At­hens Rück­kauf in Etap­pen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - KR

Schon am Sams­tag ju­bel­ten Athe­ner Me­di­en: Der Rück­kauf ei­ge­ner Staats­an­lei­hen sei er­folg­reich ge­we­sen, Hel­las­bonds im No­mi­nal­wert von 30 Mrd. € – knapp die Hälf­te der noch um­lau­fen­den 62 Mrd. € – sei­en wie ge­plant bis Frist­ab­lauf an­ge­dient wor­den. Zu früh ge­freut. Die aus dem Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um kol­por­tier­ten Mit­tei­lun­gen ent­spra­chen wohl nicht ganz der Rea­li­tät. Das kommt in Athen schon mal vor. Of­fen­bar wa­ren nur gut 26 Mrd. € an­ge­dient wor­den, ist von Markt­teil­neh­mern zu hö­ren. Am Mon­tag ru­der­te die Re­gie­rung zu­rück, die An­die­nungs­frist wer­de bis Di­ens­tag, 13 Uhr, ver­län­gert, um die feh­len­den 4 Mrd. € noch zu be­kom­men. Ge­mau­ert ha­ben sol­len vor al­lem grie­chi­sche Ban­ken, die aus ih­ren An­lei­hen­be­stän­den von 15 Mrd. € bis­her nur 10 Mrd. an­ge­bo­ten hät­ten.

Ist da Preis­trei­be­rei im Spiel? Schliess­lich soll die grie­chi­sche Re­gie­rung nach An­ga­ben der Zei­tung «Eka­thi­mer­i­ni» das Rück­kauf­an­ge­bot ge­gen­über ers­ten Er­war­tun­gen be­reits nach­ge­bes­sert ha­ben. Ge­bo­ten wor­den sei­en je nach An­lei­he Kur­se zwi­schen 30 und 40%, durch­schnitt­lich 33%.

Der Rück­kauf kommt so teu­rer als ge­plant. Die von der Eu­ro­grup­pe be­wil­lig­ten 10 Mrd. € aus dem Ret­tungs­fonds EFSF dürf­ten nicht rei­chen, um wie vor­ge­se­hen An­lei­hen im Nenn­wert von 30 Mrd. € zu­rück­zu­kau­fen. Der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF) sei des­halb be­reit, die Hilfs­sum­me auf­zu­sto­cken, schreibt «Eka­thi­mer­i­ni». Die Eu­ro­grup­pe und vor al­lem Deutsch­land leh­nen dies je­doch strikt ab.

Am Di­ens­tag­nach­mit­tag dann die zwei­te Er­folgs­mel­dung: Über 31 Mrd. € sei­en jetzt to­tal an­ge­dient wor­den, mel­det Bloom­berg und zi­tiert ei­ne Qu­el­le aus dem Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um in Athen. Da­mit wä­re die von IWF und EU ge­for­der­te Schul­den­trag­fä­hig­keit wie­der­her­ge­stellt. Die EU-Fi­nanz­mi­nis­ter könn­ten schon am Don­ners­tag die zu­rück­be­hal­te­nen Tran­chen aus dem zwei­ten Ret­tungs­pa­ket (38,6 Mrd. €) frei­ge­ben. Auch der IWF dürf­te noch in die­sem Jahr sei­nen An­teil von 4,8 Mrd. € über­wei­sen. Die drit­te Er­folgs­mel­dung: Athen dürf­te heu­er erst­mals, seit das Land 2010 un­ter den Ret­tungs­schirm schlüpf­te, sein De­fi­zit­ziel er­rei­chen.

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