Gri­pen

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - KAS­PAR HART­MANN, HANS FOR­RER, RU­BY SCHMIDHÄUSLER, GE­OR­GES STREICHENBERG, BRU­NO MER­KI, PAS­CAL MERZ,

FuW Nr. 92 vom 21. No­vem­ber Der Le­ser­brief von Herrn Liech­ti macht klar: Wir lau­fen Ge­fahr, den Nut­zen ei­ner wir­kungs­vol­len Si­cher­heits­po­li­tik für den Wirt­schafts­stand­ort und den Fi­nanz­platz Schweiz völ­lig zu ver­ken­nen. Viel zu vie­le Men­schen le­ben nur im Hier und Heu­te und glau­ben, dass Si­cher­heit in ei­nem Land wie der Schweiz ein­fach auf al­le Zei­ten ge­ge­ben sei. Es sei der Hin­weis auf ei­ne kürz­lich er­schie­ne­ne Stu­die ei­ner un­ab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on von an­ge­se­he­nen Wirt­schafts­ver­tre­tern und Mi­liz­of­fi­zie­ren er­laubt. Sie be­legt die un­ver­zicht­ba­re Rol­le der Ar­mee für den Er­halt von zen­tra­len Stand­ort­fak­to­ren der Schwei­zer Wirt­schaft. Die Ar­mee tut dies zu im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich sehr ge­rin­gen und für die Wirt­schaft trag­ba­ren Kos­ten. Wirt­schafts- und fi­nanz­in­ter­es­sier­te Per­so­nen, die sich für den Ge­samt­zu­sam­men­hang in­ter­es­sie­ren, soll­ten die Stu­die un­be­dingt le­sen. 1.20. Of­fen­sicht­lich wird der Fran­ken wie­der stär­ker nach­ge­fragt. Wes­halb nicht die­se Nach­fra­ge mit ei­ner Eid­ge­nos­sen­an­lei­he von 15 Mrd. Fr. mit ei­ner Lauf­zeit von fünf­zehn Jah­ren auf­fan­gen? Der Bund ver­zinst auch jetzt die IV-Schuld. Der Zins wä­re markt­kon­form auf et­wa 0,75% an­zu­set­zen. Die At­trak­ti­vi­tät könn­te durch Ver­zicht auf die Er­he­bung der Ver­rech­nungs­steu­er er­höht wer­den, was durch­aus für die­sen Zweck im Lan­des­in­ter­es­se wä­re. Was bes­ser schon im Sep­tem­ber 2011 hät­te ver­an­lasst wer­den sol­len, kann noch nach­ge­holt wer­den. wer­den kann? Zwei­tens: Wes­halb hat denn die SIX Swiss Ex­ch­an­ge So­no­va we­gen der ver­spä­te­ten Ge­winn­war­nung vom 16. März 2011 mit ei­ner Re­kord­bus­se von 2 Mio. Fr be­legt? Gibt es denn Ter­mi­ne, wann Ge­winn­war­nun­gen be­kannt­ge­ge­ben wer­den müs­sen? Was ist denn ei­gent­lich ein «In­si­der­ver­kauf»? Et­wa ein Ver­kauf, wenn schlech­te Nach­rich­ten schon in der Zei­tung ste­hen? Das Gan­ze ist doch ab­surd. Wenn sol­che Fäl­le nicht mehr mit dem «In­si­der­ge­setz» ge­ahn­det wer­den kön­nen, was dann? Es ver­dich­tet sich ein­mal mehr der Ein­druck, dass das «In­si­der­ge­setz» ei­ne rei­ne Ali­bi-Übung war und dem Pa­pier­korb über­ge­ben wer­den kann. Ist dies ein Qua­li­täts­zei­chen un­se­rer Ge­setz­ge­bung und Jus­tiz? lum­nis­ten Emi­lio Pa­la­cio auf je 10 Mio. $, to­tal 80 Mio. $, Scha­den­er­satz we­gen an­geb­li­cher Ver­leum­dun­gen an­ge­klagt. Aus­ser­dem greift der Prä­si­dent lau­fend die nicht dem Staat ge­hö­ren­de Pres­se an und hat vor ei­ni­gen Mo­na­ten ein Ge­setz durch das ihm un­ter­ta­ne Par­la­ment ge­peitscht, das es Jour­na­lis­ten ver­bie­tet, die Po­li­tik zu kom­men­tie­ren. Die Pro­ble­me in Ve­ne­zue­la sind ja be­kannt: Still­le­gung von min­des­tens ei­nem op­po­si­tio­nel­len TV-Ka­nal. Wei­te­re De­tails ken­ne ich nicht, ich weiss nur, dass Chá­vez in stän­di­gem Krieg ist mit der Pres­se. Zu mei­ner Über­ra­schung er­scheint Ko­lum­bi­en, von wo mir kei­ne Be­hin­de­run­gen der Pres­se­frei­heit be­kannt sind, als der gröss­te Sün­der der Re­gi­on: pre­kä­re Si­tua­ti­on. traut ha­ben und da­mals auch (un­ge­recht­fer­tig­te, auf Kor­rup­ti­on und Miss­wirt­schaft ba­sie­ren­de) Ge­win­ne ein­ge­sackt ha­ben, nun vor ei­nem Scher­ben­hau­fen ste­hen – eh bi­en voi­là. Wenn man ei­nen do­pen­den Mit­spie­ler in sei­ne Mann­schaft auf­nimmt und ein paar Tro­phä­en ge­winnt, spä­ter den des Do­pings über­führ­ten Spie­ler aus der Mann­schaft raus­schmeisst und dann kei­ne Tro­phä­en mehr ge­winnt – eh bi­en voi­là. Das al­les will heis­sen: Wir auf Pump kon­su­mie­ren­den und ren­ten­ab­hän­gi­gen We­st­eu­ro­pä­er wer­den es so­wie­so schwer ha­ben, ob mit oder oh­ne fau­le Eier. Be­sin­nen wir uns we­nigs­tens auf wah­re Wer­te wie Auf­rich­tig­keit und Ar­beits­wil­le und nicht auf von Ex­per­ten vor­ge­schla­ge­nes Durch­wurs­teln. hends der EU an. Wäh­rend die an­de­ren Re­gie­rungs­par­tei­en ver­su­chen, die zu­künf­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit mit der EU auf sta­bi­le und nach­hal­ti­ge Bei­ne zu stel­len, scheint die EU-Po­li­tik der SVP in die Ver­gan­gen­heit zu­rück­zu­keh­ren. Die Wei­ter­ent­wick­lung der bi­la­te­ra­len Ver­trä­ge ist heu­te stark in Fra­ge ge­stellt, und ein EUBei­tritt der Schweiz ist po­li­tisch nicht mehr­heits­fä­hig. Trotz­dem liegt die Wei­ter­ent­wick­lung der Be­zie­hun­gen zur EU auch im In­ter­es­se der Schweiz. Ei­nen Pyr­rhus­sieg aus der Ver­gan­gen­heit zu fei­ern, scheint mir kei­ne sub­stan­zi­el­le Ant­wort auf die zu­künf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen der Schweiz zu sein. Ei­ne Neu­auf­la­ge des EWR ist nach ra­tio­na­ler Ana­ly­se bloss ei­ne Fra­ge der Zeit.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.