Wel­che Bank ist die nächs­te?

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Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - CP,

Die Li­bor-Ma­ni­pu­la­tio­nen wer­den nach der UBS und der bri­ti­schen Bar­clays noch wei­te­re Ban­ken teu­er zu ste­hen kom­men. Sämt­li­che Ban­ken, die in der Zeit zwi­schen 2005 und 2010 Li­bor-Ein­ga­ben ge­macht ha­ben, hän­gen mit drin.

Dar­über, wer wann die nächs­te Bus­se er­hält, lässt sich nur spe­ku­lie­ren. Klar ist im­mer­hin: Die Auf­sichts­be­hör­den ma­chen Un­ter­schie­de. Sie be­ur­tei­len wie gra­vie­rend die Ma­ni­pu­la­ti­on des Geld­markt­zin­ses Li­bor war und wie der Ein­ga­be­pro­zess or­ga­ni­siert war. Das zeigt sich an­hand der un­ter­schied­lich ho­hen Stra­fen für UBS und Bar­clays (vgl. Ta­bel­le un­ten).

Yen-Ma­ni­pu­la­ti­on gra­vie­rend

Die Ma­ni­pu­la­ti­on des Yen-Re­fe­renz­zins­sat­zes wird als schwer­wie­gend ein­ge­stuft, wahr­schein­lich weil sie sich netz­ar­tig ab­spiel­te und lan­ge un­ent­deckt blieb. Mut­mass­li­cher An­füh­rer und An­stif­ter, so steht es in der An­kla­ge­schrift der US-Jus­tiz­de­par­te­ments, war der frü­he­re UBSDe­ri­vat­händ­ler Tom Hayes. Er war zu­vor ge­mäss Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg bei Roy­al Bank of Scot­land (RBS) tä­tig und wech­sel­te spä­ter von UBS zur ame­ri­ka­ni­schen Ci­ti­group. Aus der An­kla­ge­schrift geht her­vor, dass in die Ma­ni­pu­la­tio­nen des Yen-Geld­markt­sat­zes ne­ben UBS und Ci­ti­group auch ei­ne wei­te­re Bank aus den USA (laut «Fi­nan­ci­al Ti­mes» J. P. Mor­gan) so­wie je ei­ne aus Edin­burgh und aus Frankfurt ver­wi­ckelt wa­ren. Das könn­ten RBS und Deut­sche Bank sein, die 2007 zum Yen-Li­bor-Pa­nel ge­hör­ten. Bei­de In­sti­tu­te er­klä­ren, sie wür­den in der An­ge­le­gen­heit mit den Be­hör­den ko­ope­rie­ren. In­vol­viert wa­ren zu­dem zwei Bro­ker­häu­ser aus Lon­don.

In an­de­ren Wäh­run­gen (Dol­lar, Pfund, und Eu­ro) kam es eben­falls zu Ma­ni­pu­la­tio­nen, und zwar in zwei ver­schie­de­nen For­men. Ers­tens wie im Yen-Li­bor durch Be­ein­flus­sung durch Händ­ler. Dies war bei UBS und Bar­clays der Fall. Bei UBS war von 2005 bis 2009 gar der Ei­gen­han­del für die Li­bor-Ein­ga­ben zu­stän­dig, ein schwer­wie­gen­der Feh­ler, der nicht ein­mal in ei­ner in­ter­nen Über­prü­fung der Pro­ze­du­ren 2008 auf­ge­deckt wur­de.

CS gibt sich ge­las­sen

Zwei­tens geht es um die Si­gnal­wir­kung der Li­bor-Ein­ga­ben wäh­rend der Fi­nanz­kri­se. Die­ser Aspekt be­trifft al­le Ban­ken, die Li­bor-Ein­ga­ben mach­ten. Wäh­rend der Kri­se trock­ne­te der In­tern­ban­ken­markt völ­lig aus. Kei­ne Bank trau­te der an­de­ren über den Weg, nie­mand wuss­te, wann ei­nem Mit­be­wer­ber die li­qui­den Mit­tel aus­ge­hen wür­den. Aus pu­rem Ei­gen­in­ter­es­se wa­ren die Ban­ken in die­ser Zeit des­halb dar­auf er­picht, mög­lichst tie­fe Ein­ga­ben – sie sind öf­fent­lich – zu ma­chen, um nicht den Ein­druck zu er­we­cken, es gä­be Fi­nan­zie­rungs­pro­ble­me. Die­ser zwei­te Aspekt be­trifft sämt­li­che Li­bor-Ban­ken, vor al­lem je­ne 16 des Dol­larLi­bor-Pa­nels. Sie al­le wur­den ver­klagt und ha­ben von ver­schie­de­nen US-Be­hör­den Vor­la­dun­gen er­hal­ten. Dar­un­ter be­fin­det sich auch Cre­dit Suis­se (CS), die ein­räumt, von den Be­hör­den kon­tak­tiert wor­den zu sein, aber zu Pro­to­koll gibt, sie ha­be kein «ma­te­ri­el­les Pro­blem» in der Sa­che.

Ci­ti­group, RBS und Deut­sche Bank könn­ten al­so stär­ker von den Un­ter­su­chun­gen und all­fäl­li­gen nächs­ten Bus­sen be­trof­fen sein. Die bri­ti­sche «Sun­day Ti­mes» be­rich­te­te, RBS wer­de über 560 Mio. $ be­zah­len müs­sen. Er­war­tet wird, dass RBS bis im Fe­bru­ar mit den Be­hör­den ei­nen Ver­gleich er­zielt. Zu den Ban­ken, die be­hörd­li­che Vor­la­dun­gen er­hal­ten ha­ben, ge­hö­ren aus­ser­dem Bank of Ame­ri­ca Mer­rill Lynch, HSBC und Roy­al Bank of Ca­na­da.

Die gröss­ten Bus­sen

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