Cas­hcow Ro­che

SCHWEIZ Ho­her Mit­tel­zu­fluss er­laubt ste­ti­ge Di­vi­den­den­er­hö­hung

Finanz und Wirtschaft - - GENENTECH - PA

Die Ge­nuss­schei­ne Ro­che sind seit An­fang 2012 rund 15% von 160 auf gut 186 Fr. avan­ciert. Die ho­he Di­vi­den­den­ren­di­te und die ver­bes­ser­ten Aus­sich­ten im Phar­ma­sek­tor ins­ge­samt lock­ten zum Ein­stieg. Auch konn­te Ro­che an­spre­chen­de kli­ni­sche Da­ten für Me­di­ka­men­te vor­le­gen, de­nen ein Mil­li­ar­den­um­satz vor­her­ge­sagt wird. Al­lein im De­zem­ber zeig­te die Ge­sell­schaft an zwei in­ter­na­tio­na­len Ärz­te­kon­gres­sen po­si­ti­ve Stu­di­en­da­ten zum neu­en Brust­krebs­me­di­ka­ment Per­je­ta so­wie zur neu­en sub­ku­ta­nen Ver­ab­rei­chung von Ri­tu­x­an ge­gen Leuk­ämie.

Für Ri­tu­x­an be­leg­ten die Stu­di­en, dass der sub­ku­ta­ne Ein­satz, bei dem das Me­di­ka­ment un­ter die Haut ge­spritzt wird, die glei­che Ef­fi­zi­enz und Si­cher­heit er­zielt wie die bis­her in­tra­ve­nö­se Ver­ab­rei­chung. Auch dau­ert das Pro­ze­de­re le­dig­lich fünf Mi­nu­ten im Ver­gleich zu zwei­ein­halb St­un­den ei­ner Infu­si­on. Per­je­ta wie­der­um er­hielt ver­gan­ge­ne Wo­che die Zu­las­sung der Be­hör­den in Eu­ro­pa. Mit dem Me­di­ka­ment kann in Kom­bi­na­ti­on mit Her­cep­tin das Ster­be­ri­si­ko der Pa­ti­en­tin­nen mehr als 34% re­du­ziert wer­den. Das Um­satz­po­ten­zi­al schät­zen Ana­lys­ten von Mor­gan St­an­ley auf 5 Mrd. Fr.

Ab­wehr von Bio­si­mi­lars

Zu­sam­men mit T-DM1 kann Per­je­ta Ro­che hel­fen, den dro­hen­den Ver­fall des Pa­tents des Um­satz­ren­ners Her­cep­tin (USBe­ginn 2019) ab­zu­fe­dern. Her­cep­tin und auch Ri­tu­x­an (US-Pa­tent­ver­fall ab 2018) sind dann durch den Markt­ein­tritt von Bio­si­mi­lar-Ge­ne­ri­ka be­droht. Ge­lingt es Ro­che, bei­de Me­di­ka­men­te zu ver­tei­di­gen, könn­te das den Ak­ti­en­kurs mas­siv un­ter­stüt­zen (+21 Fr., vgl. Gra­fik oben).

Als wei­te­rer Trei­ber gilt die Ent­wick­lung des Dia­be­tes­wirk­stoffs Ale­gli­ta­zar und des Alz­hei­mer­me­di­ka­ments Gan­ten­er­um­ab, die auch Ro­che-CEO Se­ve­rin Schwan im Ge­spräch mit FuW her­vor­hebt (vgl. Text ne­ben­an). Läuft bei­des den Er- war­tun­gen ent­spre­chend, könn­te ein Kurs­an­stieg von zu­sam­men 23 Fr. re­sul­tie­ren, wie die Ana­lys­ten von Mor­gan St­an­ley kal­ku­lie­ren. Er­rei­chen wei­te­re Pha­se-IIIStu­di­en ih­re End­punk­te, se­hen die Ana­lys­ten die Ge­nuss­schei­ne bis En­de 2013 auf ei­nem Ni­veau von 297 Fr.

Dar­le­hen bald zu­rück­ge­zahlt

Ga­rant für For­schungs­er­fol­ge von Ro­che war bis­her Gen­en­tech. Ro­che er­warb die Bio­tech-Ge­sell­schaft 2009 für 46,8 Mrd. $ ganz. Fi­nan­ziert wur­de der Kauf durch die Aus­ga­be von An­lei­hen in Hö­he von 48 Mrd. Fr. Von den auf­ge­nom­me­nen Dar­le­hen war bis Mit­te 2012 die Hälf­te zu­rück­ge­zahlt. Für 2013 geht Ro­che da­von aus, dank ho­hem Cash­flow die Ver­schul­dung wei­ter zu re­du­zie­ren. Weil Ro­che par­al­lel zum Schul­den­ab­bau die Di­vi­den­den ste­tig er­höht, ist das Gea­ring von 29% (zum Halb­jahr 2012) im Bran­chen­ver­gleich hoch. Lang­fris­tig wer­den 0 bis 15% Net­to­ver­schul­dung im Ver­hält­nis zum To­tal­ver­mö­gen an­ge­strebt.

Die Ro­che-Ge­nuss­schei­ne sind wei­ter­hin kau­fens­wert. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2013 von 13 auf Ba­sis der FuW-Ge­winn­schät­zung ist an­ge­sichts der In­no­va­ti­ons­kraft des Un­ter­neh­mens mo­de­rat. Dass die GS bis auf 300 Fr. ten­die­ren wer­den, wie Mor­gan St­an­ley in ei­nem sehr op­ti­mis­ti­schen Sze­na­rio in Aus­sicht stellt, scheint al­ler­dings un­wahr­schein­lich.

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