Wea­ther­ford schafft es knapp

SCHWEIZ Öl­ser­vice­un­ter­neh­men reicht die Se­mes­ter­zah­len nach

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - BEAT HO­NEGGER

Der US-Öl­dienst­leis­ter Wea­ther­ford hat die Vor­ga­be der SIX Swiss Ex­ch­an­ge in letz­ter Mi­nu­te er­füllt. Am Mon­tag ist die mehr­mals ver­län­ger­te Frist für die Pu­bli­ka­ti­on der Halb­jah­res­zah­len ab­ge­lau­fen. Das Un­ter­neh­men mit Haupt­sitz in Genf leg­te den Be­richt dann am Mon­tag­mit­tag vor, und die Ak­ti­en wur­den an der Schwei­zer Bör­se nur kurz­zei­tig sus­pen­diert.

An­fang 2011 ent­deck­te Wea­ther­ford, dass die Steu­ern nicht rich­tig ver­bucht wor­den wa­ren. Die feh­ler­haf­te Rech­nungs­le­gung konn­te erst jetzt kor­ri­giert wer­den. Sie hat­te Aus­wir­kun­gen zu­rück bis ins Jahr 2007. Die Er­folgs­rech­nun­gen der letz­ten drei Jah­re wur­den nun mit zu­sätz­li­chen Steu­er­rück­stel­lun­gen von ins­ge­samt über 150 Mio. $ be­las­tet. Da­für fie­len noch klei­ne­re zu­sätz­li­che Auf­wen­dun­gen an. Un­ter dem Strich san­ken die Ge­win­ne für 2011 um 73 Mio. $, für 2010 um 65 Mio. $ und für 2009 um 37 Mio. $.

Die Rück­stel­lun­gen für die Steu­ern be­las­ten auch das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr be­trächt­lich. Sie be­tra­gen für das ers­te Halb­jahr 173 Mio. $. Wie be­reits Mit­te No­vem­ber ge­mel­det, muss­ten Wert­be­rich­ti­gun­gen auf Ver­mö­gens­be­stand­tei­le und Good­will von 793 Mio. $ ge­macht wer­den. Sie füh­ren da­zu, dass im zwei­ten Quar­tal ein re­kord­ho­her Ver­lust vor Steu­ern und Zin­sen (Ebit) von 843 Mio. $ aus­ge­wie­sen wur­de. Im Vor­jahr be­trug der re­vi­dier­te Er­trag auf EbitStu­fe im zwei­ten Vier­tel­jahr 292 Mio. $. Wea­ther­ford leg­te zu­dem auch den Ge­winn­aus­weis für das drit­te Quar­tal per En­de Sep­tem­ber vor. Der Um­satz stieg vor al­lem we­gen rasch wach­sen­der Ak­ti­vi­tä­ten im Na­hen Os­ten, in Nord­afri­ka und Asi­en so­wie in Latein­ame­ri­ka um 13,3% auf 13,8 Mrd. $. Der ope­ra­ti­ve Er­trag sank je­doch 23,2% auf 315 Mio. $. Der Ge­winn re­du­zier­te sich um mehr als ein Drit­tel auf 70 Mio. $. Zu den Feh­lern in der Rech­nungs­le­gung kommt da­mit auch ei­ne ope­ra­ti­ve Ab­schwä­chung.

Wenn sich die­ser Trend be­stä­tigt, sind das kei­ne gu­ten Aus­sich­ten. Wea­ther­ford wer­den für das lau­fen­de und kom­men­de Jahr mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 12 bzw. 9 be­wer­tet. Sie sind da­mit nicht güns­tig. Jetzt keimt aber Hoff­nung auf, dass we­nigs­tens die buch­hal­te­ri­schen Feh­ler end­gül­tig be­ho­ben sind. Die Wea­ther­ford-Ak­ti­en stie­gen zum Wo­chen­auf­takt in ei­nem schwä­cheln­den Um­feld 1,9%. Sie setz­ten da­mit die Er­ho­lung fort, die vor ei­nem Mo­nat be­gann, no­tie­ren aber im Jah­res­ver­lauf im­mer noch 26,4% tie­fer. Ers­ter Schritt zur Ge­sun­dung wä­re es, wenn die nächs­ten Quar­tals­zah­len, die En­de Fe­bru­ar an­ste­hen, frist­ge­recht und voll­stän­dig vor­ge­legt wer­den kön­nen. Bis das Ver­trau­en aber wie­der her­ge­stellt ist, dürf­te es noch län­ger dau­ern.

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