Af­fä­re gibt noch lan­ge zu re­den

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Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - JB

Der Li­bor-Skan­dal ist für die UBS mit der Zah­lung von rund 1,4 Mrd. Fr. Bus­se längst nicht er­le­digt. Das weiss auch die Füh­rung der Bank. Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Axel We­ber räum­te im In­ter­view mit der NZZ die­se Wo­che ein, die Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung be­nö­ti­ge wohl noch zwei Jah­re. Of­fe­ne Fra­gen zu den Ver­ant­wort­lich­kei­ten und zu all­fäl­li­gen fi­nan­zi­el­len Fol­gen für die Bank gibt es zu­hauf:

Ab­ge­schlos­sen sind le­dig­lich – spe­zi­fisch mit Blick auf die UBS – die Un­ter­su­chun­gen der Auf­sichts­be­hör­den in den USA, Gross­bri­tan­ni­en und der Schweiz, nicht aber zum Bei­spiel die in Singapur und in Hong­kong.

Wei­ter ge­hen aus­ser­dem die kar­tell­recht­li­chen Er­mitt­lun­gen ge­gen mehr als ein Dut­zend in­vol­vier­te Gross­ban­ken. «Es ist ja mitt­ler­wei­le klar do­ku­men­tiert, dass es Ab­spra­chen mit an­de­ren Li­bor-Ban­ken gab, die letzt­lich auf die Zins­satz­be­rech­nung in vie­len Län­dern Aus­wir­kun­gen zei­ti­gen», sagt der Wirt­schafts­an­walt und ehe­ma­li­ge No­var­tis-Chef­ju­rist, Tho­mas Wer­len, im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft». «Des­halb könn­ten sich auch Kar­tell­be­hör­den wei­te­rer be­trof­fe­ner Län­der ein­schal­ten.» ( Vgl. voll­stän­di­ges In­ter­view auf www.fuw.ch)

Ei­ne drit­te wich­ti­ge Schie­ne sind die Zi­vil­kla­gen. Vor Mo­na­ten sind in den USA be­reits meh­re­re Li­bor-Sam­mel­kla­gen ein­ge­reicht wor­den. Bis klar ist, was da­bei her­aus­kommt, kön­nen Jah­re ver­ge­hen. Da­zu meint Rechts­an­walt Wer­len, Part­ner der gros­sen US-An­walts­kanz­lei Quinn Ema­nu­el: «Die In­for­ma­tio­nen, die durch die Auf­sichts­be­hör­den ans Licht ge­bracht wor­den sind, ge­ben ei­ne Men­ge zu­sätz­li­che Mu­ni­ti­on ge­gen al­le Ban­ken ab, die an der Li­bor-Fest­set­zung be­tei­ligt wa­ren.»

Dar­über hin­aus kön­ne es dem­nächst Ein­zel­kla­gen ge­ben von ge­wich­ti­gen in­sti­tu­tio­nel­len In­ves­to­ren. Als Klä­ger in Fra­ge kä­men da­bei auch Schwei­zer Pen­si­ons­kas­sen oder Ver­si­che­run­gen. «Es geht ja letzt­lich um das Geld der Kun­den und um Vor­sor­ge­gel­der, die durch Zins­ma­ni­pu­la­ti­on ge­schmä­lert wor­den sein könn­ten», sagt da­zu Wer­len.

Ein an­de­res Ka­pi­tel ist die Dis­kus­si­on über recht­li­che Schrit­te ge­gen eins­ti­ge UBS-Ver­ant­wort­li­che. «Je­des Mit­tel» sei zur Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung ein­zu­set­zen, sagt da­zu der Zürcher Ak­tio­närs­an­walt Hans-Ja­cob Heitz im Ge­spräch und er­gänzt, die heu­ti­ge Füh­rung müs­se sich «für ih­re Glaub­wür­dig­keit von der Cr­ew um Mar­cel Os­pel klar ab­gren­zen».

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