Dämp­fer für Aryz­ta

SCHWEIZ Ame­ri­ka­ge­schäft bremst den Back­wa­ren­her­stel­ler – Ak­ti­en ver­lan­gen Ge­duld

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - WOLF­GANG GAM­MA

Der Back­wa­ren­her­stel­ler Aryz­ta hat im ers­ten Quar­tal die Markt­er­war­tun­gen er­füllt, im Nord­ame­ri­ka-Ge­schäft da­ge­gen ent­täuscht. Im­mer­hin: Dank den plan­mäs­si­gen Fort­schrit­ten in der Re­or­ga­ni­sa­ti­on hält das Ma­nage­ment am Jah­res­ziel von 5 bis 10% Ge­winn­wachs­tum je Ak­tie fest.

No­mi­nell nahm der Um­satz im Be­richts­quar­tal 9% auf 1,1 Mrd. € zu. Al­ler­dings wa­ren da­für vor­wie­gend Wech­sel­kurs­ef­fek­te (+6,4%) ver­ant­wort­lich. Auf or­ga­ni­sches Wachs­tum ent­fie­len 1,7 Pro­zent­punk­te, auf Ak­qui­si­tio­nen 0,9.

Sta­bi­le Vo­lu­men

Im Haupt­be­reich Food stieg der Um­satz 7,9% auf 747,5 Mio. €, wo­bei das or­ga­ni­sche Wachs­tum nur 0,9% er­reich­te. Der Dämp­fer in Nord­ame­ri­ka, wo Aryz­ta nur noch 1,3% or­ga­ni­sches Um­satz­wachs­tum er­ziel­te, gab den Aus­schlag für die un­be­frie­di­gen­de Per­for­mance. Die Vo­lu­men blie­ben zwar sta­bil, doch wa­ren Preis­er­hö­hun­gen nicht durch­zu­set­zen. Im Vor- quar­tal wa­ren Aryz­ta in Nord­ame­ri­ka noch 7% or­ga­ni­sches Wachs­tum ge­lun­gen. Ein Bei­spiel da­für, wie an­spruchs­voll die Markt­la­ge ist, lie­fert Hos­tess Brands. Der Her­stel­ler von ab­ge­pack­ten Back­wa­ren muss­te Kon­kurs an­mel­den, weil er sich mit den Ge­werk­schaf­ten nicht über ei­ne Re­struk­tu­rie­rung ei­ni­gen konn­te.

Aryz­tas zweit­gröss­te Di­vi­si­on Food Eu­ro­pa blieb er­war­tet schwach (–0,2% Um­satz, or­ga­nisch), wirt­schaf­te­te aber bes­ser als im Vor­quar­tal. Das kon­junk­tu­rel­le Um­feld ist «nach wie vor sehr her­aus­for­dernd», schil­dert CEO Owen Kil­li­an die Sach­la­ge in der Mit­tei­lung.

In Gross­bri­tan­ni­en hat dies et­wa Pre­mier Foods zu spü­ren be­kom­men, die un­längst die Schlies­sung ei­ner Pro­duk­ti­ons­stät­te mit­teil­te. Aryz­ta ha­be kei­ne Über­ka­pa­zi­tä­ten, gab dar­auf­hin ein Un­ter­neh­mens­spre­cher «Fi­nanz und Wirt­schaft» zu ver­ste­hen. Auch sei Aryz­ta in ei­nem an­dern Seg­ment tä­tig als Pre­mier Foods. Zu­dem ha­be der Kauf des Fla­den­brot­spe­zia­lis­ten Ho­ney­top die Pro­dukt­pa­let­te und die Ab­satz­ka­nä­le er­wei­tert.

Mehr Tem­po im Um­bau

In den nächs­ten Quar­ta­len legt Aryz­ta den Fo­kus dar­auf, Pro­zes­se und Ef­fi­zi­enz zu ver­bes­sern. Um die Initia­ti­ve vor­an­zu­trei­ben, über­nimmt Fi­nanz­chef Patrick McE­niff zu­sätz­lich die Po­si­ti­on ei­nes Chief Ope­ra­ting Of­fi­cer. John Ya­min, Lei­ter Nord­ame­ri­ka, wird sich neu als Glo­bal Food Of­fi­cer um In­no­va­tio­nen, Mar­ke­ting und Mar­ken­ma­nage­ment küm­mern.

Für den wei­te­ren Jah­res­ver­lauf geht Aryz­ta da­von aus, dass der Ge­winn je Ak­tie 5 bis 10% zu­neh­men dürf­te. Die FuWSchät­zung von 4.30 Fr. liegt in die­sem Ziel­band von 4.25 bis 4.45 Fr. Ge­winn je Ak­tie. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 11 ist für die de­fen­si­ven Va­lo­ren nicht zu hoch. Für sub­stan­zi­el­le Fort­schrit­te ist al­ler­dings ein mess­ba­rer Er­folg des Ef­fi­zi­enz­stei­ge­rungs­pro­gramms not­wen­dig.

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