«Füh­le mich mit der Er­trags­la­ge sehr kom­for­ta­bel»

JÜR­GEN ST­EI­NE­MANN Der CEO von Bar­ry Cal­le­baut zu den Chan­cen und den fi­nan­zi­el­len Kon­se­quen­zen der Pe­tra-foods-ak­qui­si­ti­on

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Herr St­ei­ne­mann, bis­her gal­ten die Ex­pan­si­ons­be­mü­hun­gen dem In­dus­trie­ge­schäft und dem Gour­met­be­reich. Nun kommt die gröss­te Ak­qui­si­ti­on der Fir­men­ge­schich­te im Be­reich Be­schaf­fung. Ein Ge­sin­nungs­wan­del? Nein, kei­nes­wegs. Bis­her fehl­ten al­ler­dings Kauf­ge­le­gen­hei­ten. Nun wer­den wir dank Pe­tra Foods zum markt­füh­ren­den Ka­kao­ver­ar­bei­ter. Wir stär­ken da­mit pri­mär un­ser Scho­ko­la­den­ge­schäft. Auch un­ser jüngs­ter Ge­schäfts­pfei­ler er­hält da­durch mehr Ge­wicht. Wir si­chern den Zu­gang zu un­se­rem Roh­stoff Ka­kao. Gleich­zei­tig kön­nen wir un­sern Out­sour­cing­part­nern ei­ne kom­plet­te Pa­let­te von Scho­ko­la­de- und Ka­kao­fab- ri­ka­ten an­bie­ten, was bis­her be­schränkt mög­lich war. Kön­nen Sie mit Pe­tra Foods ei­nem Eng­pass in der Ka­kao­ver­sor­gung aus­wei­chen? Bar­ry Cal­le­baut er­hält ne­ben West­afri­ka ei­nen zwei­ten Schwer­punkt zur Ka­kao­be­schaf­fung in Süd­ost­asi­en. In den nächs­ten Jah­ren ist die Ver­sor­gung ga­ran­tiert. Die bes­se­re Lie­fer­fä­hig­keit macht uns für be­ste­hen­de und neue Kun­den in­ter­es­sant, da wir ih­nen ei­nen Teil der ei­ge­nen Wachs­tums­un­si­cher­heit aus dem Weg räu­men. Asi­en wer­den als Ab­satz­markt die bes­se­ren Wachs­tums­aus­sich­ten at­tes­tiert als den eta­blier­ten Märk­ten. Bar­ry Cal­le­baut ver­folgt zahl­rei­che ei­ge­ne Pro­jek­te. Wel­chen Ein­fluss hat Pe­tra Foods? Das Un­ter­neh­men macht zwei Drit­tel des Ge­schäfts in auf­stre­ben­den Län­dern, wir sind erst bei 25% an­ge­langt. Ge­mein­sam steigt un­ser An­teil be­trächt­lich. Hal­ten Sie mit ih­ren Pro­jek­ten zu­rück? Ab­stri­che an un­se­ren Plä­nen in In­do­ne­si­en, Ma­lay­sia, Chi­na und Ja­pan gibt es da­durch nicht. Die An­la­gen von Pe­tra Foods er­gän­zen die un­se­ren zu ei­ner gut be­stück­ten Pro­duk­ti­ons­platt­form. Die Ka­kao­s­par­te von Pe­tra Foods ist mar­gen­schwach. Ist dies struk­tu­rell be­grün­det und müs­sen Sie ent­spre­chend in­ves­tie­ren?

Wir hal­ten Pul­ver tro­cken, da­mit wir im rich­ti­gen Mo­ment zu­grei­fen kön­nen.

Ur­sa­che der ge­rin­ge­ren Mar­ge ist das ra­san­te Vo­lu­men­wachs­tum von durch­schnitt­lich fast 15% in den letz­ten zehn Jah­ren. Das ver­lang­te von Pe­tra Foods In­ves­ti­tio­nen, die erst ver­daut sein wol­len. Ich füh­le mich mit der Er­trags­la­ge den­noch sehr kom­for­ta­bel. Denn die von uns auf 30 bis 35 Mio. Fr. ge­schätz­ten Sy­ner­gi­en nach vier Jah­ren wer­den die ver­lo­re­nen Mar­gen­pro­zen­te zu­rück­brin­gen. Bar­ry Cal­le­baut zahlt vier­zehn­mal den Ebit­da. Zu­viel? Wir zah­len ei­nen statt­li­chen Preis, aber er ist es wert. Ak­qui­si­tio­nen in Asi­en sind grund­sätz­lich teu­rer – Wachs­tums­po­ten­zi­al kos­tet. In un­se­rem Fall kommt da­zu, dass die Markt­füh­rer­schaft auch ei­ne Prä­mie er­laubt. Sind für Bar­ry Cal­le­baut wei­te­re Ak­qui­si­tio­nen, auch in an­dern Ge­schäfts­fel­dern, nun ta­bu? Die Mit­tel sind nicht er­schöpft. Wir hal­ten im­mer Pul­ver tro­cken, da­mit wir im rich­ti­gen Mo­ment zu­grei­fen kön­nen.

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