Al­piq er­war­tet Ver­lust für 2012

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Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - CC

Für den Ener­gie­kon­zern Al­piq wird das lau­fen­de Jahr – wie schon 2011 – al­ler Vor­aus­sicht nach mit ro­ten Zah­len en­den. Das Un­ter­neh­men rech­net we­gen Wert­be­rich­ti­gun­gen von rund 1,4 Mrd. Fr. mit ei­nem «deut­li­chen Ver­lust», wie Al­piq am Frei­tag nach­börs­lich be­kannt gab. Der Ver­sor­ger be­kräf­tig­te frü­he­re Aus­sa­gen, ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung zu prü­fen (vgl. FuW Nr. 97 vom 8. De­zem­ber), kün­dig­te wei­te­re Ein­spa­run­gen von 100 Mio. Fr. pro Jahr an und ei­ne zu­sätz­li­che Ver­ein­fa­chung der Or­ga­ni­sa­ti­on per Ja­nu­ar 2013.

Zu­dem ver­äus­sert Al­piq Ak­ti­en von Ro­man­de Ener­gie. Der West­schwei­zer Ver­sor­ger kauft zu­nächst 71 257 ei­ge­ne Ak­ti­en zum Preis von 1100 Fr. je Ti­tel zu­rück. Die Trans­ak­ti­on soll am 8. Ja­nu­ar voll­zo­gen wer­den. Die 78 Mio. Fr., wel­che Al­piq da­für er­hält, will Ro­man­de Ener­gie aus flüs­si­gen Mit­teln be­strei­ten. Zu­dem kann Ro­man­de Ener­gie bis En­de Mai 2013 ei­ne Op­ti­on auf den Er­werb von bis zu 48 737 wei­te­ren ei­ge­nen Ak­ti­en aus­üben. Ro­man­de Ener­gie will die zu­rück­ge­kauf­ten Va­lo­ren ge­mäss Me­di­en­mit­tei­lung für die Kon­so­li­die­rung der Ei­g­ner­struk­tur nut­zen und sieht aus­ser­dem Mög­lich­kei­ten, die Ti­tel für stra­te­gi­sche Al­li­an­zen ein­zu­set­zen. Al­piq zu­fol­ge soll die Be­zie­hung zwi­schen den bei­den Un­ter­neh­men auch nach die­ser Trans­ak­ti­on «eng und lang­fris­tig aus­ge­rich­tet» blei­ben.

Zur fi­nan­zi­el­len La­ge er­klär­te der Ener­gie­kon­zern auf An­fra­ge, über ei­ne aus­rei­chen­de Li­qui­di­täts­re­ser­ve zu ver­fü­gen. Ein­zel­hei­ten zur Wert­be­rich­ti­gung will das Un­ter­neh­men mit dem Jah­res­er­geb­nis kom­mu­ni­zie­ren. Zu­dem be­ton­te ein Spre­cher, dass über ei­ne mög­li­che Ka­pi­tal­er­hö­hung noch nicht ent­schie­den sei. Ge­mäss Kre­dit­ana­lys­ten müss­te Al­piq ge­gen 1 Mrd. Fr. auf­neh­men, um ei­ne we­sent­li­che Ver­bes­se­rung der Kre­dit­kenn­zah­len zu er­rei­chen. Die Net­to­ver­schul­dung be­trug per En­de 2011 rund 4,7 Mrd. Fr. Bis En­de 2014 sol­len 1,5 bis 2 Mrd. Fr. durch ein um­fas­sen­des Re­struk­tu­rie­rungs­pro­gramm ab­ge­baut wer­den. Ge­mäss Al­piq sind wei­te­re De­ves­ti­tio­nen ge­plant.

Nach dem Ver­kauf von Ge­schäf­ten in ganz Eu­ro­pa zie­len die Re­struk­tu­rie­rungs­mass­nah­men von Al­piq zu­neh­mend auf Schwei­zer Ak­ti­vi­tä­ten. Da­zu zählt der An­fang De­zem­ber an­ge­kün­dig­te Ver­kauf der Be­tei­li­gung am Bünd­ner Ener­gie­un­ter­neh­men Re­power an Ax­po und den Kan­ton Grau­bün­den, nun ist auch das En­ga­ge­ment in der West­schweiz be­trof­fen.

Be­reits für das Jahr 2011 hat­te Al­piq 1,7 Mrd. Fr. ab­schrei­ben müs­sen, weil der Pro­duk­ti­ons­park deut­lich an Wert ver­lo­ren hat­te. Hin­ter­grund sind Ver­wer­fun­gen an den in­ter­na­tio­na­len Strom­märk­ten. Die er­neu­ten 1,4 Mrd. Fr. Wert­be­rich­ti­gung sind ein deut­li­ches Si­gnal, dass der Um­bau noch nicht ge­schafft ist.

Al­piq N

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