Ret­ter-wet­te

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DM,

Ole En­ger wird trotz sei­ner be­son­de­ren Art der Zu­ver­sicht be­lohnt. Der Ver­trag des Pre­si­dent und CEO des an­ge­schla­ge­nen nor­we­gi­schen So­lar­kon­zerns Re­ne­wa­ble Ener­gy Cor­po­ra­ti­on ( REC ASA, 0.835 nKr., Bör­sen­wert 1,7 Mrd. nKr.) ist En­de Ok­to­ber bis Ju­li 2014 ver­län­gert wor­den. Für die in ei­ner tie­fen Kri­se ste­cken­de So­lar­bran­che ist dies ge­fühlt ei­ne hal­be Ewig­keit.

Die Ver­trags­ver­län­ge­rung wur­de En­ger zu­ge­stan­den, ob­wohl er den Ver­kauf sei­nes Un­ter­neh­mens in­iti­iert hat und mit po­ten­zi­el­len Part­nern spricht. REC Group sei ei­nes der we­ni­gen eu­ro­päi­schen So­lar­un­ter­neh­men über­haupt, die noch Kauf­in­ter­es­sen­ten aus Asi­en an­zie­hen könn­ten, ver­kün­det En­ger.

Mas­si­ve Über­ka­pa­zi­tä­ten

Der Druck ist enorm: Ei­ne Er­ho­lung auf dem glo­ba­len So­lar­markt, der von mas­si­ven Über­ka­pa­zi­tä­ten und po­li­ti­schen Un­si­cher­hei­ten be­las­tet ist, er­war­tet der RECChef nicht vor 2014. Für vie­le Wett­be­wer­ber, de­nen das Was­ser eben­falls bis zum Hals steht, dürf­te dies zu spät sein, um noch von der dann zu er­war­ten­den Er­ho­lung des Mark­tes pro­fi­tie­ren zu kön­nen.

Es ge­be Über­ka­pa­zi­tä­ten in al­len Wert­schöp­fungs­be­rei­chen der Bran­che, er­klärt REC. Die Grup­pe stellt un­ter an­de­rem den für die So­lar­zel­len­pro­duk­ti­on not­wen­di­gen Roh­stoff So­lar­si­li­zi­um her und ist ei­ner der füh­ren­den An­bie­ter ( Wett­be­wer­ber sind et­wa To­ku­yama und Wa­cker Che­mie). Der Preis­zer­fall im Si­li­zium­markt ist aber atem­be­rau­bend und spie­gelt die ho­hen Über­ka­pa­zi­tä­ten in den Pro­duk­ti­ons­an­la­gen. Al­lein seit An­fang 2012 hat sich der Kas­sa­preis für So­lar­si­li­zi­um von gut 30 auf un­ter 19 $/kg ver­rin­gert. Das be­las­tet nicht nur den Um­satz, son­dern auch die ope­ra­ti­ve Mar­ge, die im drit­ten Quar­tal auf Stu­fe Ebit­da –12% be­trug.

Mo­dul­prei­se un­ter Druck

Schwach ent­wi­ckelt sich der­zeit auch das Mo­dul- und Zell­ge­schäft. Der Aus­blick ist we­nig er­mu­ti­gend: Rund 60% der ver­kauf­ten Mo­du­le gin­gen im ers­ten Halb­jahr nach Deutsch­land und Ita­li­en. Auf die­sen Märk­ten dürf­ten die Prei­se für So­lar­mo­du­le un­ter Druck blei­ben, da die Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen für So­lar­strom wei­ter fal­len.

Sor­gen­voll stimmt auch der Han­dels­krieg zwi­schen Chi­na, den USA und Eu­ro­pa im So­lar­markt. Von Chi­na ge­for­der­te Schutz­zöl­le auf So­lar­si­li­zi­um, das von REC Group her­ge­stellt wird, oder gar ein Ver­kaufs­ver­bot wür­den das Ge­schäft er­heb­lich tref­fen. Im­mer­hin bie­ten ei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 54% (per En­de Sep­tem­ber) so­wie ei­ne deut­lich ver­rin­ger­te Net­to­ver­schul­dung dank ei­ner Ka­pi­tal­zu­fuhr und Re­struk­tu­rie­rungs­ef­fek­ten et­was Spiel­raum für die künf­ti­gen Quar­ta­le. Die Va­lo­ren von REC Group könn­ten ei­ne der loh­nends­ten Über­nah­me­spe­ku­la­tio­nen im So­lar­sek­tor wer­den – ver­bun­den aber mit sehr ho­hen Ri­si­ken.

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