EIN­ZIG­AR­TIG­KEIT FÄLLT AUF

Finanz und Wirtschaft - - ANLAGEFONDS/DATENSERVICE -

NIED­RIG­ZINS­LA­GE FOR­DERT Die No­ten­ban­ken der we­sent­li­chen Län­der hal­ten die Markt­zin­sen auf mi­ni­ma­len Sät­zen, um da­mit der Kon­junk­tur­flau­te und der dro­hen­den De­fla­ti­on ent­ge­gen­zu­wir­ken. Für die Un­ter­neh­men der Fi­nanz­bran­che sind ei­ni­ge Nach­tei­le da­mit ver­bun­den. Das Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ge­schäft ist ge­lähmt, weil An­la­ge­kun­den ab­war­tend an der Sei­ten­li­nie ste­hen und sich nur zö­ger­lich zu In­vest­ment­trans­ak­tio­nen mo­ti­vie­ren las­sen. Im Kre­dit­ge­schäft sind die Aus­lei­h­zin­sen auf ein ge­rin­ges Ni­veau ge­sun­ken. Da­von wird zwar die Nach­fra­ge nach Fest­zins­dar­le­hen – et­wa Fes­t­hy­po­the­ken – an­ge­trie­ben, doch für die Ban­ken ist ei­ne kon­gru­en­te Re­fi­nan­zie­rung zu­neh­mend schwie­rig und folg­lich das Zins­än­de­rungs­ri­si­ko be­droh­lich. Die As­se­ku­ranz­un­ter­neh­men schliess­lich ha­ben sich auf ei­ne struk­tu­rel­le Ver­schlech­te­rung der Er­trags­kraft ein­zu­stel­len. Der An­la­ge­er­trag der mil­li­ar­den­ho­hen Ver­mö­gen, die den Ver­si­che­rungs­ver­pflich­tun­gen ge­gen­über­ste­hen, schrumpft mit zu­neh­men­der Dau­er der Nied­rig­zins­la­ge. Des­halb gilt es auf Ak­ti­en von Un­ter­neh­men zu set­zen, die aus be­son­de­ren Kon­stel­la­tio­nen Nut­zen zu zie­hen ver­mö­gen.

Gross­ban­ken sind nicht en vogue, spa­ni­sche schon gar nicht. Doch die gröss­te Bank der Eu­ro­zo­ne, ist ei­ne Über­le­gung wert. Kaum ei­ne an­de­re ist der­art gut in den auf­stre­ben­den Märk­ten po­si­tio­niert. Mehr als die Hälf­te des Ge­winns stammt aus Schwel­len­län­dern, v. a. in Latein­ame­ri­ka. Santan­der ist zu­dem mit ei­nem Kos­ten-Er­trags-Ver­hält­nis von 45% ei­ne der ef­fi­zi­en­tes­ten Gross­ban­ken. Mit ei­ner Quo­te von 9,5% har­tem Ei­gen­ka­pi­tal nach Ba­sel III ist sie im Mit­tel­feld in Be­zug auf Ka­pi­tal­stär­ke. So­bald sich ei­ne Ent­span­nung auf dem spa­ni­schen Im­mo­bi­li­en­markt ab­zeich­net, sind die Ak­ti­en ein Kauf, zu­mal sie ei­ne Di­vi­den­den­ren­di­te von 10% ab­wer­fen.

Ver­mö­gens­ver­wal­ter lei­det zwar eben­falls un­ter dem ein­gangs ge­schil­der­ten Um­feld, hat sich je­doch für ei­ne aus­ge­spro­che­ne Wachs­tums­stra­te­gie ent­schie­den. Mit der Über­nah­me des in­ter­na­tio­na­len Ge­schäfts von Mer­rill Lynch wer­den die ver­wal­te­ten Ver­mö­gen von 184 Mrd. Fr. vor­aus­sicht­lich um 57 bis 72 Mrd. Fr. er­höht. Der Kauf­preis be­trägt 1,2% da­von, al­so zwi­schen 680 und 860 Mio. Fr., plus In­te­gra­ti­ons­kos­ten von 312 Mio. Fr. Das ist ho­her Preis, und der Ab­bau von 850 bis 1030 der ins­ge­samt 5700 Stel­len stellt ei­nen deut­li­chen Ein­schnitt dar. Die Chan­cen, dass Ju­li­us Bär die­ser Quan­ten­sprung ge­lingt, sind je­doch in­takt.

Ein Wachs­tums­feld im Be­reich der Ver­mö­gens­ver­wal­tung be­setzt die Zu­ger die sich gänz­lich auf die Ver­mitt­lung von Al­ter­na­ti­vin­vest­ments an in- und aus­län­di­sche In­sti­tu­tio­nel­le kon­zen­triert. Die Nied­rig­zins­pha­se drängt Pen­si­ons­kas­sen und Fa­mi­li­en­stif­tun­gen in Fi­nanz­markt­be­rei­che, die zu­min­dest auf den lan­gen Zei­t­raum be­zo­gen ei­nen ho­hen ri­si­ko­ad­jus­tier­ten Er­trag ver­spre­chen. Das Sor­ti­ment von Part­ners Group um­fasst kol­lek­ti­ve und di­rek­te In­vest­ments in Be­tei­li­gungs­ka­pi­tal, Un­ter­neh­mens­schul­den, Im­mo­bi­li­en und In­fra­struk­tur­an­la­gen. Die zu­neh­men­de Kun­den­nach­fra­ge spült ste­tig mehr Kom­mis­sio­nen in die Kas­sen von Part­ners Group.

Die weit­räu­mi­gen Schä­den des Sturm­tiefs «San­dy» an der US-Ost­küs­te kom­men die gan­ze As­se­ku­ranz­bran­che teu­er zu ste­hen. wird den Ver­si­cher­ten ge­gen­über 900 Mio. $ mehr aus­le­gen müs­sen, als zu­vor an Prä­mi­en für die­se De­ckun­gen ein­ge­nom­men wor­den ist. Im Ge­gen­zug ver­langt der Ver­si­che­rer nächs­tes Jahr hö­he­re Ta­ri­fe, wes­halb die Ein­nah­men stei­gen wer­den. Swiss Re wird zu­dem au­to­ma­tisch deut­lich mehr Um­satz er­zie­len, da En­de 2012 ein mehr­jäh­ri­ger Ge­schäfts­ab­tre­tungs­ver­trag mit dem Wett­be­wer­ber Berk­shire Hat­ha­way aus­läuft. Da­mit ste­hen die Zei­chen gut für ein über­durch­schnitt­li­ches Re­sul­tat – zu­min­dest so­fern ei­ne Häu­fung schwe­rer Na­tur­ka­ta­stro­phen aus­bleibt.

Kon­se­quent ei­ge­ne Stär­ken pfle­gen: setzt es vor­bild­lich um. Der dä­ni­sche Mehr­spar­ten­ver­si­che­rer kon­zen­triert sich auf den Heim­markt, wo er im Sach- und im Le­benge­schäft ei­nen ho­hen Markt­an­teil be­an­sprucht. Fol­ge ist ei­ne ho­he Ef­fi­zi­enz bzw. ein sehr nied­ri­ger Be­triebs­auf­wand. In­ves­tor Re­la­ti­ons und Trans­pa­renz (re­gel­mäs­si­ge Ge­winn­pro­gno­sen) sind über­durch­schnitt­lich. Trotz stol­zer Be­wer­tung (Preis-Buch­wert-Ver­hält­nis von fast 3, üb­li­cher­wei­se in der Bran­che un­ter 1) blei­ben die Ak­ti­en kau­fens­wert.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.