Ei­ne Sät­ti­gung zeich­net sich ab

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

Der Chart von Adec­co Na­men wird im We­sent­li­chen durch drei Trends ge­prägt. Ers­tens durch den seit Mit­te Sep­tem­ber ak­ti­ven, kurz­fris­ti­gen Kon­so­li­die­rungs­trend. Er hat das For­mat ei­nes Flag, auf des­sen Ba­sis sich mit Blick auf die nächs­ten ein bis zwei Mo­na­te Auf­wärts­spiel­raum bis et­wa 52 Fr. er­mit­teln lässt.

Der zwei­te, An­fang Ju­ni ge­star­te­te Trend (A) ist für die kurz­fris­ti­ge Ent­wick­lung we­ni­ger wich­tig, denn er wirkt nur auf mit­tel­fris­ti­ger, stra­te­gi­scher Ebe­ne. Er zeigt je­doch – misst man ihn mit aus­sa­ge­kräf­ti­ge­ren In­stru­men­ten als mit Trend­li­ni­en – im­mer noch auf­wärts.

Adec­co

Die­ser zwei­te Trend zeigt aber auch Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen. Er ver­liert des­halb für die Kurs­ent­wick­lung an Do­mi­nanz: Das Ge­sche­hen wird kurz­fris­ti­ger und die Kurs­schwan­kun­gen grös­ser. Gro­tes­ker­wei­se füh­ren hef­ti­ge kurz­fris­ti­ge Kurs­an­stie­ge bei den In­ves­to­ren oft

Adec­co N zu ei­ner be­son­ders bul­lish aus­ge­rich­te­ten Wahr­neh­mung. Un­ter Be­ach­tung der Zu­sam­men­hän­ge ist al­ler­dings ge­nau das Ge­gen­teil der Fall. Der drit­te Trend im Adec­co-Chart ist lang­fris­tig und ver­läuft mehr oder we­ni­ger seit zwölf Mo­na­ten seit­wärts.

Über die nächs­ten Wo­chen ver­fü­gen Adec­co Na­men al­so noch über ei­nen ge­wis­sen Auf­wärts­spiel­raum. Wie er aus­ge­schöpft wird, hängt je­doch von qua­li­ta­tiv eher zweit­klas­si­gen Fak­to­ren ab: Die Auf­wärts­per­spek­ti­ve wird nur von kurz­fris­ti­gen Wirk­kräf­ten un­ter­stützt. Stei­gen­de Kur­se wür­den vor­aus­sicht­lich zu­dem den mit­tel­fris­ti­gen Trend an sei­ne Leis­tungs­gren­ze brin­gen.

Re­la­tiv zum Markt aber wei­sen die Ak­ti­en des Tem­po­r­ä­r­ar­beits­un­ter­neh­mens noch ei­ne über­durch­schnitt­li­che Tech­nik auf. So­fern dem Ge­samt­markt nicht eben­falls Skep­sis ent­ge­gen­ge­bracht wird, gibt es des­halb noch kei­nen Grund, jetzt Adec­co Na­men vor­aus­grei­fend zu ver­kau­fen.

Bâ­loi­se

Im Ver­gleich da­zu be­sitzt der Ver­si­che­rungs­ti­tel Bâ­loi­se Na­men ei­ne tech­ni­sche Kon­stel­la­ti­on ganz an­de­rer Gü­te. Im Chart zeigt sich kaum noch Auf­wärts­spiel­raum. Der mit­tel­fris­ti­ge Trend (A bis E) si­gna­li­siert gar ei­ne Sät­ti­gung. Der Mit­te Jahr ge­star­te­te Trend scheint un­mit­tel­bar vor sei­nem En­de zu ste­hen. An­zei­chen ei­ner Über­sät­ti­gung ist die wäh­rend der ver­gan­ge­nen drei Mo­na­te ent­stan­de­ne Wedge. Oft zieht sich die bis­he­ri­ge Ent­wick­lung in­ner­halb ei­ner sol­chen Wedge noch ei­ne Wei­le hin.

Die Net­to­er­trä­ge pro Zeit­ein­heit wer­den im­mer ge­rin­ger, das Ge­sche­hen scheint ein­zu­schla­fen. Ist der Kipp­punkt der Kon­stel­la­ti­on dann aber über­schrit­ten, dreht die Markt­rich­tung ab­rupt. Dass die­se Wedge ernst zu neh­men ist, zeigt die seit Mit­te Ok­to­ber di­ver­gie­ren­de Ent­wick­lung von Preis- und Mo­men­tumver­lauf.

Bâ­loi­se Na­men be­le­gen wir un­ter Aspek­ten des Ti­mings des­halb mit ei­nem «Sell». Al­ler­dings ist der Ti­tel auch aus stra­te­gi­schen oder re­la­ti­ven Über­le­gun­gen her­aus nicht in­ter­es­sant. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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