Mo­bi­le Spie­le

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - FH

Die mo­bi­le Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on zählt zu den wich­tigs­ten Tech­no­lo­gie­trends un­se­rer Zeit. Rund um den Glo­bus wer­den der Auf­bau und die Er­wei­te­rung der Mo­bil­fun­kin­fra­struk­tur vor­an­ge­trie­ben. Da­bei nimmt Süd­ko­rea ei­ne füh­ren­de Rol­le ein: Kaum ei­ne an­de­re Na­ti­on ist in der Ver­net­zung der Be­völ­ke­rung wei­ter fort­ge­schrit­ten als die Asia­ten. Be­reits nut­zen 30 Mio. Süd­ko­rea­ner Smart­pho­nes, was 60% der Be­völ­ke­rung ent­spricht. Zu­dem ver­fü­gen über 90% der Abon­nen­ten über ei­nen mo­bi­len Breit­band­zu­griff, der da­ten­in­ten­si­ves Sur­fen im In­ter­net er­laubt.

Die in­tel­li­gen­ten Han­dys wer­den nicht nur zum Te­le­fo­nie­ren und Sur­fen ge­nutzt. Sie ha­ben sich auch als Un­ter­hal­tungs­me­di­um eta­bliert, das be­son­ders die Ge­le­gen­heits­spie­ler an­spricht. Auf die­se Ent­wick­lung setzt der süd­ko­rea­ni­sche Soft­ware­ent­wick­ler WeMa­de En­ter­tain­ment (Seoul: 112040, 44 000 Won am Mon­tag, 625 Mio. Fr. Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung).

Vom PC zum Smart­pho­ne

Das an­no 2000 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men kon­zen­trier­te sich bis­lang auf on­li­ne ba­sier­te PC-Ga­mes – und fei­er­te im asia­ti­schen Raum vor al­lem mit der mehr­tei­li­gen Rol­len­spiel­se­rie «The Le­gend of Mir» gros­se Er­fol­ge. Zwar steckt die Mo­ne­ta­ri­sie­rung des mo­bi­len Ka­nals noch in den An­fän­gen. Doch bald dürf­te das Ge­schäft mit Smart­pho­nespie­len durch­star­ten. Rund fünf­zig Ti­tel plant WeMa­de in den nächs­ten Mo­na­ten auf den Markt zu brin­gen. Da­für hat der Kon­zern die Be­leg­schaft auf über 700 Ent­wick­ler auf­ge­stockt. Wei­ter pro­fi­tiert er vom Know-how, das er sich über die ver­gan­ge­nen Jah­re an­ge­eig­net hat – wie et­wa im Ser­ver­Ma­nage­ment: An­ge­sichts der stei­gen­den Über­tra­gungs­ra­ten und der kol­la­bo­ra­ti­ven Spiel­for­men dürf­ten ge­ra­de sol­che Fä­hig­kei­ten im­mer ent­schei­den­der wer­den.

Ei­ne gu­te Aus­gangs­la­ge hat sich WeMa­de auch mit der Be­tei­li­gung an Ka­kao Talk ge­si­chert: Die be­lieb­tes­te Mes­sen­gerPlatt­form Süd­ko­reas zählt be­reits über 30 Mio. Nut­zer und hat sich rasch als wich­tigs­tes Ver­brei­tungs­me­di­um von Smart­pho­nespie­len eta­bliert.

Schwer pro­gnos­ti­zier­bar

Be­reits 2013 dürf­te der mo­bi­le Ka­nal ge­mäss Pro­gno­sen der Cre­dit Suis­se fast 50% zum Kon­zern­um­satz bei­tra­gen. Für das kom­men­de Ge­schäfts­jahr wei­sen die Ti­tel ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 18 auf. An­ge­sichts der viel­ver­spre­chen­den Po­si­tio­nie­rung und der ho­hen Wachs­tums­chan­cen ist die­ses Ni­veau ge­recht­fer­tigt.

Es blei­ben al­ler­dings Ri­si­ken: Ge­ra­de im mo­bi­len Spiel­markt sind die Markt­bar­rie­ren ver­gleichs­wei­se tief, da die Ga­mes ein­fa­cher auf­ge­baut sind und sich mit ge­rin­ge­rem Auf­wand pro­gram­mie­ren las­sen. Zu­dem ist der Er­folg der ein­zel­nen Ti­tel schwie­rig vor­her­zu­sa­gen. Das hat der ra­sche Ab­stieg des einst hoch­ge­lob­ten USWett­be­wer­bers Zyn­ga ge­zeigt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.