WES­HALB ZÖ­GERN?

Finanz und Wirtschaft - - ANLAGEFONDS/DATENSERVICE -

Da­mit das Wer­weis­sen über die Zu­kunft an den Fi­nanz­märk­ten nicht zum End­lo­s­pro­jekt wird, wo­zu es in dem kon­fu­sen Um­feld ge­nü­gend An­lass gä­be, ei­ne Fest­stel­lung vor­weg: Die Märk­te wer­den auch im neu­en Jahr hin­und her­ge­ris­sen sein zwi­schen Hof­fen und Ban­gen, Freu­de und Ver­zweif­lung und vie­len Wenn und Aber. Fest­zu­hal­ten ist auch, dass die über­ra­schend star­ke Per­for­mance im zu En­de ge­hen­den Jahr dem be­herz­ten Ein­grei­fen der No­ten­ban­ken ge­schul­det ist, be­son­ders der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank. Sie hat im Spät­som­mer un­ter das end­lo­se De­bat­tie­ren und La­vie­ren von sieb­zehn Eu­ro­land­re­gie­run­gen und ei­ner ver­zwei­fel­ten, len­den­ar­men Brüs­se­ler Zen­tra­le ein fi­nan­zi­el­les Si­cher­heits­netz ge­zo­gen und die Märk­te be­ru­higt.

Die Pro­ble­me sind ge­blie­ben – rie­si­ge Bud­get­de­fi­zi­te und Staats­schul­den­ber­ge, flaue Kon­junk­tur und als Fol­ge der not­wen­di­gen Li­qui­di­täts­schöp­fung der No­ten­ban­ken ei­ne Geld­flut, die mit­tel­fris­tig neue Schwie­rig­kei­ten schaf­fen kann. Die wei­te­re Ent­wick­lung an den An­la­ge­märk­ten wird des­halb stark im Schat­ten der Po­li­tik ste­hen und we­sent­lich da­von ab­hän­gen, ob un­ter den Ent­schei­dungs­trä­gern Ver­nunft und Weit­sicht oder kurz­fris­ti­ge Ei­gen­in­ter­es­sen und Starr­heit sie­gen wer­den. Wenn es heisst, in der Po­li­tik sei al­les mög­lich, denkt der Op­ti­mist ans Gu­te. Der Rea­list aber ver­lässt sich nicht dar­auf.

Rich­ten wird es wie so oft die Wirt­schaft, und da gibt es durch­aus Grund zur Zu­ver­sicht. Zahl­rei­che Un­ter­neh­men ha­ben sich fit ge­trimmt, sind bes­ser auf­ge­stellt, fle­xi­bel, ef­fi­zi­ent, in­no­va­tiv und streb­sa­mer denn je. Sie pro­fi­tie­ren wie die Kon­su­men­ten von re­kord­tie­fen Zin­sen. Es braucht nur ei­nen Fun­ken mehr Zu­ver­sicht, und der Auf­schwung – in den USA zeigt er sich be­reits – kann be­gin­nen. Nicht stür­misch, son­dern eher tem­pe­riert, was nach dem Hü und Hott der letz­ten Jahr­zehn­te nur zu be­grüs­sen ist.

Für Ka­pi­tal­an­le­ger be­deu­tet das wie im Sport: aus ei­ner sta­bi­len, gut di­ver­si­fi­zier­ten De­fen­si­ve her­aus je nach ei­ge­ner Stär­ke und Ri­si­ko­fä­hig­keit so­wie den Ei­gen­schaf­ten des Geg­ners die Of­fen­si­ve pfle­gen. Das hat nichts mit Wa­ge­mut, son­dern mit Kal­kül zu tun, denn für Ri­si­ken wer­den An­le­ger ge­ra­de in vo­la­ti­len Zei­ten in man­chen Fäl­len reich­lich ent­schä­digt. Wel­che Chan­cen sich wo, wie und wann bie­ten, dar­über gibt die­se Bei­la­ge Aus­kunft.

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