EM­MA ALS GRAD­MES­SER

Finanz und Wirtschaft - - ANLAGEFONDS/DATENSERVICE -

KON­SO­LI­DIE­RUNGS­PHA­SE 2012 ha­ben Ti­tel aus den Bran­chen Kon­sum, na­ment­lich Lu­xus­gü­ter, und Nah­rungs­mit­tel an den Ak­ti­en­märk­ten gut ab­ge­schnit­ten. Und dies, ob­wohl die kon­junk­tu­rel­len Rah­men­be­din­gun­gen und die Kauf­lust in wei­ten Tei­len Eu­ro­pas nicht a prio­ri auf ei­ne er­freu­li­che Kurs­ent­wick­lung schlies­sen lies­sen. In bei­den Sek­to­ren hat die Be­deu­tung der auf­stre­ben­den Märk­te (Em­Ma) zu­ge­nom­men, ja be­stimmt die Prä­senz in die­sen Län­dern weit­ge­hend das Ge­sche­hen. Die­ser Trend wird sich 2013 fort­set­zen, so­dass An­le­ger in ih­rem Ent­scheid die Un­ter­neh­mens­po­si­tio­nen in Chi­na, Süd­ost­asi­en und Latein­ame­ri­ka ent­spre­chend ge­wich­ten soll­ten. Ins­ge­samt dürf­te der Kon­sum­sek­tor im nächs­ten Jahr je­doch ei­ne be­schei­de­ne­re Per­for­mance auf­wei­sen als 2012. Ei­ne ve­ri­ta­ble Sek­tor­ro­ta­ti­on von de­fen­si­ven Wer­ten zu zy­kli­schen Pa­pie­ren zeich­net sich zwar nicht ab, doch je nä­her 2014 rückt, des­to mehr wer­den kon­junk­tur­sen­si­ti­ve Ti­tel auf den Ra­dar kom­men.

ist der Fa­vo­ri­ten­rol­le im Nah­rungs­mit­tel­sek­tor im zu En­de ge­hen­den Jahr ge­recht ge­wor­den (Ak­ti­en +12%). Die Chan­cen ste­hen gut, dass dies auch 2013 der Fall sein wird, wes­halb sie wie­der auf der Emp­feh­lungs­lis­te lan­den. Wachs­tums­trei­ber sind zu­meist die auf­stre­ben­den Märk­te. Je ein Drit­tel des Um­sat­zes stammt aus We­st­eu­ro­pa, Nord­ame­ri­ka und den Emer­ging Mar­kets. An­vi­siert sind 50% An­teil aus den auf­stre­ben­den Län­dern. Chi­na wird nach dem Zu­kauf von Hsu Fu Chi, Yin­lu Foods und der Ba­by­nah­rungs­spar­te von Pfi­zer Frank­reich als zweit­wich­tigs­ten Markt ab­lö­sen. Mar­ken­zei­chen Nest­lés sind In­no­va­ti­ons­kraft und Er­trags­kon­stanz. 5 bis 6% or­ga­ni­sches Wachs­tum und ei­ne hö­he­re Ebit-Mar­ge in Lo­kal­wäh­rung, lau­ten die Jah­res­zie­le, die auch 2013 ein­ge­hal­ten wer­den dürf­ten.

Was die Prä­senz in Emer­ging Mar­kets be­trifft, ist dem Bran­chen­lea­der Nest­lé vor­aus. 56% des Um­sat­zes wer­den dort er­zielt. Ein Teil des Re­zepts wird von bei­den be­folgt, auch Uni­le­ver setzt auf an den lo­ka­len Markt an­ge­pass­te, er­schwing­li­che Pro­duk­te und klei­ne­re Ver­pa­ckungs­grös­sen. Ein zu­sätz­li­cher Reiz ist das An­ge­bot an Kör­per­pfle­ge­pro­duk­ten, weil die­ser Be­reich zu den wachs­tums­stärks­ten im Kon­sum zählt und be­son­ders in den auf­stre­ben­den Märk­ten ge­deiht.

Die stei­gen­de Kauf­kraft in Chi­na und die Rei­se­lust ei­ner stets grös­se­ren Schicht des Mil­li­ar­den­volks be­wir­ken, dass sich die Nach­fra­ge nach Lu­xus­gü­tern höchs­tens vor­über­ge­hend ab­schwä­chen wird. Sek­tor­fa­vo­rit blei­ben die neu im Sto­xx 50 ge­führ­ten

Die Spar­ten Uh­ren (u. a. Ja­e­ger-LeCoult­re, IWC) und Schmuck (Car­tier) er­wirt­schaf­ten 75% des Um­sat­zes und über 90% des Be­triebs­ge­winns. Schreib­ge­rä­te, Le­der­wa­ren und Mo­de inkl. des On­li­ne-Ver­triebs Net-à-Por­ter run­den die Pa­let­te ab. Dank dem Aus­bau des ei­ge­nen Fi­li­al­net­zes be­trägt die Ebit-Mar­ge kon­zern­weit in­zwi­schen 27%. Die ho­he Net­to­li­qui­di­tät si­chert Ri­che­mont die Mit­tel zum Wachs­tum aus ei­ge­ner Kraft und für Ak­qui­si­tio­nen, die aber nur zur Ar­ron­die­rung vor­ge­se­hen sind.

Mehr Ri­si­ko­be­reit­schaft ver­langt ein En­ga­ge­ment in Das US-Un­ter­neh­men ver­ei­nigt die Fast-Food-Ket­ten Ken­tu­cky Fried Chi­cken (KFC), Piz­za Hut und Ta­co Bell un­ter sei­nem Dach. Im Haupt­markt Chi­na ist es dank KFC Markt­füh­rer. Dort hat der Hüh­ner­bra­ter drei­mal mehr Ver­kaufs­punk­te als McDo­nald’s. Im vier­ten Quar­tal harz­te das Ge­schäft in Chi­na, was die Ti­tel zu­rück­warf. Auf dem nied­ri­ge­ren Ni­veau sind Yum Brands ei­ne Über­le­gung wert. Die im Ver­gleich zu den di­rek­ten Kon­kur­ren­ten McDo­nald’s und Burger King grös­se­re Vo­la­ti­li­tät ist je­doch zu be­ach­ten.

Der Ka­kao- und Scho­ko­la­de­pro­du­zent ar­bei­tet ent­lang der gan­zen Wert­schöp­fungs­ket­te von der Ka­kao­ge­win­nung über die Pro­duk­ti­on von Halb­fa­bri­ka­ten bis zur Scho­ko­la­de­her­stel­lung. Gros­se Be­deu­tung hat die Rol­le als Out­sour­cing-Part­ner für nam­haf­te Scho­ko­la­de­an­bie­ter. Durch die Über­nah­me der Ka­kao­s­par­te von Pe­tra Foods wur­de die Be­schaf­fung ver­stärkt, was die Ver­sor­gungs­si­cher­heit mit Ka­kao ver­bes­sert. 2011/12 stei­ger­te Bar­ry Cal­le­baut das Pro­duk­ti­ons­vo­lu­men um 8,7%. Die Ziel­band­brei­te reicht von 6 bis 8% Wachs­tum. Im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr wer­den Out­sour­cing-Ver­trä­ge wei­ter für Schub sor­gen. Son­der­be­las­tun­gen fal­len weg, nach­dem der letz­te Rest des Ver­brau­cher­ge­schäfts ver­kauft und die Pro­duk­ti­on in Eu­ro­pa auf Ef­fi­zi­enz ge­trimmt ist.

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