Kaf­fee­preis kon­so­li­diert

ROH­STOF­FE Kaum Ve­rän­de­rung bei Öl nach ho­her Vo­la­ti­li­tät – Ba­sis­me­tal­le im Plus

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - WAL­TER SCHNEI­DER

Die in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­te zeig­ten in der ver­gan­ge­nen Wo­che meist freund­li­che Ten­den­zen. Zwar blie­ben die Vo­lu­men we­gen Thanks­gi­ving in den USA am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag eher be­schei­den – aber ge­ra­de dün­ne Märk­te sor­gen oft für kurz­fris­tig hef­ti­ge Preis­aus­schlä­ge. So be­trug bei Roh­öl der US-Sor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te ( WTI) die Han­dels­span­ne zwi­schen Wo­chenhoch und -tief knapp 5 $ pro Fass (159 Li­ter). Trotz die­ser Vo­la­ti­li­tät fiel dann je­doch die Ve­rän­de­rung zur Vor­wo­che äus­serst ge­ring aus.

An­ge­führt von Zinn und Ni­ckel schlos­sen al­le Ba­sis­me­tal­le im Wo­chen­ver­gleich po­si­tiv – an­ders als die Edel­me­tal­le. Gold, Sil­ber und Pla­tin wa­ren ge­prägt von Li­qui­da­tio­nen. Gold-Fu­tures, die für den Fe­bru­ar­ter­min noch vor Wo­chen­frist fast 1760 $ pro Un­ze (31 Gramm) ge­löst hat­ten, fie­len zum Wo­chen­be­ginn zwi­schen­zeit­lich un­ter 1700 $. Bei den Edel­me­tal­len blieb ein­zig Pal­la­di­um in der Gunst der An­le­ger. Hier hielt die seit En­de Ok­to­ber an­dau­ern­de Hausse wei­ter an. Die Un­ze er­reich­te zum Wo­chen­be­ginn ein Zwei­ein­halb­mo­nats­hoch und liegt im Wo­chen­ver­gleich knapp 4% im Plus. Ver­ant­wort­lich für den An­stieg sind vor­wie­gend spe­ku­la­ti­ve Käu­fe.

An vie­len Märk­ten – so auch bei den Roh­stof­fen – herrscht wei­ter­hin gros­se Ve­r­un­si­che­rung über den Aus­gang der an­ste­hen­den Bud­get­ver­hand­lun­gen in den USA. Die Ge­fahr, dass im Fall ei­nes Miss­lin­gens die au­to­ma­ti­schen Bud­get­kür­zun­gen und Steu­er­er­hö­hun­gen in Kraft tre­ten und da­durch die Kon­junk­tur­aus­sich­ten nach­hal­tig ge­trübt wer­den, sorgt vie­ler­orts für Zu­rück­hal­tung. Zu­sam­men mit we­nig ein­heit­li­chen ak­tu­el­len Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren – die zwi­schen er­freu­lich und sehr schlecht pen­deln – er­gibt sich bei den In­ves­to­ren kaum Zu­ver­sicht.

Bei den Agrar­gü­tern gibt es mehr­heit­lich Ge­win­ner. Bei den Ge­nuss­mit­teln führt New Yor­ker Roh­zu­cker die Ge­win­ner­lis­te mit ei­nem Wo­chen­plus von gut 3% an. Die Mar­ke von 20 US-Cent pro Pfund rückt wie­der in Sicht­wei­te – dürf­te aber auf dem Weg nach oben nicht ganz ein­fach zu kna­cken sein. Lon­do­ner Weiss­zu­cker ver­moch­te im Wo­chen­ver­gleich um knapp 3% zu­zu­le­gen, stösst aber bei No­tie­run­gen um 525 $ pro Ton­ne auf grös­se­ren Wi­der­stand.

Der Kaf­fee­markt be­fin­det sich nach dem aus­ge­präg­ten Kurs­ver­fall der letz­ten Wo­chen der­zeit in ei­ner Kon­so­li­die­rung. Der in Lon­don ge­han­del­ten Ro­bus­ta-Fu­tures konn­te um knapp 3% zu­le­gen. Dass an­ge­sichts der welt­weit gros­sen Ern­ten viel Haus­se­po­ten­zi­al be­steht, wird al­ler­dings von vie­len Ana­lys­ten be­zwei­felt.

Die Ge­trei­de­märk­te blei­ben wei­ter­hin wet­ter­be­stimmt. Nach­dem die US-Ern­ten ein­ge­fah­ren sind, rich­tet sich die Auf­merk­sam­keit auf die Wachs­tums­be­din­gun­gen in der süd­li­chen He­mi­sphä­re. Wäh­rend die Aus­saat von So­ja und Mais in Bra­si­li­en weit fort­ge­schrit­ten ist, wird sie in Ar­gen­ti­ni­en durch wei­te­re Re­gen­fäl­le be­hin­dert. We­gen der stark de­zi­mier­ten Ern­ten in Nord­ame­ri­ka sind gu­te Er­trä­ge in Ar­gen­ti­ni­en und Bra­si­li­en be­son­ders wich­tig. Er­trags­ein­bus­sen wie auch Lo­gis­tik­pro­ble­me beim Ex­port könn­ten die be­reits an­ge­spann­te An­ge­bots­si­tua­ti­on wei­ter ver­schär­fen. Nach­dem die Fu­tures-Märk­te un­längst durch Li­qui­da­tio­nen un­ter Ver­kaufs­druck stan­den, hat die Stim­mung jetzt et­was ge­dreht. Vie­le Markt­teil­neh­mer er­war­ten, dass sich die in den Fu­tures-Prei­sen ent­hal­te­nen Ri­si­ko­prä­mi­en in nächs­ter Zeit wie­der er­hö­hen. Gleich­zei­tig sor­gen bes­se­re chi­ne­si­sche Kon­junk­tur­da­ten für Hoff­nung auf ei­nen an­hal­ten­den Boom des So­ja­ex­ports aus den USA.

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