Die Maus frisst das Kro­ko­dil

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GH

Wenn zwei sich strei­ten, freut sich der Drit­te. Das trifft auf die Fa­mi­li­en­tra­gö­die La­cos­te zu. Am Schluss re­gier­te auf der Sei­te von La­cos­te nur noch Gier und Ra­che. Da­bei hat­te al­les so gut be­gon­nen. Der er­folg­rei­che fran­zö­si­sche Ten­nis­spie­ler Re­né La­cos­te grün­de­te das Be­klei­dungs­un­ter­neh­men mit dem welt­be­kann­ten Lo­go des Kro­ko­dils. Re­né La­cos­tes Spitz­na­me als Ten­nis­spie­ler lau­te­te Kro­ko­dil. Das be­kann­tes­te Klei­dungs­stück ist das Po­lo­hemd, das La­cos­te zu­nächst für den ei­ge­nen Be­darf als Ten­nis­hemd ent­wor­fen hat­te. Der Fa­mi­li­en­streit be­gann schon nach dem Tod des Fir­men­grün­ders. Re­né La­cos­tes Sohn Mi­chel hat­te 2008 sei­nen be­reits als Nach­fol­ger de­si­gnier­ten Sohn Phil­ip­pe aus der Geschäftsführung ver­drängt. Schon da­mals ver­such­te die Grup­pe Maus Frè­res, die über De­v­an­lay mit 35% be­tei­ligt

Das Im­pe­ri­um Maus Frè­res war, die Kon­trol­le zu über­neh­men. Das schei­ter­te aber am Wi­der­stand der 22 La­cos­teFa­mi­li­en­mit­glie­der. Maus liess nie von ih­rem Vor­ha­ben ab, sich La­cos­te ein­zu­ver­lei­ben. Sie in­ves­tier­te er­folg­reich in die Mar­ke, ver­jüng­te sie und bau­te un­ter an­de­rem ei­ne Da­men­kol­lek­ti­on auf. 2011 er­ziel­te La­cos­te ei­nen Re­kord­um­satz von 1,6 Mrd. €.

Im Sep­tem­ber kam dann die Chan­ce von Maus Frè­res, als So­phie La­cos­te-Dour­nel zur Vor­sit­zen­den er­nannt wur­de. Mi­chel La­cos­te sprach sei­ner Toch­ter kur­zer­hand je­de Kom­pe­tenz ab und ver­kauf­te zu­sam­men mit zehn an­de­ren Fa­mi­li­en­mit­glie­dern sei­ne An­tei­le (30%) an Maus Frè­res. Sei­ner Toch­ter So­phie blieb nichts an­de­res üb­rig, als ih­re An­tei­le (28%) auch zu ver­kau­fen. Das sei die ein­zi­ge, wenn auch sehr schmerz­li­che Lö­sung, sag­te sie den An­ge­stell­ten.

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