Von Roll soll schnel­ler wer­den

SCHWEIZ

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - BA

Der In­dus­trie­kon­zern Von Roll er­fährt über­ra­schend ei­nen Füh­rungs­wech­sel. CEO Mat­thi­as Op­per­mann ver­lässt das Un­ter­neh­men und wird durch Achim Klotz er­setzt. Der 52-jäh­ri­ge In­ge­nieur, der­zeit Kon­zern­lei­tungs­mit­glied und Lei­ter der Di­vi­si­on Ad­van­ced Ma­te­ri­als der Büh­ler, Uz­wil, soll aber erst im Lau­fe der ers­ten Hälf­te 2013 das Ru­der der Von Roll über­neh­men. Ad in­te­rim hat da­her per so­fort Pe­ter Ka­lant­zis, VR-Prä­si­dent der Von Roll, die Ge­schäfts­lei­tung in­ne.

Op­per­manns Weg­gang kommt über­ra­schend. Sein Ver­trag lief bis En­de 2013, nun ent­schied der Ver­wal­tungs­rat, das Ar­beits­ver­hält­nis nicht zu ver­län­gern. Op­per­mann wä­re si­cher ger­ne an Bord ge­blie­ben, hat er doch im Früh­jahr im In­ter­view mit der FuW er­klärt, Von Roll wei­ter­ent­wi­ckeln zu wol­len. Un­ter ihm hat sich Von Roll auf die Kern­ge­schäf­te Elek­troi­so­la­ti­on und Ver­bund­werk­stof­fe kon­zen­triert, ver­bun­den mit dem Ziel, die Pro­fi­ta­bi­li­tät zu stei­gern. Hier kam der Ma­na­ger durch­aus vor­an, wenn auch das Wachs­tum – be­dingt durch das schlech­te Um­feld – un­be­frie­di­gend ist.

Über die Grün­de des Füh­rungs­wech­sels wur­de zu­nächst nur we­nig aus­ge­führt. VR-Prä­si­dent Pe­ter Ka­lant­zis ver­si­cher­te aber im Ge­spräch mit der «Fi­nanz und Wirt­schaft», der Wech­sel ha­be nichts mit dem lau­fen­den Ge­schäft zu tun. Auch an der Stra­te­gie des Un­ter­neh­mens än­de­re sich nichts. «Al­ler­dings braucht es in der jet­zi­gen Pha­se der un­ter­neh­me­ri­schen Ent­wick­lung auf obers­ter Füh­rungs­stu­fe ei­ne viel stär­ke­re tech­no­lo­gi­sche Kom­pe­tenz», er­klärt Ka­lant­zis. Von Roll kön­ne es sich nicht leis­ten, zu vie­le hier­ar­chi­sche Stu­fen oder St­abs­stel­len zu ha­ben. Ziel sei es, wich­ti­ge, tech­no­lo­gisch kom­ple­xe und an­spruchs­vol­le Pro­jek­te schnel­ler um­zu­set­zen. Die Stra­te­gie müs­se mit hö­he­rer Ge­schwin­dig­keit vor­an­ge­trie­ben wer­den, sagt der VR-Prä­si­dent wei­ter. «Als mit­tel­stän­di­sches Un­ter­neh­men, ge­mes­sen am Um­satz, muss Von Roll Viel­falt und An­zahl Pro­duk­ti­ons­ein­hei­ten rund um den Glo­bus re­du­zie­ren. Wir müs­sen in der Pro­duk­ti­on ei­ni­ges bün­deln und tech­no­lo­gisch in­no­va­tiv sein», führt Ka­lant­zis wei­ter aus. Es ge­he um Ent­schei­dun­gen, die man nicht de­le­gie­ren kön­ne, Von Roll müs­se di­rekt ge­führt wer­den. Der neue Mann, Klotz, bringt ge­mäss Mit­tei­lung eben die­se Kom­pe­tenz in der «Füh­rung tech­no­lo­gisch an­spruchs­vol­ler Ge­schäfts­fel­der» mit.

Ka­lant­zis ver­si­cher­te, die Fa­mi­lie Finck – mit rund 67% Haupt­ak­tio­när – brin­ge ge­nü­gend Ge­duld zur Um­set­zung der Stra­te­gie der Von Roll auf. Ein Go­ing Pri­va­te, wie mit­un­ter spe­ku­liert wird, sei sei­nes Wis­sens kein The­ma. Am Ak­ti­en­markt wur­de der Füh­rungs­wech­sel am Di­ens­tag ge­las­sen auf­ge­nom­men, die Va­lo­ren re­agier­ten we­nig. Auf kur­ze Sicht be­deu­tet der Ma­nage­ment­wech­sel zu­nächst Ver­zö­ge­run­gen, dann muss sich zei­gen, ob das Be­schleu­ni­gungs­ziel er­reicht wird. Bis da­hin drängt sich ein Kauf der Ak­ti­en nicht auf, auch an­ge­sichts des har­ten kon­junk­tu­rel­len Um­felds.

Von Roll I Al­le Fi­nanz­da­ten zu Von Roll im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/ROL

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