Ma­ge­rer An­la­ge­aus­blick 2013

OB­LI­GA­TIO­NEN CS rech­net mit Fest­zins­er­trag im un­te­ren ein­stel­li­gen Be­reich – We­ni­ger Neu­emis­sio­nen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MAN­FRED KRÖLLER

Die Schwei­zer Wirt­schaft ist von der Eu­ro­kri­se we­ni­ger be­trof­fen als be­fürch­tet, stellt die Kon­junk­tur­for­schungs­stel­le KOF der ETH Zürich in ih­rer Win­ter­pro­gno­se fest. Für 2013 rech­net die KOF mit ei­nem An­stieg des Brut­to­in­land­pro­dukts (BIP) von 1,2 nach 1% in die­sem Jahr. Sie bleibt da­mit in der Nä­he der Ein­schät­zung vom Herbst (1,3%). Ne­ben der Bin­nen­kon­junk­tur wer­de in den kom­men­den Mo­na­ten auch der Aus­sen­han­del wie­der ei­nen Wachs­tums­bei­trag lie­fern. Mit ei­ner ge­schätz­ten Teue­rung von 0,2% soll ge­mäss Kof 2013 «prak­tisch Preis­sta­bi­li­tät» herr­schen. Die Ar­beits­lo­sig­keit wer­de leicht auf 3,2% stei­gen.

Zu ei­ner ähn­li­chen La­ge­be­ur­tei­lung kommt Cre­dit Suis­se (CS). Das Schwei­zer BIP soll­te 2013 um 1,5% zu­le­gen, nach­dem es 2012 mit rund 1% über­ra­schend stär­ker wuchs als ur­sprüng­lich an­ge­nom­men. Den­noch, so Nan­net­te Hech­ler-Fayd’herb, Lei­te­rin des Glo­bal Fi­nan­ci­al Mar­kets Re­se­arch der CS, soll­ten An­le­ger 2013 nicht den­sel­ben Er­trag er­war­ten wie 2012, da die Kre­dit­spreads en­ger wür­den. CS rech­ne mit Ni­veaus «im un­te­ren ein­stel­li- gen Be­reich», so die Ana­lys­tin. Wenn es dar­um ge­he, Ren­di­te zu er­zie­len, sei das Kre­dit­ri­si­ko dem Zins­ri­si­ko vor­zu­zie­hen. «Wir er­ken­nen bei lan­gen Lauf­zei­ten kein Wert­stei­ge­rungs­po­ten­zi­al und ra­ten von Neu­an­la­gen in lang­lau­fen­den Schwei­zer Staats­an­lei­hen ab», re­sü­miert Hech­ler-Fayd’her­be. CS-Kre­dit­ana­lyst Da­ni­el Ru­pli er­war­tet 2013 im In­land­seg­ment des Fran­ken-Ka­pi­tal­markts (oh­ne Eid­ge­nos­sen­schaft) mit et­wa 30 Mrd. Fr. ei­nen ge­rin­ge­ren Fi­nan­zie­rungs­be­darf als 2012 (39 Mrd.).

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) der Eid­ge­nos­sen­schaft (Se­rie 3.7997) wur- den am Di­ens­tag 1,048 Mrd. Fr. zu­ge­teilt. Ein­ge­gan­gen wa­ren nach An­ga­ben der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) Ge­bo­te über 2,551 Mrd. Fr. Die Ren­di­te er­reich­te –0,138% nach –0,241%.

Moo­dy’s wer­tet die an­ge­kün­dig­te Re­struk­tu­rie­rung des Eu­ro­pa­ge­schäfts von Hol­cim als stra­te­gisch po­si­tiv, je­doch kurz­fris­tig be­las­tend für die Li­qui­di­tät. Gleich­zei­tig senkt Moo­dy’s die Bo­ni­tät der zur Grup­pe Hy­po Re­al Esta­te ge­hö­ren­den Deut­schen Pfand­brief­bank zwei Stu­fen auf Baa2. Der Aus­blick ist ne­ga­tiv. Das In­sti­tut ste­he vor har­ten Kos­ten­sen­kun­gen, um die Er­trags­kraft zu stei­gern. Die pfand­brief­be­si­cher­ten Fran­ken­an­lei­hen der Bank stuft Moo­dy’s mit Aa1 ein.

Stan­dard and Poor’s (S&P) setzt das Topra­ting für die Co­ve­r­ed Bonds (CB) der zur Com­merz­bank ge­hö­ren­den Ers­ten Eu­ro­päi­schen Pfand­brief- und Kom­mu­nal­kre­dit­bank (EEPK) auf die Über­wa­chungs­lis­te mit ne­ga­ti­ven Im­pli­ka­tio­nen. Die Über­prü­fung er­fol­ge auf­grund ge­än­der­ter Beur­tei­lungs­kri­te­ri­en. Von A+ auf A zu­rück­ge­stuft hat S&P die schwe­di­sche SBAB Bank; der Aus­blick bleibt ne­ga­tiv. Es be­ste­he ei­ne er­höh­te Wahr­schein­lich­keit, dass die staat­li­che SBAB in den nächs­ten drei bis fünf Jah­ren pri­va­ti­siert wer­de. Die Be­deu­tung des im­pli­zi­ten Staats­sup­ports nimmt S&P je­doch ab so­fort zu­rück. Der ne­ga­ti­ve Aus­blick re­flek­tiert in ers­ter Li­nie die mit­tel­fris­tig eher schlep­pen­de wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in Schwe­den.

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