AUF ES­SEN, EF­FI­ZI­ENZ UND LICHT SET­ZEN

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DER DAU­ER­KRI­SE ENT­GE­HEN Auch für 2013 sind die Per­spek­ti­ven in Eu­ro­pa im bes­ten Fall als «ver­hal­ten» zu be­zeich­nen. Die un­ge­lös­te Schul­den­kri­se, die po­li­ti­schen Span­nun­gen in der Eu­ro­zo­ne und die schwä­cheln­de Welt­kon­junk­tur er­lau­ben im Eu­ro­raum selbst nach An­sicht der op­ti­mis­ti­schen Pro­gno­se der EU-Kom­mis­si­on nur ein Wachs­tum von 0,1%, 2014 soll das Plus 1,4% be­tra­gen. Für die Ak­ti­en­märk­te be­steht da­mit we­nig Po­ten­zi­al nach oben, ob­wohl die Be­wer­tung der eu­ro­päi­schen Stan­dard­wer­te im Durch­schnitt nicht hoch ist. Das Nied­rig­zins­um­feld dürf­te dem Markt wohl im Fall ei­ner – der­zeit nicht ab­seh­ba­ren – stär­ke­ren wirt­schaft­li­chen Ein­trü­bung Halt ge­ben.

Un­se­re Aus­wahl kon­zen­triert sich auf gut ge­führ­te, di­ver­si­fi­zier­te An­bie­ter mit re­la­tiv kri­sen­re­sis­ten­ter Kund­schaft so­wie auf zwei Tur­naround-Kan­di­da­ten. Der im spa­ni­schen Leit­in­dex Ibex 35 ent­hal­te­ne Reis- und Pa­s­ta­an­bie­ter ist im deut­schen Sprach­raum mit der Reis­mar­ke Ory­za oder Bir­kelTeig­wa­ren be­kannt. Ebro ist in 25 Län­dern prä­sent, über­wie­gend in Eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka. Rund die Hälf­te des Er­geb­nis­ses trägt Nord­ame­ri­ka be­reits bei, das Ge­schäft in Asi­en und Afri­ka ge­winnt zu­dem an Be­deu­tung. Die Schul­den­last hat die Grup­pe, die im lau­fen­den Jahr gut 2 Mrd. € um­setzt, kon­ti­nu­ier­lich auf ein mass­vol­les Ni­veau re­du­ziert, das Port­fo­lio wur­de ge­strafft. Or­ga­ni­sches und ak­qui­si­to­ri­sches Wachs­tum sind die er­klär­te Stra­te­gie. Ebro er­ziel­te bis­her Ebit­da-Mar­gen von rund 14 bis 15% und ei­ne Ren­di­te auf das ein­ge­setz­te Ka­pi­tal (Ro­ce) von gut 20%, was auch so blei­ben soll. Der Ab­satz­markt wächst zwar nur mar­gi­nal, aber Ebro ge­winnt et­was Markt­an­tei­le. Stei­gen­de Hart­wei­zen­und Rei­s­prei­se so­wie der in ei­ni­gen Märk­ten spür­ba­re Preis­kampf der Her­stel­ler ma­chen Kos­ten­sen­kun­gen not­wen­dig. Bis­her ist es Ebro ge­lun­gen, Preis­stei­ge­run­gen ver­zö­gert auf die Kun­den zu über­wäl­zen. Mit ei­nem Kurs-Buch­wert-Ver­hält­nis (KVB) von 1,3 (2012) und ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 13 (Schät­zung 2013) ha­ben die ren­di­te­star­ken Ti­tel noch Po­ten­zi­al. Auf Wachs­tums­kurs ist auch der Pro­zess­tech­no­lo­gie­spe­zia­list

