Nah­rungs­mit­tel­ti­tel schme­cken im­mer

Re­zes­si­on in Eu­ro­pa kann der Bran­che we­nig an­ha­ben – Ge­schick­te Ein­kaufstak­tik als Jo­ker

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - SEI­TE 5

Re­zes­si­ons­si­gna­le aus Eu­ro­pa be­stim­men den Ge­schäfts­gang auch in der Schwei­zer Un­ter­neh­mens­land­schaft mit. Die Nah­rungs­mit­tel­bran­che bie­tet An­le­gern we­gen ih­rer De­fen­si­vqua­li­tä­ten ei­nen ge­wis­sen Schutz, auch wenn das Aus­land­ex­po­sure teils be­trächt­lich ist.

Gut po­si­tio­niert sind gros­se Un­ter­neh­men, die mit ih­rer welt­wei­ten Prä­senz Schwä­chen in der ei­nen Markt­re­gi­on, im kon­kre­ten Fall Eu­ro­pa, durch Er­fol­ge in an­dern Län­dern aus­glei­chen oder noch bes­ser über­kom­pen­sie­ren kön­nen. Aber auch klei­ne­re Ge­sell­schaf­ten wis­sen aus dem Ge­schäft in Eu­ro­pa Ka­pi­tal zu schla­gen. Wer in Eu­ro­pa früh ge­star­tet ist, hat in der Re­gel ei­nen Vor­teil. Ein Bei­spiel da­für ist der Milch­ver­ar­bei­ter Em­mi, der in drei bis fünf Jah­ren 50% des Um­sat­zes im Aus­land er­zie­len will. Zahl­rei­che Zu­käu­fe seit 2007 bil­den ei­ne gu­te Aus­gangs­ba­sis.

Ei­ne Aus­nah­me von der Früh­star­terre­gel bil­det Hüg­li. Der Ost­eu­ro­pa-Pio­nier kämpft an meh­re­ren Fron­ten gleich­zei­tig. Zu­letzt mach­te zu­dem das Ei­gen­mar­ken­ge­schäft in Deutsch­land Sor­gen. 2013 wird Hüg­li vor­wie­gend mit Auf­räum­ar­bei­ten be­schäf­tigt sein. Der Schritt in die of­fen­si­ve mit der Ak­qui­si­ti­on von Vo­ge­ley ist zu­min­dest ein Licht­blick.

We­gen des ver­gleichs­wei­se spä­ten Gangs ins Aus­land ist der Fleisch­ver­ar­bei­ter Bell im­mer noch mit In­te­gra­ti­ons­ar­bei­ten be­fasst, die aber 2013 erst­mals zu schwar­zen Zah­len füh­ren sol­len. Wie Em­mi ist auch Bell zu­zu­trau­en, dass sie die am­bi­tio­nier­ten Zie­le ih­rer Ex­pan­si­ons­stra­te­gie mit ei­ner ge­schick­ten Ein­kaufs­po­li­tik er­reicht, zu­mal die fi­nan­zi­el­len Mit­tel vor­han­den sind. Bringt die Re­zes­si­on in Eu­ro­pa ra­scher als er­war­tet Kauf­ob­jek­te auf den Tisch, sind nächs­te Schrit­te denk­bar.

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