Zu­rich will al­les ge­ben

SCHWEIZ Be­las­tun­gen 2012 un­üb­lich hoch – Den­noch nach­hal­tig ho­her Di­vi­den­de ver­pflich­tet

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ/ENERGIE - THO­MAS HENGARTNER

Die Zu­rich-Grup­pe rech­net mit 0,7 Mrd. $ Scha­den­sum­me we­gen der Fol­gen des Sturms «San­dy», wo­mit der glo­ba­le Erst­ver­si­che­rer fast so hef­tig ge­trof­fen wird wie füh­ren­de Rück­ver­si­che­rer. Da der Kon­zern zu­dem die­ses Jahr 0,5 Mrd. $ Son­der­auf­wen­dun­gen zur Sa­nie­rung von Tei­len des Deutsch­land­ge­schäfts zu ver­bu­chen hat, wird der Jah­res­ge­winn deut­lich un­ter den Vor­jah­res­wert von 3,8 Mrd. $ zu­rück­fal­len.

Die vor­aus­sicht­li­che Scha­den­sum­me sei im Rah­men des Ri­si­ko­ni­veaus, das der Kon­zern glo­bal ein­ge­he und durch Rück­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ein­gren­ze, be­ant­wor­tet Spre­che­rin Syl­via Gäumann die An­fra­ge. «Fi­nanz und Wirt­schaft» re­vi­diert die Ge­winn­schät­zung auf noch 3,1 Mrd. $ bzw. 19.50 Fr. je Ak­tie. Da­mit kä­me das Be­treff­nis nur noch we­nig über der letzt­be­zahl­ten Di­vi­den­de von 17 Fr. je Pa­pier bzw. in Sum­me um­ge­rech­net 2,7 Mrd. $ zu lie­gen (ge­schätz­te Ren­di­te von 7,1%).

Ak­ti­en teu­er be­wer­tet

Zu­rich blei­be dem Grund­satz ver­pflich­tet, ei­ne «nach­hal­ti­ge, kon­kur­renz­fä­hi­ge und at­trak­ti­ve Di­vi­den­de» zu zah­len, er­gänzt Gäumann. Der Kon­zern er­rei­che wei­ter­hin ei­nen kräf­ti­gen Geld­zu­fluss bzw. Cash­flow und ro­bus­ten Er­trag. Selbst nach dem «San­dy»-Scha­den­fall blei­be die Ka­pi­tal­po­si­ti­on so­lid. Ent­schei­den über den Aus­schüt­tungs­an­trag zu­han­den der Ge­ne­ral­ver­samm­lung wird der Ver­wal­tungs­rat je­doch erst im Früh­ling. An­zu­neh­men ist, dass das Lei­tungs­gre­mi­um nur nach ei­ner noch­ma­li­gen Son­der­be­las­tung ei­ne Di­vi­den­den­kür­zung in Be­tracht zieht; et­wa, falls sich in den kom­men­den Mo­na­ten wei­te­re schwe­re Ver­si­che­rungs­fäl­le er­eig­nen. «Fi­nanz und Wirt­schaft» legt der Ge­winn­schät­zung 2013 ei­ne durch­schnitt­li­che Scha­den­last zu­grun­de. Das dar­aus be­rech­ne­te Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis der Zu­rich-Pa­pie­re von 10 liegt im obe­ren Be­reich des mehr­jäh­ri­gen Be­wer­tungs­bands.

In der Scha­den­schät­zung der Ver­ant­wort­li­chen von 0,7 Mrd. $ sind Ab­gel­tun­gen von Rück­ver­si­che­rern be­rück­sich­tigt. 40 Mio. $ ent­fal­len auf De­ckun­gen zu­guns­ten der Ver­si­che­rungs­ge­nos­sen­schaft Far­mers, die von der Zu­rich-Grup­pe auf Kom­mis­si­ons­ba­sis ge­führt wird. Die Kos­ten sol­len im Er­geb­nis für das vier­te Quar­tal 2012 ver­bucht wer­den, über das der Kon­zern am 14. Fe­bru­ar be­rich­ten wird.

Zweit­teu­ers­ter Wir­bel­sturm

Teu­er zu ste­hen kommt der Sturm «San­dy», der die Ka­ri­bik und die US-Ost­küs­te En­de Ok­to­ber ver­wüs­te­te, die Rück­ver­si­che­rer. Der Schwei­zer An­bie­ter Swiss Re schätzt den ver­si­cher­ten Scha­den auf bran­chen­weit 20 bis 25 Mrd. $. Di­rekt auf den Schwei­zer Rück­ver­si­che­rer dürf­ten rund 900 Mio. $ ent­fal­len. Der Bran­chen­pri­mus Mün­che­ner Rück schätzt die für ihn re­le­van­te Be­las­tung auf ei­nen mitt­le­ren drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag. «San­dy» ist nach dem Hur­ri­kan «Ka­tri­na», der 62,2 Mrd. $ Scha­den ver­ur­sacht hat­te, der für die Ver­si­che­rer zweit­teu­ers­te Wir­bel­sturm.

Zu­rich In­suran­ce N

Die Be­he­bung der Ver­wüs­tun­gen des Sturm­tiefs «San­dy» – hier an ei­nem Haus in New Jer­sey – wird rund 50 Mrd. $ kos­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.