Hel­las kauft Bonds zu­rück

ÜBER­SICHT Spa­ni­en be­an­tragt Hil­fe für Ban­ken – Schwa­che Us-kon­junk­tur­da­ten

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - ANDRE­AS STO­CKER

Grie­chen­land hat am Mon­tag die Be­din­gun­gen für den ge­plan­ten Schul­den­rück­kauf ver­öf­fent­licht. Den Be­sit­zern hel­le­ni­scher Staats­an­lei­hen wer­den An­ge­bo­te von 30,2 bis 40,1% des No­mi­nal­werts un­ter­brei­tet. Die Of­fer­te en­det am Frei­tag. Für den Schul­den­rück­kauf wird ei­ne Sum­me von bis zu 10 Mrd. € an­ge­peilt. Da­mit wür­de Athen die Schul­den­last um bis zu 30 Mrd. € sen­ken. Pri­vat­an­le­ger hal­ten grie­chi­sche Staats­an­lei­hen im Vo­lu­men von gut 62 Mrd. €.

Die In­ves­to­ren re­agier­ten er­freut auf die Nach­richt aus Athen. Der Eu­ro Sto­xx 50 und der Swiss Mar­ket In­dex SMI avan­cier­ten in den ers­ten zwei Han­dels­ta­gen der Wo­che 0,6 und 0,5%. Der Dax stieg 0,4%. Der VSMI, der die er­war­te­te Schwan­kungs­brei­te (im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät) des SMI über dreis­sig Ta­ge misst, no­tier­te am Di­ens­tag auf 11,6%. Da­mit steht er na­he dem mehr­jäh­ri­gen Tief.

Ra­ting von ESM ge­senkt

Spa­ni­en hat am Mon­tag of­fi­zi­ell Hilfs­kre­di­te von 39,5 Mrd. € für die Sa­nie­rung des ma­ro­den Fi­nanz­sek­tors be­an­tragt. Da­von sol­len 37 Mrd. für die vier ver­staat­lich­ten Geld­häu­ser BFA-Ban­kia, Ca­ta­lun­ya Banc, NCG Ban­co und Ban­co de Va­len­cia be­stimmt sein. 2,5 Mrd. € sol­len an die ge­plan­te Bad Bank ge­hen. Das ist ei­ne Auf­la­ge der Kre­dit­ge­ber und soll da­zu die­nen, die Ban­ken we­nigs­tens teil­wei­se von ih­ren to­xi­schen An­la­gen zu be­frei­en. Das Geld soll den Ban­ken über den spa­ni­schen Ban­ken­ret­tungs­fonds Frob zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den.

Zehn­jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen Spa­ni­ens ren­tier­ten am Di­ens­tag 5,26%, das sind 7 Ba­sis­punk­te (Bp) we­ni­ger als zu Wo­chen­be­ginn. In­des­sen hat die Ra­ting­agen­tur

Ren­di­ten Eu­ro­pa 2012 Moo­dy’s die Bo­ni­täts­no­te der Ret­tungs­schir­me ESM und EFSF von Aaa auf Aa1 her­ab­ge­stuft. Moo­dy’s be­grün­det den Schritt mit der jüngs­ten Sen­kung der Be­wer­tung Frank­reichs. Der Aus­blick von Moo­dy’s für die Ret­tungs­schir­me bleibt ne­ga­tiv, wo­mit ei­ne wei­te­re Her­ab­stu­fung droht.

Das Tref­fen der Eu­rofi­nanz­mi­nis­ter ging am Di­ens­tag der­weil in die zwei­te Run­de. Im Zen­trum der Dis­kus­sio­nen steht die Grün­dung ei­ner Ban­ken­uni­on. Zwar ist man sich ei­nig, dass es ei­ne zen­tra­le Ban­ken­auf­sicht ge­ben soll. Die Um­set­zung ist aber noch un­klar. Der Eu­ro stieg ge­gen­über dem Dol­lar seit Mon­tag um 0,5% und no­tier­te am Di­ens­tag 1,3077 $/€.

Die kon­junk­tu­rel­len Zei­chen ha­ben sich in der Schweiz zum Po­si­ti­ven ge­wen­det. Nach­dem be­reits ver­gan­ge­ne Wo­che ei­ne er­freu­li­che Ent­wick­lung beim Brut­to­in­land­pro­dukt im ver­gan­ge­nen Quar­tal ge­mel­det wor­den ist, ist nun auch der Ein­kaufs­ma­na­ger­index hö­her aus­ge­fal­len. Er stieg im No­vem­ber um 2,4 auf 48,5 Punk­te. Im Ok­to­ber hat­te er sich zum ers­ten Mal seit Ju­li wie­der nach oben be­wegt. Der In­di­ka­tor, der die Stim­mung und die Aus­sich­ten der Schwei­zer In­dus­trie­un­ter­neh­men ein­fängt, be­fin­det sich in­zwi­schen be­acht­li­che 4,9 Punk­te von sei­nem Tief­punkt ent­fernt und liegt na­he an der wich­ti­gen Schwel­le von 50, ab der wie­der von Wachs­tum im In­dus­trie­sek­tor aus­ge­gan­gen wer­den kann. Zu dem Auf­wärts­schub hat pri­mär ei­ne Wen­de in der Pro­duk­ti­on bei­ge­tra­gen. Zehn­jäh­ri­ge Eid­ge­nos­sen ren­tier­ten am Di­ens­tag 0,44%, das sind 2 Bp mehr als zu Wo­chen­be­ginn.

Roh­stof­fe schwächeln

In Ame­ri­ka hat sich die Stim­mung in der US-In­dus­trie im No­vem­ber da­ge­gen ein­ge­trübt. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index des In­sti­tuts für Ein­kaufs­ma­nage­ment (ISM) fiel auf 49,5 Zäh­ler – von 51,7 im Ok­to­ber. Das ist der tiefs­te Wert seit Ju­li 2009. Nach Ein­schät­zung von Ex­per­ten be­las­te­te der Wir­bel­sturm San­dy den Vor­lau­fin­di­ka­tor. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index für das ver­ar­bei­ten­de Ge­wer­be klet­ter­te hin­ge­gen auf 52,5.

Zehn­jäh­ri­ge US-Staats­an­lei­hen war­fen am Di­ens­tag un­ver­än­dert 1,61% ab. Die er­nüch­tern­den Da­ten aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten be­las­te­ten Öl. Roh­öl der Sor­te Brent fiel in den ers­ten zwei Han­dels­ta­gen der Wo­che 0,8% auf 109.84 $ pro Fass. Gold schwä­chel­te eben­falls. Es büss­te seit Wo­chen­be­ginn 1,1% ein und no­tier­te am Di­ens­tag 1697.20 $ pro Un­ze.

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