Al­le ge­gen den Yen: Leich­te Beu­te für Con­tra­ri­ans?

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PR

Jetzt Yen ver­kau­fen, denn die Ab­wer­tung ist nicht mehr auf­zu­hal­ten. Es gibt der­zeit kaum ei­ne an­de­re Han­dels­emp­feh­lung, die der­mas­sen po­pu­lär ist. Auch die Da­ten der Ter­min­kon­trakt­bör­sen zei­gen, dass der­zeit al­le Yen short sind, was sich in der Kurs­ent­wick­lung ma­ni­fes­tiert. Seit Ok­to­ber hat die ja­pa­ni­sche Va­lu­ta zum Dol­lar 7,5 und zum Eu­ro 10% ver­lo­ren. Der­art ein­sei­ti­ge Ein­schät­zun­gen soll­ten vor­sich­tig stimmen. Und ech­ten Con­tra­ri­ans leuch­ten die Au­gen. Doch gibt es aus­ser der Po­si­tio­nie­rung Ar­gu­men­te, die ei­ne kon­trä­re Sicht zu­las­sen? Was sind denn die Ar­gu­men­te ge­gen den Yen? Zu­erst zur Leis­tungs­bi­lanz: Im Sep­tem­ber wies Ja­pan zum ers­ten Mal seit 28 Jah­ren ein De­fi­zit aus und ent­zieht dem Yen ei­ne wich­ti­ge Stüt­ze. Ob das ein Trend ist, ist aber frag­lich. Das De­fi­zit ist eher die Fol­ge der Ener­gie­im­por­te nach Fu­kus­hi­ma. Sind die Atom­mei­ler wie­der am Netz, ist auch die Leis­tungs­bi­lanz wie­der im Plus.

Das zwei­te Ar­gu­ment ist die Er­hö­hung des In­fla­ti­ons­ziels auf 2%. Mehr In­fla­ti­on ist in der Theo­rie schlecht für die Wäh­rung, doch ob das In­fla­ti­ons­ziel er­reicht wird und ob ei­ne ag­gres­si­ve Lo­cke­rung der Geld­po­li­tik die Wäh­rung schwächt, ist höchst un­ge­wiss. In den USA hat QE3 den Dol­lar so­gar ge­stärkt. Das schlag­fä­higs­te In­stru­ment ist die In­ter­ven­ti­on auf dem De­vi­sen­markt. Die Zen­tral­bank soll laut Wahl­sie­ger Abe die Mög­lich­keit ha­ben, auch aus­län­di­sche An­lei­hen auf­zu­kau­fen – ähn­lich wie die SNB.

Es gibt durch­aus ein paar Ar­gu­men­te, den Yen noch nicht für tot zu er­klä­ren. Doch sich ge­gen ei­ne No­ten­bank zu stel­len, die ei­ne Wäh­rung schwä­chen möch­te, ist nicht kon­trär, son­dern Ka­mi­ka­ze.

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