Ro­bus­ta

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - MR

Vor des Ta­ges Fron ein nacht­schwar­zes Ge­bräu zum We­cken (what el­se?). Nach dem Mit­tags­mahl ein Es­pres­so (zur Krö­nung). Man leis­tet sich ja sonst nichts – in zehn, fünf­zehn Jah­ren viel­leicht nicht mal mehr das: Kaf­fee könn­te knapp wer­den. Da­vor warnt der Nah­rungs­mit­tel­kon­zern Mon­de­lez, der je­de 17. Boh­ne welt­weit auf­kauft; in Ko­lum­bi­en er­rei­che die Ern­te heu­te noch ein Drit­tel des einst üb­li­chen Ni­veaus. Da­vor warnt die Wis­sen­schaft: Der Kli­ma­wan­del schä­di­ge die emp­find­li­chen Pflan­zen, be­son­ders der mil­den Gat­tung Ara­bi­ca (60% der Pro­duk­ti­on). Da­ge­gen hält Ro­bus­ta – auch in der Tas­se stär­ker – stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren bes­ser stand und lässt sich hö­her über Meer an­bau­en. Mit­tel­ame­ri­ka­ni­sche Kaf­fee­pflan­zer (hier ei­ner in Cos­ta Ri­ca, am Trock­nen von Boh­nen) be­kla­gen Re­gen­man­gel; so nimmt der Er­trag ab, die Pflan­zen wer­den an­fäl­li­ger. Sinkt das An­ge­bot und steigt die Nach­fra­ge (glo­bal 2 bis 3% p. a.), dann dürf­te an den Roh­wa­ren­märk­ten der­einst man­cher ein Ver­mö­gen ma­chen. Doch ob ihm Lu­xus (Kaf­fee zu Ka­vi­ar) noch mun­den wird? Der Wie­ner Li­te­rat Al­f­red Pol­gar sag­te: «Ins Kaf­fee­haus ge­hen Leu­te, die al­lein sein wol­len, aber da­zu Ge­sell­schaft brau­chen» – ge­ra­de da­ran wird’s künf­tig viel­leicht feh­len.

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