Zu ge­fal­len ver­mag die brei­te Di­ver­si­fi­zie­rung des Port­fo­li­os auf Kun­den aus dem Nah­rungs­mit­tel-, dem Agrar-, dem Ener­gie­und dem Che­mie-/Phar­ma­sek­tor. Fast ein Drit­tel des Um­sat­zes stammt aus Schwel­len­län­dern. Gea ver­moch­te die ope­ra­ti­ve Mar­ge mit Aus­nah­me von 2009/10 ste­tig zu stei­gern. Mit ei­nem ge­schätz­ten KGV von 12 (2013) sind die Ti­tel an­ge­mes­sen be­wer­tet und dürf­ten an­zie­hen, wenn die Welt­wirt­schaft wie­der stär­ker wächst. Chan­cen birgt auch der fran­zö­si­sche Ener­gie- und Au­to­ma­ti­ons­spe­zia­list Der ABB-Wett­be­wer­ber ist in et­li­chen Zu­kunfts­märk­ten un­ter­wegs, et­wa in der Di­gi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­net­ze oder in Ener­gie­ef­fi­zi­enz­lö­sun­gen. Aus Schwel­len­län­dern kom­men rund 40% des Um­sat­zes. Die Grup­pe er­zielt kon­ti­nu­ier­lich ei­nen leicht stei­gen­den ope­ra­ti­ven Mit­tel­zu­fluss, spür­te aber zu­letzt die glo­ba­le Wachs­tums­ab­schwä­chung. Er­fol­ge im Kos­ten­ma­nage­ment und ei­ne gu­te Preis­durch­set­zungs­kraft min­dern die Ab­wärts­ri­si­ken. So könn­te es den Ak­ti­en wei­ter­hin ge­lin­gen, die Va­lo­ren der Kon­kur­ren­ten ABB und Sie­mens zu schla­gen. Ei­ne Tur­naround-Wet­te sind die Pa­pie­re der Han­dels­grup­pe

und des Licht­spe­zia­lis­ten Me­tro ist im Sep­tem­ber aus dem deut­schen Blue-Chip-In­dex Dax ge­flo­gen. Im Cash&-Car­ry-, im Su­per­markt- und im Elek­tro­nik­ge­schäft (Me­dia Markt/ Sa­turn) läuft es der­zeit nicht rund, die Flä­chen­pro­duk­ti­vi­tät – Um­satz pro Qua­drat­me­ter La­den­flä­che – sinkt. Me­tro lei­det un­ter der Kon­sum­schwä­che in Sü­d­eu­ro­pa und hat den Auf­sprung auf das E-Com­mer­ce-Ge­schäft lan­ge ver­schla­fen. Von 66,7 Mrd. € Um­satz (2011) er­ziel­te sie aber im­mer­hin 20 Mrd. € in Ost­eu­ro­pa und Asi­en/Afri­ka. Die mo­de­ra­te Be­wer­tung (KBV von 1,2) und das si­gni­fi­kan­te Im­mo­bi­li­en­ver­mö­gen bie­ten den Ak­ti­en Un­ter­stüt­zung – wo­bei die ex­trem ho­he Di­vi­den­de aber sin­ken dürf­te.

Mehr Ri­si­ko­fä­hig­keit be­dürf­ten die Ti­tel des Licht­spe­zia­lis­ten Zum­to­bel. Nach vie­len ent­täu­schen­den Quar­tals­be­rich­ten ha­ben sie sich seit An­fang 2011 ge­drit­telt und no­tie­ren un­ter Buch­wert. Die Spar­po­li­tik in Eu­ro­pa wer­de mit­tel­fris­tig das Wachs­tum im Licht­markt von 10% pro Jahr auf 4% pro Jahr drü­cken, sag­te die auf In­nen- und Aus­sen­be­leuch­tung spe­zia­li­sier­te Grup­pe im Som­mer. Im­pul­se ge­ben die Ener­gie­ef­fi­zi­enz­vor­ga­ben der Po­li­tik und das ra­san­te Wachs­tum des LED-Mark­tes. Dank der mäs­si­gen Ver­schul­dung und der or­dent­li­chen Ka­pi­tal­aus­stat­tung be­ste­hen re­el­le Chan­cen für Zum­to­bel, die Kri­se zu meis­tern.

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