Kaf­fee ist gros­ser Ver­lie­rer

ROH­STOF­FE Auch Zu­cker un­ter Druck – Win­ter­ein­bruch in Eu­ro­pa hilft Öl­preis nicht

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHA­EL PEYER

Mehr­heit­lich schwä­cher zeig­ten sich die in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­te in der Be­richts­wo­che. Die Ri­si­ko­be­reit­schaft der meis­ten Markt­teil­neh­mer nimmt ob den Weih­nachts­fei­er­ta­gen und dem Jah­res­en­de un­wei­ger­lich ab.

Die Ve­r­un­si­che­rung über die Bud­get­de­fi­zit­ver­hand­lun­gen in den USA (Fis­cal Cliff ) lässt eben­falls vie­le Händ­ler an der Sei­ten­li­nie war­ten. Durch­zo­ge­ne Wirt­schafts­da­ten beid­seits des At­lan­tiks zei­gen kein kla­res Bild. In­dus­trie­da­ten aus Chi­na ver­brei­te­ten zum Wo­chen­start et­was mehr Op­ti­mis­mus. Gleich­zei­tig zo­gen mit den Rück­sichts­ab­sich­ten von Ita­li­ens Mi­nis­ter­prä­si­dent Ma­rio Mon­ti neue Ge­wit­ter­wol­ken über der EU auf. Zur Wo­chen­mit­te könn­te die Sit­zung der US-No­ten­bank für mehr Vo­la­ti­li­tät sor­gen.

In der Be­richts­wo­che ver­lo­ren die Öl­märk­te trotz Win­ter­ein­bruchs in wei­ten Tei­len Eu­ro­pas gut 4% an Wert. Zwar hat­te der Kon­sum in den letz­ten Ta­gen et­was mehr Heizöl nach­ge­fragt, die­ser Um­stand konn­te die Öl­no­tie­run­gen aber über­haupt nicht stüt­zen. Die Ver­sor­gungs­la­ge bleibt mehr als kom­for­ta­bel. An­ge­sichts wei­ter­hin ho­her Prei­se lebt der Kon­sum wei­ter «von der Hand in den Mund».

Heizöl (Ga­soil-ICE) no­tier­te zum Wo­chen­start den fünf­ten Tag in Fol­ge tie­fer, erst­mals seit Au­gust wie­der um 900 $/Ton­ne. An­fangs De­zem­ber lag der Preis noch bei 955 $. Chart­tech­nisch wur­den in der ver­gan­ge­nen Be­richts­wo­che wich­ti­ge Mar­ken un­ter­schrit­ten. Dies könn­te wei­te­re Ab­wärts­be­we­gun­gen Rich­tung 870 $ mit sich brin­gen. Das Fass Brent (ICE) kos­te­te zum Wo­chen­auf­takt 107.33 $ (1 Fass=159 l), 3.59 $ we­ni­ger als vor ei­ner Wo­che. Das OPEC-Tref­fen zur Wo­chen­mit­te wird kei­ne Über­ra­schun­gen brin­gen, viel­mehr zum Fest­es­sen und Christ­masshop­ping in Wien ver­kom­men. Die OPEC-Pro­du­zen­ten se­hen kei­nen An­lass, ih­re Pro­duk­ti­on zu kür­zen. Mit Prei­sen über 100 $ lässt es sich gut le­ben.

Die Ge­nuss­mit­tel­märk­te, be­son­ders Roh­zu­cker und Ara­bi­caKaf­fee (ICE), ge­hö­ren zu den gröss­ten Ver­lie­rern die­ses Jahr. Am Mon­tag no­tier­ten bei­de na­he dem tiefs­ten Stand seit zwei­ein­halb Jah­ren. Gros­se Zu­cker- und Kaf­fee-Ern­ten in Bra­si­li­en las­sen ei­ne Trend­wen­de nicht zu. Fu­tures für Ara­bi­ca no­tier­ten am Mon­tag zu 147 Cents/lb, 35% tie­fer seit Jah­res­an­fang. Roh­zu­cker no­tier­te 19,5% tie­fer zu 18,76 Cents/lb.

Die Ge­trei­de­märk­te blei­ben wei­ter­hin un­ter Ein­fluss südame- ri­ka­ni­schen Wet­ters. Wäh­rend die Wet­ter­be­din­gun­gen in Bra­si­li­en weit­ge­hend gut aus­se­hen, führ­ten die er­gie­bi­gen Re­gen­fäl­le in Ar­gen­ti­ni­en zu Ver­zö­ge­run­gen und Aus­fäl­len in der An­bau­kam­pa­gne für Ge­trei­de und Öl­saa­ten. Ge­mäss Me­teo­ro­lo­gen dürf­ten die kom­men­den Ta­ge güns­ti­ger wer­den. Am Di­ens­tag ver­öf­fent­lich­te die US-Agrar­be­hör­de USDA ih­ren letz­ten Mo­nats­be­richt vor den Fei­er­ta­gen. Gros­se Über­ra­schun­gen blie­ben aus.

Mais (CBOT) ver­lor zur Vor­wo­che über 3% an Wert. Am Mon­tag no­tier­te der Kon­trakt zu 7.30 $/Bus­hel (1 Bus­hel=25,401 kg) auf ei­nem Vier­wo­chen­tief. Der Ver­kaufs­druck er­höh­te sich ver­gan­ge­nen Don­ners­tag we­gen der prak­tisch nicht vor­han­de­nen wö­chent­li­chen US-Ex­por­te. Chart­tech­nisch wur­den wich­ti­ge Un­ter­stüt­zungs­li­ni­en durch­bro­chen. Im Sog von Mais konn­ten Ex­port­ver­käu­fe in So­ja und So­ja­schrot, die dop­pelt bzw. drei­mal so stark wie er­war­tet aus­ge­fal­len sind, über­ra­schend we­nig Preis­un­ter­stüt­zung bie­ten. So­ja (CBOT) no­tier­te am Mon­tag mit 14,7475 $/Bus­hel (1 Bus­hel=27,215 kg) nur we­nig über der Vor­wo­che.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.