Hochdorf trennt sich vom lang­jäh­ri­gen CEO

SCHWEIZ Ver­wal­tungs­rat will Kon­so­li­die­rung for­cie­ren

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE/KONSUM - WOLF­GANG GAM­MA

Der Milch­ver­ar­bei­ter Hochdorf über­rascht mit der so­for­ti­gen Tren­nung vom lang­jäh­ri­gen Ge­schäfts­lei­ter Da­mi­an Hen­zi. Seit 1997 lenk­te Hen­zi das Un­ter­neh­men und schlug da­bei ei­nen Wachs­tums­kurs an, der zu­letzt Ex­port­er­fol­ge für Ba­by­nah­rung in Chi­na und Latein­ame­ri­ka ge­bracht hat (vgl. FuW Nr. 96 vom 5. De­zem­ber). Das ge­fiel auch dem Ver­wal­tungs­rat, der die Chi­nastra­te­gie wei­ter­füh­ren will – nicht aber, dass durch den Ex­pan­si­ons­fo­kus die Ren­ta­bi­li­sie­rung ei­ner 60-Mio.-Fr.-In­ves­ti­ti­on in Sul­gen in den Hin­ter­grund rück­te.

«Be­vor wir wei­te­re sub­stan­zi­el­le Ex­pan­si­ons­schrit­te er­wä­gen, müs­sen wir die­se In­ves­ti­ti­on kon­so­li­die­ren», er­klärt Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Hans-Ru­dolf Schur­ter zu «Fi­nanz und Wirt­schaft» den Haupt­punkt der Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit Hen­zi. Der for­sche­ren Gan­gart Hen­zis – of­fen­bar wa­ren be­reits neue (Ak­qui­si­ti­ons-)Pro­jek­te in Dis­kus­si­on – konn­te der Ver­wal­tungs­rat ge­mäss Schur­ter nicht mehr zu­stim­men. «Zu­sätz­li­che Bau­stel­len zu er­öff­nen, wenn die Kon­so­li­die­rung der auch von uns mit­ge­tra­ge­nen Ex­pan­si­ons­schrit­te noch läuft», sei für den Ver­wal­tungs­rat die fal­sche Stra­te­gie.

Als wich­ti­ge Kon­so­li­die­rungs­schrit­te be­zeich­net Schur­ter ei­ne hö­he­re Aus­las­tung des neu­en Sprüh­turms in Sul­gen und die Si­che­rung der Pro­duk­ti­ons­qua­li­tät. Bei­des ist not­wen­dig, um Hoch­dorfs Mar­gen­ni­veau ge­ne­rell zu ver­bes­sern und so die Er­geb­nis­qua­li­tät zu stei­gern. 2011 hat­te die Ebit-Mar­ge der Grup­pe 0,5% be­tra­gen, im ers­ten Se­mes­ter des lau­fen­den Jah­res ge­lang dem Un­ter­neh­men im­mer­hin ei­ne Stei­ge­rung auf 1,8%.

Die Er­trags­schwä­che, die der In­ves­ti­ti­on in Sul­gen und der in­zwi­schen mit ei­ner schwar­zen Null ope­rie­ren­den Ge­sell­schaft in Li­tau­en ge­schul­det war, fand ih­ren Nie­der­schlag im Ak­ti­en­kurs. Als die Va­lo­ren im Mai 2011 von der BX Ber­ne Ex­ch­an­ge an die SIX ge­wech­selt hat­ten, war dies vom Wunsch nach ei­ner bes­se­ren Han­dels­li­qui­di­tät und ei­ner dar­aus fol­gen­den po­si­ti­ven Kurs­ent­wick­lung be­glei­tet. Das Ge­gen­teil trat ein: Die Ak­ti­en ver­lo­ren ge­gen 40%. Erst die China­auf­trä­ge sorg­ten für ei­ne Ge­gen­be­we­gung.

Die Tren­nung von Hen­zi ist auch vor die­sem Hin­ter­grund zu se­hen, zu­mal Hochdorf ei­ne Wan­del­an­lei­he über 50 Mio. Fr. aus­ste­hend hat. Ge­mäss die­ser kön­nen An­teil­schei­ne 2016 zu 124 Fr. in Ak­ti­en ge­wan­delt wer­den. Nach dem Kurs­ver­lust von gut 1% am Di­ens­tag no­tie­ren die Ti­tel um 85 Fr. (KGV 13 für 2013). Gu­te 5% des Ka­pi­tals hält ZMP In­vest als Ver­tre­ter der Zen­tral­schwei­zer Milch­pro­du­zen­ten, die den Bran­chen­nach­barn Em­mi (KGV 13 für 2013) kon­trol­lie­ren. Für die Tren­nung von Hen­zi hat die­ser Link ge­mäss Schur­ter aber kei­ne Rol­le ge­spielt. In­ves­to­ren, die im Milch­sek­tor en­ga­giert sein wol­len, hal­ten sich an Em­mi. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Hochdorf im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/HOCN

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