Te­le­fó­ni­ca plant zwei­ten Streich

SPA­NI­EN

Finanz und Wirtschaft - - TECHNOLOGIE/KONSUM - DM,

Mit der Grün­dung ei­ner Zwi­schen­hol­ding be­rei­tet die hoch ver­schul­de­te Tele­com­grup­pe Te­le­fó­ni­ca den Bör­sen­gang ei­nes Teils ih­rer Latein­ame­ri­kaak­ti­vi­tä­ten vor. Wie die spa­ni­sche Zei­tung «Ex­pan­sión» mel­det, wird ein Bör­sen­gang in New York ge­prüft. Ge­mäss Aus­sa­gen von Kon­zern­chef Cé­sar Alier­ta in der «Fi­nan­ci­al Ti­mes» (Mon­tags­aus­ga­be) könn­te ein An­teil von 10 bis 15% am Latein­ame­ri­ka­ge­schäft an pri­va­te An­le­ger ab­ge­ge­ben wer­den. Mit ei­ner Kotierung wür­de deut­lich, dass die Sum­me der Tei­le von Te­le­fó­ni­ca mehr wert sei als die Grup­pe ins­ge­samt, sag­te Alier­ta. Das in Madrid ko­tier­te Mut­ter­haus kommt der­zeit auf ei­nen Bör­sen­wert von rund 45 Mrd. € – halb so viel wie vor drei Jah­ren.

Die Bank Espi­ri­to San­to schätzt da­bei al­lein den Wert der süd­ame­ri­ka­ni­schen Ak­ti­vi­tä­ten, die rund 210 Mio. Kun­den­ver­trä­ge um­fas­sen, auf gut 39 Mrd. €. So könn­te ein Bör­sen­gang über 4 Mrd. € ein­brin­gen. Te­le­fó­ni­ca ist mit der Spar­te Te­le­fó­ni­ca La­ti­no­amé­ri­ca un­ter an­de­rem in Bra­si­li­en, Ar­gen­ti­ni­en, Pe­ru und Chile prä­sent. Der bra­si­lia­ni­sche Markt zählt zu den wachs­tums­stärks­ten und dürf­te wohl in ei­nem Bör­sen­gang ent­hal­ten sein. Die Spar­te er­reich­te in den ers­ten neun Mo­na­ten (per En­de Sep­tem­ber) 22,6 Mrd. € Um­satz und ein ope­ra­ti­ves Er­geb­nis (OIBDA) von 7,9 Mrd. €. Die im Jah­res­ver­gleich von 36,3 auf 35% rück­läu­fi­ge Mar­ge weist aber auf Schwie­rig­kei­ten auch in Re­gio­nen mit kräf­ti­gem Wachs­tum hin, den An­teil an der Wert­schöp­fung im Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sek­tor zu ver­tei­di­gen.

So kürzt der bra­si­lia­ni­sche Re­gu­la­tor die Netz­nut­zungs­ge­büh­ren ( Ter­mi­nie­rungs­ent­gel­te), und in Pe­ru wur­den neue Steu­ern für die Nut­zung von Mo­bil­funk­spek­tren er­ho­ben, was Min­der­ein­nah­men für Te­le­fó­ni­ca be­deu­tet. Auch ist die Si­tua­ti­on auf dem ar­gen­ti­ni­schen Markt (In­fla­ti­on) schwie­rig. Nicht nur Espi­ri­to San­to geht des­we­gen da­von aus, dass ein Bör­sen­gang die­ser Ak­ti­vi­tä­ten, wenn er denn kommt, kein Selbst­läu­fer wird.

Erst En­de Ok­to­ber hat Te­le­fó­ni­ca 23,2% ih­rer Deutsch­lands­par­te in Frankfurt für 1,45 Mrd. € auf das Par­kett ge­bracht. Die Ti­tel, die zu 5.60 € emit­tiert wur­den und ei­ne ge­schätz­te Di­vi­den­den­ren­di­te von 7,6% (2013) auf­wei­sen, no­tier­ten am Di­ens­tag 5.76 €. Bis Jah­res­en­de will Te­le­fó­ni­ca, die un­ter der Kri­se auf ih­rem Hei­mat­markt und den da­mit ver­bun­de­nen schwa­chen Kre­dit­ra­tings lei­det, die Ver­schul­dung auf rund 50 Mrd. € (En­de Sep­tem­ber 56 Mrd. €) ab­bau­en.

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