Glen­co­re Xstra­ta mischt Roh­stoff­sek­tor auf

IN­TER­NA­TIO­NAL Kom­bi­nier­tes Un­ter­neh­men hat Wett­be­werbs­vor­teil ge­gen­über fi­nan­zi­ell schwä­che­ren Ge­sell­schaf­ten – Re­gu­lie­rungs­druck auf Bran­che nimmt zu

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE - MAR­TIN GOLLMER

Nach der am 20. No­vem­ber be­schlos­se­nen Über­nah­me des Berg­bau­kon­zerns Xstra­ta durch das Roh­stoff­han­dels­haus Glen­co­re wird in der Roh­stoff­bran­che nichts mehr sein wie zu­vor. Das kom­bi­nier­te Un­ter­neh­men, das zweit­gröss­te in der Welt ge­mes­sen am Um­satz und das glo­bal viert­gröss­te ge­mes­sen am Bör­sen­wert, kann dank ge­ein­tem Ma­nage­ment ef­fi­zi­en­ter agie­ren und hat dank star­ker Bi­lanz mehr fi­nan­zi­el­le Feu­er­kraft für Ak­qui­si­tio­nen im Berg­bau­sek­tor und mehr Preis­macht im Roh­stoff­han­del. Die Me­ga-Trans­ak­ti­on wird aber auch den welt­wei­ten Trend zu mehr Re­gu­lie­rung im Roh­stoff­sek­tor be­schleu­ni­gen. An­le­gern er­öff­net Glen­co­re Xstra­ta in­ter­es­san­te Per­spek­ti­ven.

Zwar hat Glen­co­re Xstra­ta aus der ehe­ma­li­gen Süd­elek­tra her­aus ent­wi­ckelt. Und auch hielt Glen­co­re schon bis­her 34% an Xstra­ta, so­dass Letz­te­re kei­ne wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen oh­ne Ers­te­re tref­fen konn­te. Und doch kann der fu­sio­nier­te Roh­stoff­gi­gant nach An­sicht von Bran­chen­ken­nern mehr er­rei­chen, als wenn die bei­den Kon­zer­ne ge­trennt han­deln wür­den. Glen­co­re Xstra­ta ha­be jetzt ei­ne Struk­tur, ei­nen Ver­wal­tungs­rat, ein Ma­nage­ment und ei­ne Stra­te­gie. «Das ist sehr wich­tig auf ei­nem kom­pe­ti­ti­ven Markt», sagt ein un­ab­hän­gi­ger, in­ti­mer Bran­chen­ex­per­te. «Glen­co­re Xstra­ta kann nun ko­hä­ren­ter und schnel­ler agie­ren als zu­vor.»

Bi­lanz ver­leiht Kraft

Zu­dem wer­de die «Wachs­tums­ge­schwin­dig­keit zu­neh­men», weiss der Be­ob­ach­ter, der nicht na­ment­lich in der «Fi­nanz und Wirt­schaft» ge­nannt wer­den will. Der Grund sei, dass das ge­ein­te Un­ter­neh­men ei­ne grös­se­re und stär­ke­re Bi­lanz auf­wei­se. Da­durch kön­ne ei­ner­seits ein­fa­cher und güns­ti­ger Geld auf­ge­nom­men wer­den für Ak­qui­si­tio­nen, und an­de­rer­seits könn­ten grös­se­re Über­nah­men leich­ter ge­stemmt wer­den. «Das gibt Glen­co­re Xstra­ta ei­nen Wett­be­werbs­vor­teil ge­gen­über fi­nan­zi­ell schwä­che­ren Kon­kur­ren­ten», ist der Ex­per­te über­zeugt.

Die grös­se­re und stär­ke­re Bi­lanz von Glen­co­re Xstra­ta wird aber nach An­sicht des Bran­chen­in­si­ders auch den glo­ba­len Roh­stoff­han­del be­ein­flus­sen. «Sie kann bes­se­re An­ge­bo­te beim Kauf und Ver­kauf von Roh­stof­fen ma­chen», sagt er. Das kom­bi­nier­te Un­ter­neh­men sei in der La­ge, grös­se­re Men­gen zu er­wer­ben und des­halb ei­nen güns­ti­ge­ren Ein­kaufs­preis aus­zu­han­deln. Auf der an­de­ren Sei­te kön­ne es ei­nem Ab­neh­mer ei­nen grös­se­ren Kre­dit ge­wäh­ren und so ei­nen hö­he­ren Ab­satz­preis durch­set­zen.

Ein neu­es Mo­dell ei­nes in­te­grier­ten Roh­stoff­kon­zerns sieht der Bran­chen­ken­ner aber nicht ent­ste­hen. Auch an­de­re Roh­stoff­händ­ler wie Gun­vor (die et­wa von der kon­kur­si­ten schwei­ze­ri­schen Pe­tro-

Tran­sit­han­del Schweiz, Ver­kaufs­er­lös

Xstra­ta bringt die Mi­nen- und Schmel­z­an­la­gen für Kup­fer und Blei in Mount Isa im aus­tra­li­schen Queens­land in die Ehe mit Glen­co­re ein.

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