Bran­son un­ter Druck

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - JB

Mark Bran­son ist in ei­ner heik­len Si­tua­ti­on. Der Lei­ter der Ban­ken­ab­tei­lung bei der Fi­nanz­markt­auf­sicht Fin­ma war von 2006 bis 2008 Chef von UBS Se­cu­ri­ties Ja­pan. Er trug dort un­ter an­de­rem die Ver­ant­wor­tung für das Wert­schrif­ten­ge­schäft – ge­nau den Be­reich, in dem es da­mals bei der lo­ka­len Bank­ein­heit zu Zins­ma­ni­pu­la­tio­nen kam.

Nun ist im Vor­feld des Li­bor-Ver­gleichs der UBS (vgl. Haupt­text) die Fra­ge auf­ge­taucht, ob Bran­son für die Fin­ma noch trag­bar sei, wo er doch für die Vor­fäl­le in Nip­pon mit­ver­ant­wort­lich sein könn­te. Dass der 44-jäh­ri­ge, eins­ti­ge Top-Ban­ker in der An­ge­le­gen­heit be­fan­gen ist, liegt auf der Hand. Die Fin­ma hat dar­um im Spät­som­mer die­ses Jah­res, so­bald sie for­mell ih­re Li­bor-Un­ter­su­chung star­te­te, Bran­son in den Aus­stand tre­ten las­sen. Es sei dar­um ge­gan­gen, «jeg­li­chen An­schein von Be­fan­gen­heit zu ver­mei­den», be­stä­tigt Fin­ma-Me­dien­spre­cher To­bi­as Lux.

Die Auf­sichts­be­hör­de woll­te da­mit – wie Lux im Ge­spräch mit FuW er­läu­tert – «der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts Rech­nung tra­gen». Hin­ter­grund ist die Kri­tik der Lau­san­ner Rich­ter am Ver­hal­ten des eins­ti­gen Fin­ma-Prä­si­den­ten Eu­gen Hal­ti­ner. Die­ser trat – trotz sei­ner frü­he­ren Tä­tig­keit für die UBS – beim Be­schluss über die Lie­fe­rung von Kun­den­da­ten der Gross­bank an die USA 2009 nicht in den Aus­stand. So­bald die Fak­ten zum Li­bor-Skan­dal von UBS in Ja­pan auf dem Tisch lie­gen, dürf­te sich zei­gen, ob Bran­son sei­nen Pos­ten auf si­cher hat oder sein Stuhl wa­ckelt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.