CHAN­CEN DURCH VIEL­FALT

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UN­GE­WISS­HEIT Der In­dus­trie­sek­tor sieht sich mit ei­nem an­ge­spann­ten wirt­schaft­li­chen Um­feld kon­fron­tiert; die Un­si­cher­heit ist gross. Für sol­che Rah­men­be­din­gun­gen ist der Sek­tor als Gan­zes heu­te je­doch bes­ser ge­rüs­tet als noch vor we­ni­gen Jah­ren. Das Gros der Un­ter­neh­men weiss die­ser Ta­ge ge­schick­ter mit her­aus­for­de­rungs­rei­chen Si­tua­tio­nen um­zu­ge­hen, ar­bei­tet ef­fi­zi­en­ter, ist fle­xi­bler und be­deu­tend leis­tungs­fä­hi­ger. In­dus­trie­ak­ti­en ha­ben sich in jün­ge­rer Zeit sehr un­ter­schied­lich ent­wi­ckelt, was an­ge­sichts der enor­men Di­ver­si­tät des Sek­tors nicht über­rascht. In vie­len Kur­sen gibt es al­ler­dings deut­li­che Hin­wei­se dar­auf, dass dar­in be­reits et­li­che schlech­te Nach­rich­ten ver­ar­bei­tet sind. Als An­la­gethe­men las­sen sich je nach Ge­schmack Früh­zy­kli­ker, Port­fo­li­o­op­ti­mie­rung und So­li­di­tät spie­len.

In­dus­trie­zwei­ge, die das Trans­port­we­sen be­die­nen, sind im All­ge­mei­nen früh­zy­kli­scher Na­tur. Auf Jah­res­sicht dar­auf zu set­zen, ist an­ge­sichts der wirt­schaft­li­chen Un­si­cher­heit zwar ri­si­ko­reich. Doch da­für bie­tet un­ter die­sem Aspekt viel­ver­spre­chen­de Per­spek­ti­ven. Die schwe­di­sche In­ves­ti­ti­ons­gü­ter­grup­pe zählt zu den welt­weit füh­ren­den Last­wa­gen­her­stel­lern. Ih­re Ak­ti­vi­tä­ten sind zu­dem geo­gra­fisch breit ab­ge­stützt. Und dann ist da noch der neue Stra­te­gie­plan für das Last­wa­gen­ge­schäft: Er zielt bis 2015 un­ter an­de­rem auf ei­ne wei­te­re Ex­pan­si­on in den Schwel­len­län­dern und auf ei­ne si­gni­fi­kan­te Stei­ge­rung der Pro­fi­ta­bi­li­tät ab.

We­ni­ger aus ei­ner er­hoff­ten Kon­junk­tur­er­ho­lung als viel­mehr aus ei­nem Port­fo­li­o­um­bau nährt sich die Fan­ta­sie für die Ak­ti­en Das Spe­zi­al­che­mie­un­ter­neh­men strafft sei­ne Ak­ti­vi­tä­ten. Für Ge­schäf­te mit be­schränk­ten Wachs­tums­aus­sich­ten und mäs­si­ger Ren­ta­bi­li­tät wird nach ei­ner Lö­sung aus­ser­halb des Kon­zerns ge­sucht. Der Gross­teil der ge­plan­ten De­ves­ti­tio­nen – ins­ge­samt sind fünf Ge­schäfts­ein­hei­ten be­trof­fen – soll 2013 über die Büh­ne ge­hen. Ver­läuft al­les nach Plan, wird Cla­ri­ant in der Fol­ge ein wachs­tums­kräf­ti­ge­res und ren­ta­ble­res Un­ter­neh­men sein. Das heu­ti­ge Kurs­ni­veau trägt dem noch nicht Rech­nung. In ei­nem tief­grei­fen­den Wan­del be­fin­det sich auch

Mit dem Ver­kauf des Edel­stahl­ge­schäfts, der noch 2012 voll­zo­gen wird, hat sich der deut­sche Stahl- und Tech­no­lo­gie­kon­zern be­reits ei­ner Ver­lust­quel­le ent­le­digt. Mit der ge­plan­ten Ve­räus­se­rung der bei­den Stahl­wer­ke in Bra­si­li­en und in den USA – de­ren Auf­bau 12 Mrd. € ver­schlun­gen hat und die zu­sam­men die Spar­te Steel Ame­ri­cas bil­den – soll bald auch das zwei­te Loch ge­stopft sein. Ein Ver­kaufs­er­folg wür­de aus Thys­sen­Krupp ein leis­tungs­fä­hi­ge­res Un­ter­neh­men ma­chen – ei­nes, das we­ni­ger als 30% sei­nes Um­sat­zes mit Stahl er­zielt und ent­spre­chend neu be­wer­tet wer­den muss. Ei­ne sol­che Neu­be­wer­tung steht noch aus.

Die Chan­cen von sind im Ver­gleich zu Vol­vo, Cla­ri­ant und Thys­sen­Krupp an we­ni­ger Wenn ge­bun­den. Für die Ti­tel spricht auch so ei­ni­ges. Ih­re Be­wer­tungs­kenn­zah­len sind mass­voll. Die Be­rich­te zum zwei­ten und drit­ten Quar­tal ha­ben die am Markt ge­heg­ten Be­fürch­tun­gen je­weils ent­kräf­tet. Das mehr­heit­lich spät­zy­kli­sche Ge­schäft des Au­to­ma­ti­ons- und Ener­gie­tech­nik­kon­zerns ge­währ­leis­tet ei­ne ge­wis­se Sta­bi­li­tät. Die geo­gra­fi­sche Di­ver­si­fi­ka­ti­on schützt vor Un­ge­mach in ein­zel­nen Welt­re­gio­nen, und das Port­fo­lio ist mit Ak­qui­si­tio­nen in den USA ge­schickt ver­stärkt wor­den. Last but not least stellt die Ge­schäfts­lei­tung im­mer wie­der neu un­ter Be­weis, wie sie es ver­steht, durch kon­se­quen­tes Er­schlies­sen von Ein­spar­po­ten­zi­al wett­be­werbs­be­ding­tem Mar­gen­druck die Spit­ze zu bre­chen.

Ei­nen noch hö­he­ren Grad an So­li­di­tät bie­ten bran­chen­be­dingt Das Ge­schäft mit In­dus­trie- und Me­di­zi­nal­ga­sen zeigt nicht nur ei­ne lang­fris­tig stei­gen­de Ten­denz, es zeich­net sich in gars­ti­gen Zei­ten auch durch ho­he Wi­der­stands­kraft aus. Ge­schul­det ist dies der brei­ten Di­ver­si­fi­zie­rung der Ab­neh­mer­bran­chen, vor al­lem aber den lang­fris­ti­gen In­dus­trie­ga­se­ver­trä­gen, an die ge­wis­se Ab­nah­me­zu­sa­gen ge­bun­den sind. Ein ho­her An­teil an den Ein­nah­men der fran­zö­si­schen Grup­pe stammt aus sol­chen Ver­trä­gen. Zu­sam­men mit er­gän­zen­den klei­ne­ren Zu­käu­fen und kon­ti­nu­ier­li­chen Kos­ten­ein­spa­run­gen soll­te dies 2013 ei­ne wei­te­re Ge­winn­stei­ge­rung er­mög­li­chen – und den an­ge­mes­sen be­wer­te­ten Ak­ti­en trotz ei­ner ge­dämpf­ten Ent­wick­lung der Ga­se­nach­fra­ge ei­ne so­li­de Per­for­mance er­lau­ben.

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