Ban­ken­auf­sicht: wer, was, wann

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - CP

Das Dos­sier ei­nes ein­heit­li­chen Ban­ken­auf­sichts­me­cha­nis­mus (SSM) ist von den EU-Fi­nanz­mi­nis­tern zum Ab­schluss ge­bracht wor­den. Sie ha­ben am Don­ners­tag die Schaf­fung ei­ner zen­tra­len Ban­ken­auf­sicht be­schlos­sen. Der Ent­scheid wur­de vom EU-Rat der Staats- und Re­gie­rungs­chefs be­stä­tigt.

Künf­tig am­tiert die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) als Ober­auf­sicht für Ban­ken in der Eu­ro­zo­ne, die sieb­zehn Län­der um­fasst. EU-Län­der aus­ser­halb des Eu­ros kön­nen sich frei­wil­lig dem SSM un­ter­stel­len. Di­rek­ter An­sprech­part­ner ist die EZB nur für ge­schätz­te bis zu 200 Ban­ken, die als «sys­tem­re­le­vant» de­fi­niert wer­den. Da­zu zäh­len die, de­ren Bi­lanz­sum­me 30 Mrd. € oder ein Fünf­tel des jähr­li­chen Brut­to­in­land­pro­dukts des Hei­mat­staats über­steigt und die zu­sätz­lich grenz­über­schrei­tend tä­tig sind. Die rest- li­chen rund 6000 Ban­ken – die meis­ten da­von Spar­kas­sen und Re­gio­nal­ban­ken in Deutsch­land – blei­ben da­mit in der Ob­hut der na­tio­na­len Ban­ken­auf­sicht, die EZB kann je­doch in Not­si­tua­tio­nen ein­grei­fen.

Die EZB wird ih­re neue Rol­le, die zur Geld­po­li­tik hin­zu­kommt, im März 2014 über­neh­men, oder zwölf Mo­na­te nach­dem die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ge­schaf­fen wur­den. Die ge­mein­sa­men Auf­sichts­re­geln («Sing­le Ru­le Book»), die für den ge­sam­ten Bin­nen­markt der 27 EU-Mit­glied­staa­ten gel­ten, wer­den wie bis an­hin von der Eu­ro­päi­schen Ban­ken­auf­sicht (EBA) ver­ab­schie­det. Da­mit die Eu­ro­zo­ne die­ses Gre­mi­um nicht do­mi­niert, wird vor al­lem auf Drän­gen Gross­bri­tan­ni­ens hin bei Ab­stim­mun­gen auch ei­ne Mehr­heit der Nich­tEu­ro­zo­ne-Län­der nö­tig sein.

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