Ren­di­te­an­stieg in Ita­li­en «nor­mal»?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - KR

Der Schock über die Rück­tritts­an­kün­di­gung von Pre­mier Ma­rio Mon­ti und die Wie­der­be­le­bungs­ver­su­che des Aus­lauf­mo­dells Sil­vio Ber­lus­co­ni bei den vor­ge­zo­ge­nen Wah­len im Fe­bru­ar hat die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen Staats­an­lei­hen Ita­li­ens am Mon­tag kurz­fris­tig bis auf über 4,8% ge­trie­ben. Am Di­ens­tag be­ru­hig­te sich die La­ge et­was. Sol­che Aus­schlä­ge sei­en ei­ne nor­ma­le Re­ak­ti­on auf Re­gie­rungs­neu­bil­dun­gen, sagt Leef Dier­ks, Bond-Stra­te­ge bei Mor­gan St­an­ley. Man soll­te sie nicht über­be­wer­ten. Mon­ti dürf­te Ita­li­en «ir­gend­wie» er­hal­ten blei­ben (vgl. Sei­te 22). Das fran­zö­si­sche Schatz­amt lässt die letz­ten bei­den BTF-Auk­tio­nen des Jah­res am 24. und 31. De­zem­ber aus­fal­len. Die ers­te Auk­ti­on 2013 wur­de auf Mitt­woch, 2. Ja­nu­ar fest­ge­setzt. Gleich­wohl hat Frank­reich bei der Haus­halts­kon­so­li­die­rung ei­nen wei­te­ren Rück­schlag hin­neh­men müs­sen. Im Ok­to­ber 2012 fal­le das Bud­get­de­fi­zit 8,5 Mrd. € hö­her aus als im Ok­to­ber 2011, stellt die Com­merz­bank fest. Es dürf­te Paris 2012 kaum ge­lin­gen, das De­fi­zit wie ge­plant auf 4,5% des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) zu sen­ken. Ir­land sei da bes­ser un­ter­wegs. Die Haus­halts­la­ge ha­be sich im No­vem­ber ver­bes­sert: Die lau­fen­den Ein­nah­men wa­ren im No­vem­ber 204 Mio. € hö­her, die lau­fen­den Aus­ga­ben 360 Mio. € nied­ri­ger als vor Jah­res­frist. Du­blin dürf­te 2012 das De­fi­zit­ziel von 8,6% des BIP er­rei­chen.

Nach­rich­ten­agen­tu­ren zu­fol­ge gibt es im Rat der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) be­reits ei­ne Mehr­heit für ei­ne Zins­sen­kung. An­fang De­zem­ber hat­ten die EZB-Ex­per­ten das Wachs­tum im Eu­ro­raum für 2013 mas­siv um 0,8 Pro­zent­punk­te auf –0,3% nach un­ten re­vi­diert. Gleich­zei­tig sa­gen sie für 2014 ei­ne In­fla­ti­on von nur 1,4% vor­aus. Ei­ne so nied­ri­ge Zwei­jah­res­pro­gno­se gab es bis­her nur ein­mal, im De­zem­ber 2009, merkt die Com­merz­bank an. Auf Ba­sis der neu­en Pro­jek­tio­nen er­rech­ne sich ein Tay­lor-Zins von nur noch knapp über 0%. Auf ei­ne solch gros­se Ab­wei­chung zum tat­säch­li­chen Leit­zins (0,75%) ha­be die EZB häu­fig mit ei­ner Zins­än­de­rung re­agiert. Die Bank hält die Pro­jek­tio­nen al­ler­dings für zu pes­si­mis­tisch und er­war­tet, dass sich der EZB-Rat auf­grund stei­gen­der Früh­in­di­ka­to­ren letzt­lich ge­gen ei­ne er­neu­te Zins­sen­kung ent­schei­det.

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