ZEIT­FENS­TER FÜR ZY­KLI­SCHE WÄH­RUN­GEN

Finanz und Wirtschaft - - ANLAGEFONDS/DATENSERVICE -

AUF­HEL­LUNG AM KON­JUNK­TUR­HO­RI­ZONT Hoff­nungs­vol­le An­zei­chen meh­ren sich für ei­nen gu­ten Start der glo­ba­len Kon­junk­tur ins neue Jahr. In den USA wird der Häu­ser­markt ei­nen wich­ti­gen Wachs­tums­bei­trag leis­ten und den pri­va­ten Kon­sum un­ter­stüt­zen. In Chi­na wird die Kre­dit­aus­wei­tung ei­ne Wirt­schafts­er­ho­lung nach sich zie­hen. Die­ses po­si­ti­ve Mo­men­tum wird auch Eu­ro­land aus der Re­zes­si­on ver­hel­fen. Spa­ni­en dürf­te zu Jah­res­be­ginn of­fi­zi­ell fi­nan­zi­el­le Hil­fe be­an­tra­gen und da­mit das neue An­lei­hen­pro­gramm (OMT) der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank ak­ti­vie­ren. Mit dem kon­junk­tu­rel­len Rü­cken­wind sind die ver­ein­bar­ten Spar­zie­le Spa­ni­ens und der bis­he­ri­gen Fi­nanz­hil­fe­emp­fän­ger rea­li­sier­bar, was das Ver­trau­en in die eu­ro­päi­sche Wäh­rungs­uni­on stär­ken wird.

Die­ser Op­ti­mis­mus dürf­te ei­nen An­stieg des Eu­ro-Dol­lar-Wech­sel­kur­ses aus­lö­sen. Auch die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) wird die Un­ter­gren­ze von 1.20 Fr. zum Eu­ro nicht ver­tei­di­gen müs­sen. Der Eu­ro kann so­gar oh­ne Zu­tun der SNB leicht über die Un­ter­gren­ze stei­gen, da si­che­re Hä­fen vor­erst ih­ren Reiz ver­lie­ren. Hin­ge­gen soll­ten die zy­kli­schen Wäh­run­gen aus­tra­li­scher Dol­lar, schwe­di­sche Kro­ne und bri­ti­sches Pfund zu­le­gen.

Al­ler­dings hat die jüngs­te Ver­gan­gen­heit ge­zeigt, dass in ei­nem Um­feld des Schul­den­ab­baus die kon­junk­tu­rel­len Zy­klen im­mer kür­zer und die Lan­dun­gen här­ter wer­den. Die sich ab­zeich­nen­de Er­ho­lung der Welt­kon­junk­tur droht be­reits in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2013 weg­zu­bre­chen. Mit dem kon­junk­tu­rel­len Ge­gen­wind wird es für die eu­ro­päi­schen De­fi­zit­län­der ei­ne gros­se Her­aus­for­de­rung sein, den ge­plan­ten Kon­so­li­die­rungs­kurs ein­zu­hal­ten, zu­mal der ne­ga­ti­ve Wachs­tums­ef­fekt ih­rer Spar­mass­nah­men ge­mäss un­se­ren Be­rech­nun­gen nach wie vor un­ter­schätzt wird.

Macht sich die­se Er­nüch­te­rung an den Fi­nanz­märk­ten breit, wird sich das Zeit­fens­ter für die zy­kli­schen Wäh­run­gen wie­der schlies­sen. Der aus­tra­li­sche Dol­lar wird zu den Haupt­ver­lie­rern ge­hö­ren, da die aus­tra­li­sche Zen­tral­bank ih­ren Spiel­raum für Zins­sen­kun­gen nut­zen dürf­te. In der zwei­ten Hälf­te des kom­men­den Jah­res soll­ten An­le­ger er­neut dem Si­cher­heits­ge­dan­ken und so­mit den de­fen­si­ven Wäh­run­gen Dol­lar, Fran­ken und Yen den Vor­rang ge­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.