk­shire Hat­ha­way be­haup­tet, als Rück­ver­si­che­rer von Swiss Re we­gen an­geb­li­cher Ab­wick­lungs­feh­ler ei­nen Scha­den von 0,5 bis 1 Mrd. $ zu er­lei­den.

Die «saf­ti­ge» Ge­schich­te mach­te zu Wo­chen­be­ginn die Run­de. Die Fach­pu­bli­ka­ti­on «In­suran­ce In­si­der» mut­mass­te in ei­nem am Mon­tag ver­öf­fent­lich­ten Ar­ti­kel über den Aus­gang des Dis­puts, den Swiss Re vor Mo­nats­frist auf ei­ner der hin­ters­ten Sei­ten des Neun­mo­nats­be­rich­tes dar­ge­legt hat­te. Im We­sent­li­chen geht es um den Trans­fer von Prä­mi­en und Ri­si­ken aus US-Le­bens­ver­si­che­rungs­kon­trak­ten, die Swiss Re vor 2004 ein­ge­gan­gen ist. Die Haf­tungs­gren­ze für Berk­shire Hat­ha­way liegt da­bei auf 1,5 Mrd. $.

Das Aus­mass der in den bis­he­ri­gen Kon­trakt­jah­ren in Rech­nung ge­stell­ten Par­ti­zi­pa­ti­on hat den US-Kon­zern of­fen­bar zur Über­zeu­gung ge­bracht, die vom Schwei­zer Un­ter­neh­men an­ge­wen­de­ten Ta­rif­mo­del­le und Scha­den­ab­rech­nungs­ver­fah­ren ver­letz­ten Bran­chen­stan­dards. Swiss Re will auf An­fra­ge von «Fi­nanz und Wirt­schaft» nicht zum ak­tu­el­len Stand des Streits Stel­lung be­zie­hen. Im Neun­mo­nats­be­richt hat­te der Rück­ver­si­che­rer ver­merkt, die An­schul­di­gun­gen ent­behr­ten je­der Grund­la­ge. Al­ler­dings sei nicht aus­zu­schlies­sen, dass es zu ei­ner ge­richt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung kom­me, de­ren Aus­gang nicht vor­her­seh­bar wä­re.

Der Zwist be­las­tet die lang­jäh­rig eta­blier­ten Kon­tak­te. Berk­shire Hat­ha­way ist durch mehr- wie auch min­der­heit­lich kon­trol­lier­te Un­ter­neh­men in ei­ner Viel­zahl von Bran­chen tä­tig. Aus dem Ver­si­che­rungs­ge­schäft wird ein we­sent­li­cher Ge­winn­an­teil be­zo­gen. Der US-Kon­zern Berk­shire-Kon­troll­ak­tio­när mo­niert un­kor­rek­tes Ge­schäfts­ge­ba­ren. hält 3,1% des Ka­pi­tals von Swiss Re. Noch bis En­de des Jah­res par­ti­zi­piert er aus­ser­dem über ei­nen Ge­schäfts­tei­lungs­ver­trag an 20% des ge­sam­ten Sach­rück­ver­si­che­rungs­vo­lu­mens von Swiss Re.

Selbst wenn der ak­tu­el­le Zwist mit ei­nem Ver­gleich en­det, be­ru­higt doch die Ei­gen­ka­pi­tal­pols­te­rung von Swiss Re von 33 Mrd. $. Die Ak­ti­en des Schwei­zer Ver­si­che­rers ge­wan­nen nach der Berk­shireNot­hil­fe vor drei­ein­halb Jah­ren rasch wie­der das vor­an­ge­gan­ge­ne Ni­veau. Über den Zei­t­raum lie­gen sie gleich­auf mit den Berk­shire-Va­lo­ren und dem Swiss Per­for­mance In­dex.

War­ren Buf­fett

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