Ahr­schein­lich»

Ohen Markt­an­tei­le in der Krebs­be­hand­lung im Wett­be­werb mit Nach­ah­mern ver­tei­di­gen kann

Finanz und Wirtschaft - - GENENTECH - IN­TER­VIEW: CAR­LA PALM,

Wor­an liegt das? Der Krebs ist in der La­ge, Re­sis­ten­zen zu ent­wi­ckeln. Das heisst, er weicht Me­di­ka­men­ten aus, und die Pa­ti­en­ten er­lei­den ei­nen Rück­fall. Mit Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pi­en ge­lingt es im­mer bes­ser, die kran­ken Zel­len in Schach zu hal­ten. Hier ha­ben wir dank un­se­rer Brei­te und des gros­sen Pro­dukt­port­fo­li­os vie­le Vor­tei­le, weil wir die Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pi­en selbst in­tern und auch sehr früh mit­ent­wi­ckeln kön­nen. Das kön­nen an­de­re Phar­ma­un­ter­neh­men nicht. Sie müs­sen da­für Part­ner­schaf­ten ein­ge­hen. Dar­auf sind wir we­ni­ger an­ge­wie­sen. Aber Ro­che ent­wi­ckelt doch auch vie­le Wirk­stof­fe zu­sam­men mit Part­nern. Ja. Wir ha­ben bei­spiels­wei­se ei­ne Part­ner­schaft im Be­reich Haut­krebs mit Bris­tol-My­ers Squibb, weil wir glau­ben, dass sich un­se­re bei­den Mo­le­kü­le gut er­gän­zen. Aber bei Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pi­en von ei­ge­nen Wirk­stof­fen kön­nen wir schnel­ler und fle­xi­bler agie­ren. Was be­deu­tet die star­ke Pi­pe­line für die Ent­wick­lung der Ge­winn­span­nen? Es gibt Schät­zun­gen von Ana­lys­ten, die die Ebit-Mar­ge von Ro­che bei 40% se­hen. Ro­che konn­te über die letz­ten Jah­re die Mar­gen lau­fend ver­bes­sern. Ob das auch in der Zu­kunft ge­lingt, hängt letzt­lich vom Er­folg der neu­en Pro­duk­te ab. Wenn all un­se­re Pro­duk­te es aus der Pi­pe­line in den Markt schaf­fen, dann brau­chen wir uns über Um­satz und Ge­winn kei­ne Sor­gen zu ma­chen. Wenn es kein Pro­dukt schafft, hät­ten wir ein Pro­blem. Ich bin ins­ge­samt aber zu­ver­sicht­lich. Ja. Wir glau­ben aber, dass wir ge­gen die­se Kon­kur­renz be­ste­hen kön­nen. In wel­cher Grös­sen­ord­nung wird sich der Preis­ver­fall in der On­ko­lo­gie durch die Bio­si­mi­lars be­we­gen? Das ist schwer ab­zu­schät­zen. Er wird si­cher nicht so gross sein wie bei klas­si­schen Ge­ne­ri­ka. Für den Be­reich Ro­che-Dia­gnos­tik ha­ben Sie In­ves­ti­tio­nen in Hö­he von 240 Mio. Fr. an­ge­kün­digt. Wer­den Sie nun nach dem ge­schei­ter­ten Ver­such, den ame­ri­ka­ni­schen Wett­be­wer­ber Il­lu­mi­na zu über­neh­men, künf­tig auf die in­ter­ne Ent­wick­lung set­zen?

Die Aus­gangs­ba­sis in der Dia­gnos­tik hat sich ver­än­dert, aber un­se­re Stra­te­gie bleibt.

Un­se­re Stra­te­gie, klei­ne­re und mit­tel­gros­se Un­ter­neh­men zu über­neh­men, wer­den wir bei­be­hal­ten. Das Glei­che gilt für die Ein­li­zen­zie­rung von in­ter­es­san­ten Tech­no­lo­gi­en. Und in der Gen­se­quen­zie­rung spe­zi­ell? Da wer­den wir uns zu­nächst auf un­se­re in­ter­ne Platt­form 454 und be­ste­hen­de Part­ner­schaf­ten kon­zen­trie­ren. Ist das The­ma Zu­kauf da­mit vom Tisch? Nein, es ist so­gar sehr wahr­schein­lich. Wir se­hen uns wei­ter um, wel­che neu­en Mög­lich­kei­ten sich im Markt er­ge­ben. Die Tech­no­lo­gi­en ver­bes­sern sich stän­dig. Auch mit Il­lu­mi­na hät­ten wir lau­fend in­ves­tie­ren müs­sen. Un­se­re Aus­gangs­ba­sis hat sich ver­än­dert, aber un­se­re Stra­te­gie nicht. Wie ent­wi­ckelt sich die Zu­sam­men­ar­beit von Gen­en­tech und der Ro­che-Dia­gnos­tik? Be­stellt Gen­en­tech mitt­ler­wei­le sämt­li­che dia­gnos­ti­schen Be­gleit­tests bei Ro­che? Ich wür­de sa­gen, es sind 90%, wenn nicht so­gar noch mehr. Nach der In­te­gra­ti­on ging die An­zahl der Kol­la­bo­ra­tio­nen mas­siv nach oben. Wäh­rend in frü­he­ren Jah­ren durch bei­de Sei­ten auf­wen­dig Ver­trä­ge auf­ge­setzt und Ver­trau­lich­keits­fra­gen ge­klärt wer­den muss­ten, ge­nügt heu­te ein An­ruf. Auch kön­nen die Tests jetzt schon in ei­nem sehr frü­hen Sta­di­um mit­ent­wi­ckelt wer­den. Die gu­te Zu­sam­men­ar­beit von Dia­gnos­tik und Pharma ist ei­ne der Er­folgs­ge­schich­ten der Gen­en­tech-In­te­gra­ti­on.

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